3023 Hercules (d. kelt. Here.)
ganz ohne Benutzung einheimischer Überliefe-rungen entstanden sein (s. Preller, Gr. M. 2 3S. 212 f.); so z. B. folgende, von- Parthenius(30 S. 177 f. Westerm.) erzählte Sage: Herakles kam mit den Rindern des Geryones' durch daskeltische Land ziehend zu Bretannos; dieserhatte eine Tochter Namens Keltine, die sichin Herakles verliebte, die Rinder verbarg undsie nicht eher herausgeben wollte, als Hera-kles ihr beigewohnt haben würde; schliefslichwillfuhr Herakles der Jungfrau, durch ihreSchönheit überrascht, und aus ihrer Verbin-dung ging ein Sohn Keltos, der dem Volkeden Namen gegeben, hervor; ferner die vonDiodorus (4, 19, 1 f.) erzählte Sage von derGründung Alesias, des 'durch Religion undSage geheiligten Mittelpunktes des alten Gal liens ’ ( Preller a. a. 0. S. 213): Herakles kammit seinem Heere nach Gallien und durchzoges ganz, die wilden Sitten und Opferung derFremden beseitigend; da seinem Heereszugesich eine grofse Menge von Menschen anschlofs,erbaute er eine grofse Stadt und nannte sieάπδ τής κατά τήν βτρατείαν αλης Alesia ; daer aber auch viele Eingeborene aus der Um-gebung in die Stadt aufnahm, erlangten diesedurch ihre Menge das Übergewicht und sonahmen alle Bewohner barbarische Sitten an;endlich die Erzählung von dem furchtbarenKampfe, welchen Hercules mit den Ligyernauf einem öden Steinfelde zwischen Massiliaund der Rhonemündung zu bestehen hatte;schon waren seine Pfeile verschossen, er selbstvor Mattigkeit in die Kniee gesunken, da liefsZeus seinem Sohne zuliebe die vielen Steine,welche jenes Feld bedecken, vom Himmelregnen, mit denen Hercules nun seine Feindein die Flucht schlug (s. das Nähere bei Prellera. a. 0.; vgl. auch Έ. Herzog, Galliae Nar-bonensis provinciae romanae historia. Lips. 1864S. 5 ff. und über den keltischen Hercules über-haupt Metzger in Paulys Bealencykl. 3 S. 1189 f.).—Über Bildwerke des gallischen Hercules vgl.z. B. II. Bazin, L’Hercule romain et VHerculegallo-romain, in Gazette archeologique 12, 1887S. 178 ff. Taf. 26 (dazu E. Flouest in Bevuearcheol., III. ser. 11, 1888 S. 273 ff.), der zweiin Vienne gefundene Bronzefiguren des Her-cules publiciert; besonders die zweite Figurzeigt ein gallisches Gepräge: das Haupt desGottes ist mit dem Löwenrachen bedeckt, aberdas Fell selbst fehlt, anstatt seiner bekleidetein sagum die Figur, die aufserdem 'desbraies collantes et une casaque serrbe ä laceinture et terminee au bas par une frange’sowie durchbrochene Schuhe, die nicht überdie Knöchel heraufreichen, trägt, also einedurchaus gallische Tracht ( Bazin S. 180 f.).
[R. Peter.]
Hysminos 3024
Hieros Daimon (Ιερός Βαίμων). Dem HierosDaimon weihte Timoleou sein Haus in Syrakus ,woran er eine Kapelle oder einen Altar derAutomatia errichtet hatte, Plut. Timoleoncap. 36, Vitae parall. I p. 506 ed. Sintenis.In de sui laude Opera VIU p. 146 ed. Beiskenennt Plutarch denselben Genius άγα&δς δαί-μων. Vgl. Pohl, die Bämonologie des Plutarch .Breslau 1860. 4°. p. 15 nebst Anm. 54 auf p. 26und oben unter Agathodaimon . [Drexler.]Hierosolymos. Plut. de Is. et Os. cap. 31,p. 53—54 ed. Parthey: Οί δε λέγοντες εκ τήςμάχης επι δνον τω Τυφώνι τήν ψνγην επτάημέρας γενέο&αι, καί αω&έντα γεννήύαι παΐδας'Ιεροβόλνμον και Ιουδαίον , αντό&εν εΐαικατάδηλοι τά Ιουδαϊκά παρέλκοντες είς τονμυ&ον. [Drexler.]
Hilieraiae (?) matronae. 1874 fand manunter den Platten eines fränkischen Grabes,das „in e. der Gemeinde Enzen (bei Zülpich )gehörigen Sandgrube am Schiefeisberg im Kreis Euskirchen entdeckt wurde“, einen an denSchmalseiten mit Bäumen verzierten Stein mitder Inschrift: MatronifsJ Hiheraiis \ M. An-tonius | [HJilario. v. s. I l. m., Pohl, BonnerJahrbb. 57,83, Ihm, der Mütter- oder Matronen-kultus, Bonner Jahrbb. H. 83, p. 141, nr. 245.Ihm a. a. 0. Anm. 1, vgl. p. 21 u. p. 33, be-merkt, dafs man wegen Undeutlichkeit desdrittletzten Buchstabens zwischen der LesungHiheraiis und Hiherapis schwanken kann.J. Klein, Bonner Jahrbb. H. 67, 1879, p. 53findet in den Matronae Hiheraiae einen An-klang an den Namen des in der Nähe derFundstätte gelegenen Orts Irresheim. Vgl. denArtikel Matronae . [Drexler.]
Hikesios. Ein Βαίμων Ίκέβιος wird genanntin der Inschrift von Ormele, Bull, de Corr.Hell. 8, p. 496—508, vs. 16. Sonst erscheintΙκέαιος als Beinamen des Zeus, z. B. in einerInschrift von Delos (Bull, de Corr. Hell. 3,1879, p. 471—472, nr. 4) und in einer von Kos,Bull, de Corr. Hell. 5, 1881, p. 224, nr. 12.
[Drexler.]
Hioua !)?), Gattin des Celeus (s. Keleos) undMutter des Triptolemos. Sie überliefs ihrenSohn der Ceres (Demeter ), um ihn zu säugen.Mythogr. Vat. 2, 96. Bei Hygin. fab. 147 heifstdieselbe Cothonea (vgl. M. Schmidt z. d. St.);über ihre sonstigen Namen s. unter Triptole-mos und Metaneira. [Steuding.]
Hysminai (' Ταμΐναι ), die Kämpfe, in der Mehr-zahl personificiert als Töchter der Eris , Hesiod .Theog. 228. Quint. Sm. 5, 36. Gerhard, gr.Myth. 1 § 602. Braun, gr. Götterl. § 261.264 erklärt: Bruderzwistigkeiten, Zweikämpfe,blutige Händel. [Stoll.]
Hysminos (Τβμινός), ein Troer, von Neopto-lemos getötet, Quint. Sm. 10, 87. [Stoll.]
io
20
30
40
50