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[2. Band.]
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gelehrt, nach seinem Tode durch die Presse hundertfältig inallen Ländern Europa's vervielfacht werden. Man druckt sienacheinander zu Paris 1557, zu Lausanne 1577, zu Paris 1578,1579, 1586; zu Genf 1588; ebendaselbst in einer italienischenUebersetzung 1588; zu Turin 1590; zu Lyon 1598; zu Straß-burg 1598; zu Genf 1600; fünfmal zu Frankfurt 1622; zuCöln 1645; zu Paris 1755, 1756, 1764, 1766, 1779 u. s. f.

Dieser erschreckende Erfolg wurde angebahnt und einzigübertreffen von jenem Macchiavel's, des Patriarchen der heid-nischen Politik in Europa. Vergebens wurden Bodin undMacchiavel aus den Index gesetzt. Seit der Renaissance istEuropa für die Warnungen seiner Mutter beinahe taub ge-worden, und Bodin und Macchiavel haben zu allen ZeitenLeser und Lobredner gefunden. Unter den Letzteren hat Bodindie Ehre, den ausschweifenden und schamlosen Herausgeber desCatull, Properz, Tibull und zwanzig anderer Niederträchtig-keiten zu zählen, den Abbe Langlet nämlich, der wie seinVorbild, in der Schule des schönen Alterthums erzogen worden.„Die Republik Bodin's," sagt er, „ist stets von Kennerngeschätzt worden. Dieses Buch ist voll der größtenund weisesten Principien der Politik und desöffentlichen Rechts. Der Autor stützt Alles, was er sagt,entweder auf die Gesetze oder auf die altenAutoren."

Gleichzeitig mit jenem Bodin's erheben sich Lehrstühle derheidnischen Politik und Rechtswissenschaft in allen LändernEuropa's. In Deutschland finden wir 1524 Sichard alsProfessor zu Tübingen; 1550 Ulrich Zazius zu Freiburg;1558 Ferrari zu Marburg; 1550 Mudäus zu Löwen; 1557Viglius zu Jngolstadt. Dann kommen Wolf, Grotius, Mat-thäus, Hermann Coringius, Puffendorf und eine Menge An-derer. In Italien zu Padua und Bologna, Fulgose, Pon-tanus, Accolti, Fichard, Barthelemy und Socin, Alciat,Pancirole, Farinaccio und endlich Gravina.

Spanien und England folgen derselben Bewegung.