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Hülfe der Frau de Maintenon an, an die ich nicht zuschreiben wage."
Wir überlassen es dem eignen Nachdenken, zu bestimmen,wie weit ohne die verständige und kräftige Opposition desheiligen Stuhles ein Klerus, der sich selbst so tief herabge-würdigt, in der religiösen Ordnung gegangen sein würde.Was Europa heutiges Tages weiß, ist, daß er in der Poli-tischen Ordnung durch seine Erklärung die noch nicht abge-schlossene Aera der Revolutionen eingeweiht hatte. Indessenfragt man sich, woher kam solche Schwäche oder solche Ver-blendung? Wie kamen die erleuchtetsten religiösen Orden,wie kam der sonst so ausgezeichnete französische Klerus dazu,der weltlichen Macht so die Rechte der geistlichen Macht zuüberliefern? Wie konnten sie nicht sehen, daß die politischeSuprematie des Papstthums leugnen den Schlußstein des so-cialen Gebäudes herausreißen und Europa einem Lande gleichmachen hieß, in welchem es keinen souveränen Hof gab, um inletzter Instanz zu urtheilen?
Denn schließlich gründet man durch die Leugnung derobersten Leitung des Papstes keineswegs das ewige Reich desFriedens. Es bleibt also die in unsern Tagen so furchtbargewordene Frage ganz unentschieden: Wenn sich Zweifel inBetreff des Gehorsams der Unterthanen gegen den weltlichenRegenten erheben, von wem hängt dann die Entscheidungdieses Gewissenssalles in letzter Instanz ab? Weder bei Bos-suet, noch bei Fleury, noch bei den cäsarischen Juristen dieserZeit findet sich eine Antwort: so sehr hatte sich der Begriffder christlichen Politik seit der Renaissance verwischt! Undman wagt noch die Behauptung, daß das bewundernde Stu-dium des literarischen, artistischen und politischen Alterthumskeine Gefahr in sich berge und keine Spur zurücklasse!
Jedenfalls folgten, da es unmöglich ist, eine nur aus
1) Brief Bossuet's, 1762; dessen Werke, Thl. VII. S. 416-419.