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Stadtgränzen befanden. Den Umstand, dass die Kirchen alle außer-halb der Stadt lagen, hat Zürich mit vielen ältern Städten gemein.
Erst später, wahrscheinlich im XIII. Jahrhundert, wurdedas Oberdorf, die Neustadt, das Barfüßer- und Dominikanerklosterund daS Nicderdorf auf dem rechten, der Kratz, das Frauenstift,der Münsterhof, die St. Peterskirche mit ihren Curtis, das Au-gustinerkloster, der Rennweg , das Frauenkloster am Oetenbach undder Sihlbühel (fetzt Waiscnhausgarten) am linken User der Limmat mit Mauern, festen Thürmen und Graben umgeben, von welchennoch an der Thorgasfe, dem obern und untern Hirschengraben, demKetzcrthurm, dem Kratzthurm und Fröschengraben deutliche Restevorhanden sind. Die Bastionen am Fröschengraben, von denendiejenigen am Rennwegthor und zum Theil die im WaisenhauS-garteu noch wohl erhalten sind, wurden erst im XVI. Jahrhunderterbaut. Noch mehrere ähnliche Thürme und Bastionen standenlängs des Fröfchengrabens und auch in der großen Stadt längsdeS Hirschengrabeus, welche größtentheils erst in den letzten 25 Jah-ren abgetragen wurden. Nur der Geißthurm, welcher der hohenPromenade gegenüberstand, wo -fetzt der Eßlingersche Pavillonsteht, wurde am 1». Juni 1652 vom Blitze getroffen und zerstört,wobei das darin aufbewahrte Pulver eiue so furchtbare Explosionverursachte, daß der Stadt ein Schaden von mehreren hundert-tausend Gulden daraus erwuchs; und der Wolfüthurm, der unge-fähr da stand, wo fetzt die Treppe beim Casino in die eidgenös-sische Canzlei führt, wurde im Jahr 1784 abgetragen.
Die Erbauung der einen noch weiter» Umkreis umftiffendenFortisicationeu wurde am 18. April 1642 vom Großen Rathe be-schlossen und nach einem von dem Feldzeugmeister Johann GeorgWerdmüller entworfenen Plane durch den berühmten IngenieurJohannes Ardüfer ausgeführt. Die Arbeiten begannen am 30. April1642 (bei dem ehemaligen Niederdorfthore) und wurden im Jahr1677 vollendet. Die Kosten der Erbauung betrugen !>31,!>00 fl.17 ß. 11 hlr., und diejenigen der Unterhaltung derselben nebst denauf dem Schanzeuterrain bcsindlichen Straßen, Brücken, Wasser-abzügen, Wahrungen u. s. f. vom Jahr 1678 bis 1853: 1,105,86!) fl.6 ß. 11 hlr. Die successive Abtragung der Festungswerke wurdevon dem Großen Rathe am 30. Januar 1853 mit 131 gegen 53Stimmen beschlossen und dieselbe am 15. Juli 1833 beim vorma-ligen Hottingcrpörtli begonnen. Seit diesem Zeitpunkte dehnt sich