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Das Mittelalter.
die Armenpflege der Kirche „kritiklos" nennen können. Derdeutsche Jesuit ?. Ehrle weist mit Recht auf die Grund-sätze der Armenpflege hin, wie sie schon in der theologischenSumma des hl. Thomas von Aquin und im Sentenzenbuchdes gefeierten Lombarden festgestellt wurden. Auf einenKommentar dieses Sentenzenbuches, den des JohannesMajor, beruft sich ja der Magistrat von Upern ausdrücklichin seinem Appell an die Pariser Sorbonne.
Diese Grundsätze wurden durch die letzte Hälfte desMittelalters in allen Klosterschulen, an allen theologischenFakultäten, von allen Kathedern des Rechts gelehrt; nachdiesen Grundsätzen wurden alle Vorschriften und Ordnungender christlichen Armenpflege eingerichtet, alle Neuerungenund Reformen derselben geprüft.
Und da kommt heute irgend einer gelaufen und willder Welt vorreden, daß die Armenpflege der Kirche kritiklosgewesen!
16. Die Geschichtslügen über Johann Hus-
Die Hussiten und Protestanten haben namentlich diesedrei Geschichtslügen über Hns und seine Verurteilung ge-leistet und bis heute festgehalten: 1. seine Lehren seienwesentlichen Glaubenswahrheiten nicht entgegen gewesenund daher ungerecht verurteilt worden; 2. der sichere Geleits-brief Kaiser Sigismunds für seine Reise zum Konzil nachKonstanz und retour sei schmachvoll verletzt worden; 3. dasKonzil habe den gottlosen Grundsatz ausgesprochen, manbrauche Ketzern keine Treue zu halten.
I.
Wir stellen danach die erste Frage: Sind die Lehrendes Hus wirkliche Irrlehren gewesen und konnte Hussich dessen bewußt sein? oder hat er dona kickegelehrt?