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[2. Band.]
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wiederholen, daß die alten Römer vollendete Muster allerTugenden waren!

In Betreff der väterlichen Autorität, will Bodin, dasAuge stets auf die Römer geheftet, daß man den Vatern dasRecht über Leben und Tod ihrer Kinder einräume. „Es istnothwendig," sagt er, „den Vätern die Macht überLeben und Tod wiederzugeben, welche das GesetzGottes und der Natur ihnen gibt: ein Gesetz, welches dasälteste ist, welches einst den Persern und den Völkern Hoch-aflens, wie den Römern, Juden und Celten gemeinsam war,und in ganz Westindien, bevor es von den Spaniernunterworfen wurde, in Kraft bestand: sonst darfman nie hoffen, die guten Sitten, die Ehre, dieTugend, den alten Glanz der wiederhergestelltenRepubliken zu erleben.')

Das heißt mit andern Worten, das Christenthum, dasdie väterliche Gewalt modificirt hat, hat Unrecht gehabt;während der christlichen Jahrhunderte hat es weder gute Sitten,noch Ehre, noch Tugend gegeben; wenn das christliche Europaeinigermaßen für seine Vervollkommnung besorgt ist, so mußes den alten Glanz der klassischen Republiken durch die Wieder-herstellung der väterlichen Gewalt über Leben und Tod derKinder wieder aufleben lassen. Bemerken wir wohl, daß derMann, welcher diese Sprache führt, weder ein Protestant, nochein Türke ist; es ist ein Katholik, aber ein von der Renaissanceerzogener Katholik, das heißt, ein Namenkatholik und inmehrfacher Beziehung Heide in seinen Ideen und seinerSprache.

Bemerken wir außerdem, daß Bodin nicht ein unbekannterPrivatmann, eine verachtete oder unbedeutende Person ist.Nein, es ist der Liebling der Könige; es ist ein Rechtslehrer,ein Advocat im Parlament von Paris, ein Autor, dessenSchriften öffentlich, auf den Universitäten, zu seinen Lebzeiten

1) Buch I. Kap. VIU.