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IV. Helvetien unter der Frarikerchrrrschaft.
1. Merovingisch -fränkische Periode.
a) Chronicarum quae dicuntur Fredegarii scholastici libri IV,.MS. II. — Dessen Fortsetzer C h i ld e b r a nd und Nibelnng, Bd. II. Sript. rer.Merov. S. 168 ss. — Annales Alamannici (88. I, 22) ed. K. H e nkingin den „St. Gatter Blittcilungen z. vaterlLnd. Gesch." Heft, XIX, S. 224 ss. — AnnalesFlaviniacenses, SS. III, 149. — Annales Lausonnenses, 88.XXIV, 778 ff. — Frechnlf von Lisicur, Weltchronik. — Regino von Prnin,Chroniccm. 88.1,537. — Xotker Balhulus, Oesta Karoli Magni, 88.726. — Notker B albulus, Breviarium regum Francorum, SS. II, 329. —H. W ar 1 m a n, Urknndenbnch der Abtei St. Gatten, Bd. I n. II. 1863, 1866. —Casus s. Galli ed. G. Meyer von Knonan, St. Gatter Mitteilungen. Heft XVIII.St. Gallen 1877.
h) Vgl. außer der oben angeführten Litteratur: Waitz, Deutsche Verfassnngs-gcschichte. Bd. I, II, III. — Dümmler , Geschichte des ostfränkischen Reiches. Bd. I.—G i e s e brecht, Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Bd. I. — H. Trog, Die Schweiz vornTode Karls d. Gr. bis zum Ende deö bnrgundischen Reiches Basel 1889. — G. v. Wy ß,Geschichte des Fraumnusterstifles. Zürich 1891—58. (Bd. VIII der Mitteilungen der Antiq.Gesellschaft in Zürich ).
Die drei Landestcile: Alamannien, Burgund und Rhätien wurden unterder fränkischen Herrschaft nicht ganz gleichmäßig behandelt. In Alamannien blieb die rechtliche Eigentümlichkeit der Unterthanen, ja selbst die Herzogsgewaltbestehen. Das Stammesherzogtum verblieb in der gleichen Familie; der Herzogregierte zienilich selbständig. So kam es in der Mitte des 6. Jahrhundertsohne bestimmten Einfluß der fränkischen Königsgewalt zur Aufzeichnung des-altalamannischen Volksrechtes, der „knetn8 lex Alamannorum“.Dasselbe kennt eine Ständegliederung in Knechte und Liten oder Hörige,.Gemeinfreic, Mittelfreic und Edle; zugleich werden die Bußenansätze und dasWergeld geregelt. Der König Chlotochar II. (613 — 628) ließ die lexAlamannorum auf einer fränkischen Reichsversammlung bestätigen; dabei stellteer aber die herzogliche Gewalt unter diejenige des Königs, setzte als Richtermit fränkischem Recht den Gaugrafen und als dessen Unterbeamten denCentgrafen ein. So drang fränkisches Bcamtenrecht in das alamannischoBolksrecht ein, denn an der Spitze der Hundertschaftsversammlung der Freienstand nunmehr der königliche Gangraf. Das Ziel dieser Einrichtungen warunverkennbar: durch die Grafen die Herzogsgewalt zu verdrängen; aber beiden gräuelvollcn Zwistigkeiten in dem Königshaitse der Merovinger und beider Schwäche ihrer spätem Vertreter konnte der Zusammenhang zwischen den