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Das „Rewrmations"-Zeitalter.
Fleiß und wollte beweisen, daß aus dem römischen Ablasseden Menschen Ursache zu sündigen gegeben werde; jeder-mann verlasse sich auf den Ablaß und daraufhin würdegesündigt. Die Schrift lehre viel anders (,De schrift lerdevel anders'). Christus, die ewige Wahrheit, weise unseinen andern Weg und sage: Willst du eingehen in dasewige Leben, so halte die Gebote Gottes. Paulus lehrtuns an die Philippenser am andern Kapitel, wir sollenunser Heil und Seligkeit durch Furcht und Zittern wirken.Und Mathei am siebenten wurde gelesen, daß wir durchdie enge Pforte und schmalen Weg in das Reich der Himmelgehen müßten. Dergestalt, sagte Luther, wäre der Ablaßnicht genug zu unserer Seligkeit; wir müßten durch einenscharfen Weg unserm Seligmacher Christus Jesus unsertägliches Kreuz nachtragen. Mit dieser und dergleichenLehre aus dem Evangelium, den Episteln und Prophetenbekämpfte Doktor M. Luther den Ablaß und lehrte überdie Maßen dagegen mit aller Ungestümheit (,unstumicheit')und Frevel (,vrefell); denn es verdroß ihn, daß er nichtden Ablaß verkündigen mußte (,wente one vordrot, dat hedat aflat nicht vorkundigen moste'). Doktor Johannes Tetzelvorgemeldet, erfuhr bald, was Martinus Luther gegen denAblaß geprediget hatte und läßt von Stund M. Lutherumnach Rom citieren, und da sollte dieser in sechzig Tagenparieren und sich verantworten. Nach der Citation hubLuther auf das heftigste gegen den Tetzel zu schelten undunverschämt von dem Ablaß und römischen Stuhle zupredigen an, daß Doktor Tetzel verursachet ward, und thatden Luther in den Bann. Von dieser Beschwerung appel-lierte Doktor M. Luther an ein gemeines Concilium unddie Appellation ward von Stund gedruckt und die Stu-denten sandten dieselbe ein jeder in sein Vaterland. Dennder Jugend war solche Neuerung erwünscht. Das Feuerging heftig an. Der Luther ward zum ersten durch guteFreunde gebeten, er wolle gemach thun; sonst könne ihmviel Schlimmes begegnen. Die Universität zu Wittenberg