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Zürich und seine Umgebungen : ein Almanach für Einheimische und Fremde / G. Escher
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schcinlich 1292) nach Adolf's Tode dcr Belagerung seines BesiegersAlbrecht, wobei der Zug dcr gewaffneten Zürcherinnen auf denLindeuhof rühmlicher Erwähnung verdient, indem durch dieseKriegslist getäuscht der Kaiser die Belagerung aufzugeben bewo-gen wurde. Nach der Ermordung Albrecht's im Zahr 1308 ver-schaffte die Blutrache, welche so entsetzlich in den nahen Gauenwüthete, Zürich eine bedeutende Erweiterung des Grundbesitzes.Dagegen litt eS unter Oesterreichs Banner in der Schlacht amMorgarten (1315) bedeutende Einbuße. Bald darauf lehntesich die Bürgerschaft gegen die bisher bestandene Adelsregieruugaus, die sie im 2uhr 1336 unter Leitung des Partbeigängers Ru-dolf Bruu stürzte und darauf eine Zunftverfassungnahm, dieerst in den neuesten Zeiten ihre gänzliche Auflösung erlebte. Dervertriebene Adel schloß sich jetzt an den Grafen von Rapperschweilau, der (1337) Zürich befehdete, dabei aber seinen Tod fand. Dieunterlegene Parthei versuchte nun am 21. Februar 1350 unterMitwirkung einiger geheimer Anhänger in dcr Stadt durch einenMordplan (die berüchtigte Mordnacht") die Oberhand wieder zugewinnen. Er mißlang und wurde die Veranlassung des wichtigenBeitritts Zürich's zum Bunde der Eidgenossen im 2ahr 1351.Oesterreich, dadurch noch mehr aufgebracht, überzog nun Zürich mit Krieg und wollte den wachsenden Bund der Eidgenossenschaft gänzlich vernichten. Auf einem Zuge, den die Zürcher um Weih­ nachten nach Baden unternahmen, um die österreichische Besatzungfür ihre Streifereien zu züchtigen, erfochten sie unter StatthalterMaueß und Pmuierherr Stiicki einen glänzenden und folgereichenSieg gegen ein in ihrem Rücken ausgestelltes, dreimal stärkeresHeer bei Tättwcil, während dcr zweideutige Brun seine Schaarheimlich verlassen hatte. 2m 2ahr 1353 erschien Herzog Albrechtmit einem Heere vor Zürich , weil die Stadt den Grafen 2ohann gefangen hielt und das nach der Mordnacht von Brun zerstörteRapperschweil nicht wieder aufbauen wollte, und schon im folgen-den 2ahrc, obgleich der Streit beigelegt war, rückten der HerzogAlbrecht und dcr Kaiser selbst mit einem Heere von 44,000 Mannäegcn Zürich. Allein unerschütterliche Standhaftigkeit und wohl-geleitetc Unterhandlungen bewogen den Kaiser, die Belagerungwieder aufzuheben, wodurch auch dcr Herzog ein Gleiches zu thunsich genöthigt sah; jedoch hielt derselbe die umliegenden Festenbesetzt und verwüstete das Land durch seine Streifzüge.