Band 
Zweiter Band, zweite Abteilung. Laas - Myton.
Seite
1783-1784
JPEG-Download
 

1783

Lacavus

Lachsantre

1784

den Namen seines Hauses zu λαβνριν&ος ent-stellte; vgl. den Artikel Labrandeus. Aus-führlich hat über das Labyrinth von KnososHock a. a. 0. 56 68 gehandelt, der p. 62(vgl. 67) zu dem Resultat kommt, dafs daskretische Labyrinth als eigentlichesGebäude eine blofse Dichterfiktion, inWahrheit eine natürliche Grotte gewesensei, welche der Mythos zu einem Gebäudegeschaffen habe. Seine Hauptgründe sindfolgende: 1) Homer, Hesiod und Herodot schweigen von dem kretischen Labyrinth; be-sonders würde der letztere bei seiner Be-schreibung des ägyptischen Labyrinthes es sichnicht haben entgehen lassen, das kretischezum Vergleiche heranzuziehen, wenn es wirk-lich vorhanden gewesen wäre. Die Schrift-steller, die das letztere erwähnen, Hiodor,Apollodor und Plutarch , geben nicht reineLandessage, sondern attische Fabel, die ab-sichtlich die ganze Mythenreihe, in welchedas Labyrinth verknüpft erscheint, entstellte(p. 56ff.). -T- 2) Die Nachricht, dafs Daidalos nach Ägypten gegangen sein und später nachdem Muster des dortigen Labyrinths das inKreta ausgeführt habe, ist eine Erfindungägyptischer Priester resp. gräcisierender Ägyp-ter (p. 60ff.). Vgl. Bd. 1 Sp. 937 Z. Slff.3) Hätte das Labyrinth als Gebäude existiert,so konnte im Zeitalter des Hiodor unmöglichjede Spur von einem solchen Kolossalbau ver-schwunden sein; auch würden die bildlichenDarstellungen auf Münzen u. s. w. nicht soverschieden ausgefallen sein, p. 62f. DieFrage: 'Wie bildete sich die Idee vom knosi-schen Labyrinth im Mythos? beantwortetHock p. 63 ff.: eine Felsgrotte, ähnlich dem imZeusmythos hochbedeutsamenlSaiov άντρον,diente dem Religionskreise, dem der Mino-tauros und die Pasiphae angehören; diesesKultuslokal erhielt den Namen Labyrinth, ,eine Benennung, mit der man auch anderenatürliche und künstliche Felsengrotten be-zeichnete, und die auswärtige Sage schuf infreier Phantasie die uns durch die BerichtederAlten geläufige Bildung des Labyrinths. Über den von Theseus auf Delos gestifte-ten heiligen Tanz, μίμημα των εν τω Aaßv-ρίν&ω περιόδων καί διεξόδων εν τινι ρν&μωπαραλλάξεις και ανελίξεις εχοντι ( Plut . Thes. 21),s. Hock a. a, 0. 67 f. Höfer.]

Lacavus, Beiname des Mars Augustus aufeiner im Museum zu Nirnes befindlichen In-schrift, welche Hirschfeld, C. I. L. 12, 3084(= Orelli 2018) in das zweite nachchristlicheJahrhundert setzt. Die Gegend, wo die Dedi-kantenÄdgeratM wohnten, ist unbekannt. GermerHurand rät auf eine Gegend an der Rhone ,welche im Mittelalter Argence geheifsen habensoll, vgl. Berne epigr. du midi 2 p. 316. DerAnlaut Adg- in keltischen Namen findet sichöfter. [M. Ihm.]

