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Jahre» wird die ruchlose Hand nichtSachtender Menschen auch dieseErinnerung an eine kraftvolle, schöne Zeit hinweggetilgt haben.Beinahe klingt es wie eine Ironie, wenn am Fusse der Ruine eineInschrift das Andenken des großen Rüdiger Mancß, des Bürger-meisters der Stadt Zürich und Siegers bei TLtwyl preist, wah-rend von dem darüber stehenden Baue ein Stein nach dem andernlosgerissen und in die Tiefe gestürzt wird.
Doch zurück auf den Höcklcr; die Sonne ist schon tiefer gesun-ken und wir müssen uns auf den Heimweg machen, wenn wirnicht von der Nacht auf demselben überrascht werden wollen. Zwarmochte ich dir rathen, die Nacht zu erwarten, wenn der Mondmit voller Scheibe hinter den östlichen Bergen emporsteigt und instillem, feierlichem Glänze die weiten Himmclsraume durchschwimmt.Dann magst du bei seinem lieblichen Scheine IN nächtlicher Kühledas am Fuße des Berges gelegene Wäldchen durchwandern, undnachdem du die Sihl auf schöner Brücke überschritten hast, überdie WolliShofer-Allmend und von da über den Stock oder auchhinter dem Hügel des Bürgli hingehend nach der Stadt zurück-kehren.
Bist du ei» guter Zürcher , so wählst du diesen Weg stets zurHeimkehr; den Hinweg aber nimmst du bei dem Bürgli vorbei,durch den mit ländlicher Anmuth geschmückten Kratz, überschreitestauf dem dortigen Stege die Sihl , und wenn du bei der endlosesPapier verfertigenden Fabrik und ihrem hohe» Kamine vorbei-gekommen bist; so wendest du deine Schritte zwischen Feldern