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weit. Sie unterhält einen hübschen Modellsaal mit Abgüssen von An-tiken (Fechter von Vorghese, Apoll von Belvedere , Kops des Antinous,der Niobe , Ariadne rc.), nach welchen fleißig gezeichnet wird. Sehrinteressant ist das Künstlerbuch, ein Album, in welches jedes Mitgliednach alphabetischer Kehrordnung eine eigene oder fremde Arbeiteintragen, oder sich von dieser Verpflichtung durch eine gewisseSumme oder ein Geschenk an Kunstsachen loskaufen muß. Es wurdeauf Martin Usteri'ü Anregung errichtet, zählt bereits 16 Bände,und enthält eine Menge höchst anziehender, oft launiger und hu-moristischer Zeichnungen. Die Gesellschaft bewahrt auch Salomon Geßner's , des Jdyllendichters, Gouachebildcr (24 ,in-er Zahl) auf;außerdem besitzt sie einen Band Handzeichnungen von dem genia-len H. Füßli in London , mehrere Bände von C. und H. Meyer, vonNahn in Warschau u. s. s. Diesem Vereine verdankt das Publicumvon Zeit zu Zeit die Ausstellung der Arbeiten von Schweizer - undandern Künstlern; die erste derselben fand im Jahre 1799 Statt;seither wurden noch circa 30 folgende veranstaltet, unter denendiejenige vom Jahr 1818 sich dadurch auszeichnete, daß sie nurausgewählte Stücke alter in- und ausländischer Meister, die sich inverschiedenen Privatcabineten in Zürich befinden, in 114 Nummernausstellte. Auch beschenkt dieser Verein die Zürchcrsche Jugendalljährlich mit einem Ncujahrsstück, dasdieEovic einer Zeichnungund eine biographische Skizze eines verstorbenen Schweizerkünst-lers enthält.
Bemerkenswerth sind ferner die Gemäldesammlungen vonLudwig Hcß (vortreffliche Schweizerlandschaften ) bei dessenSohn, Herrn Bürgermeister Heß (gr. St. Nr. 295. Tannen-berg); bei den Erben des sel. Herrn Amtmann Keller (gr. St.Nr. 313. im Mohrenkopf, gegenwärtig leider nicht leicht zugäng-lich) eine sehr interessante Sammlung von Oel- und Gouache-gemälden Zürcherscher Künstler aus älterer und neuerer Zeit;ein ausgesuchtes Cabinct von Gemälden älterer Meister (Nieder-länder und Italiener) bei Jkr. Stabsmajor Escher von Berg(kl. St. Thalacker Nr. 7.) und bei Hrn. Oberst Hirzel (im Gartengr. St. Stadelhofen Nr. 25.); eine Sammlung von Schwcizeransich-ten bei Hrn. Spitalpfleger Zicgler im Egli (gr. St. Nr. 39.) beson-ders von ältern Künstlern (Aberli, Bidermann u. s. s.); bei eben-demselben und bei Herrn Oberrichter Orell (kl. St. GrabenhofNr. 419.) findet man Sammlungen von Schweizcrbildnissen. Die