Lacharinarmaraphba (Ααχαρμαρμαραφβα)wird angerufen auf einem roten Jaspis derSammlung Montigny mit der Darstellung desHelios auf dem Viergespann, welchem Phos-phorus voranfliegt: Ααχαρι. -j μαραφβα , ovv\-τήρηοόν με ά\γήρατον κεχαβίτώμένην, CoU. de

M. de Montigny, Pierres gravees. Paris 1887p. 20 nr. 278. Dürften wir annehmen, dafsder Name mit der Darstellung in Zusammen-hang steht, so hätten wir in L. den Sonnen-gott zu erkennen. [Drexler.]

Lachesis s. Moirai und Lachis.

Lache und Lachos {Αάχη und Αάχος, in derHandschrift irrig Αάχη und Αάχος), Gottheitender babylonischen Schöpfungssage, Hamascius,Quaest. de prim, princip. c. 125 p. 384 Kopp;s. oben Bd. 2 Sp. 1204 f. s. v. Kisar. In demvon Hommel, Deutsche Bundschau 68 p. 110und Gesell. Babyloniens u. Assyriens p. 397 mit-geteilten babylonischen Texte heifst es vs. 10:

Der Gott Lachmu, die Göttin Lachamu wurdenhervorgebracht, bis sie auf wuchsen. Hommelbemerkt an letzterer Stelle Anm. 3:Kischarist einerseits die weibliche Personifikation Anus(als Anatu), gemeint ist aber damit die Erde,bezw. der Gott Ea, von dem dann in der Folgedie weitere Schöpfung ausgeht. Auch Lachmuund Lachamu bedeuten nichts weiter als Anuund Anutu, bezw. Himmel und Erde oder Anuund Ea. Denselben Text giebt Jensen, HieKosmologie der Babylonier p. 268, welcherp. 274 f. weitere Stellen, in denen diese Gott-heiten Vorkommen, verzeichnet. Sayce, Lectureson the origin and growtli of religion as illustra-ted by the religipn of the ancient Babylonians .

3 d edit. 1891 behandelt diesen Schöpfungs-bericht p. 384 ff. Er setzt ihn in verhältnis-mäfsig späte Zeit und erklärt ihn für dasProdukt einer materialistischen Schule, die im ;Gegensatz zu einer pantheistischen stand. Er :bemerkt p. 388:In the lists in which theviews of the pantheistic school find expression,Lakhmu and Lakhamu appear as Lakhma, orLukhma, and Lakhama, an indication that thenames are of non-Semitic origin. It is pos-sible that they denote the element ofpuritypresupposed by the creation of the world out ofthe watery abyss .... Like as many of the Ba-bylonian deities, their names and worship wereprobably carried to Canaan. Lakhmi seems tobe the name of a Philistine in 1 Ghron. 20, 5,and Beth-lehern is best explained as the houseof Lelchem, like Beth-Hagon,the house ofDagon, or Beth-Anoth,the house of Anat.

[Drexler.]

Lachis (Αάχις), Nebenform für Lachesis,Pap. Parthey 2 vs. 100. Doch hält Hilthey,

Ph. Mus. 1872 p. 418 Anm. 4 diese Form fürunmöglich. [Drexler.]

Lachne (Λάχνη), Name eines Hundes desAktaion, Hyg. fab. 181. Ovid Met . 3, 222 (hir-sutaque Oorpore Lachne); vgl. Boeder, De canw,.nom. Gr.jp. 51, welcher K.· Keils (Anal , epigr.p. 190) Änderung Lachno mit Recht für in-nötig erklärt, und Jeschonnek p. 23. Der Name |ist hergenommen von dem zottigen Fell.

[Drexler.] !

Laclinia, AAXNIA neben der dreigestaltigen jHekate auf einer sog. gnostischen Gemme inBerlin wird von Tölken, JSrkl. Verz. p. 4529. Kl. 3. Abt. nr. 105 als Beiname dieser Göttingefafst (vgl. Baspe p. 151 nr. 2050. Soufre deStosch. Hecate ä trois tetes. ΑΙΝΧΛΛ). [Drexler.]

Lachsantre, d. i. Alexandros, sitzt auf einem

io

20

30

40

50

60