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Minotauros
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gefunden: weder die Zurückfübrung auf μήν,μείς, noch die auf μένος, μένω befriedigt.
Η. B. Müller, Myth. d. grieeh. Stämme 2, 344schliefst sieh der von A. Kuhn in den Beitr.z. vergl. Spraehforsch. von Kuhn u. Schleicher1, 369 versuchten Ableitung der Namen Μίνως und Μΐννας aus der Grundform ΜανΡαντ an,indem er die Länge des i mit Ersatzdehnungbegründet, und folgertdaraus weiter: Minos ist ioheroischer Repräsentanteines in Kreta angesie-delten Zweiges der Mi-nyer. Stammgott derMinyer aber war Posei don , den Minos durchGebet verehrt und durchden er nach dem Todedes Asterion die Herr-
Minotauros auch den Namen Asterios; derStier der Pasiphae war Zeus selbst nachPorphyr, de abst. 3, 16. Mythogr. bei Wester-mann, App. Narr. 23 S. 369; Minos wird auchVater des lasion genannt; er ist König undRichter auf Erden und Richter in der Unter-welt; vgl. auch unter Minotauros .
Bildliche Darstellungen.
Sehr häufig begegnet uns auf Münzen voaGortyna, Knossos , Hierapytna, Phaistos derKopf eines bärtigen Mannes mit einem Königs-diadem im langen, gewellten Haar als Abbilddes Zeus oder Minos , so A catal. of Gmkcoins in the Brit. Mus., Crete and the Aeg. Is-lands. London 1886 pl. 6 . 11 . 12 . 16. Svoronos,Numismat. de la Grete anc. pl. 4, 34; 6,19—24;7,1.19-21; 8,4; 15,21—28; 16,8-12.14-20;vgl. Winclcelmann, Gesch. d. Kunst d. Altert .*schaft über die Insel er- 20 S. 294 „Minos auf Münzen von Gnossus würdelangt. Der kinderlose ohne einen stolzen, königlichen Blick einemluppiter voll Huld und Gnade ähnlich sehen“;s. die Abbildg. nr. 1 . Darstellungen des Minosals Totenrichter bieten: eine grofse Vase anseinem Grabe von Canosa hei Müller-Wiesela,Benkm. 1 Taf. 56 nr. 275 a (s. Abbildg. nr. 2 );rechts vom Mittelhilde sitzen die drei Toten-richter, in der Mitte Minos halb bekleidet;ferner eine rotfigurige Schale bei Gerhard,
1) Minos . Münze vonGortyna (Brit. Mus.
i.si. Pl. XI nr. 7 ). Asterion dagegen reprä-sentiert die karische Be-völkerung, die vor der Einwanderung der Minyerdie herrschende war; denn Kinderlosigkeiteines Heroen ist der mythische Ausdruck fürdie Vertreibung oder Unterwerfung seinesStammes ( 1 , 311 ff.). Als dann die Kadmeierund Achaier erobernd in Kreta einwanderten,
wurde der Vorgefundene Stamm- 30 Auserl.' grieeh. Vasenb. 3 Taf. 236 und unter-
italische Vasengemälde, die die Unterwelt dar-stellen, s. Preller, Grieeh. Myth . 2 3 , 683, viel-leicht auch diejenigen Münzen, auf denen wirihn halb bekleidet mit dem Scepter in derRechten auf dem Throne sitzen sehen, vgl.z. B. ein Didrachmon von Knossos des BerlinerMünzkabinetts in v. Sallets Zeitschr. f. Numism.6 , 232. Baumeister, Benkm. S. 945nr. 1059. ln Verbindung mit dem Mino-tauros und Theseus findet er siet1 ) auf Sarkophagreliefs, Robert, DerPasiphaesarkoph. 14. Hall. Winckel-mannsprogr. 1890, der greise Mann mit·der Königsbinde auf der rechten Schmal-seite ist wahrscheinlich Minos , der eitunblutiges Opfer darbringt; Körte, DitKreter d. Eurip. in den histor. u.philolofAufsatz. E. Curtius z. seinem 70. Geburts-tage gern. 1884 S. 195 — 208, Minos aufvier etruskischen Aschenkisten; viel-leichtauch auf einem etruskischen Relief,2) Die drei Totenricliter Bkadamanthys, Minos , Aiakos v. einer Avch Zeitü 1853 Taf 56 9* Vgl·Vase V. Canosa (Müller-Wieseler, Denkm. d. alt. K. I Taf. 56 nr. 275a). a a> q g_ 194 Anm. 28, vnl
Theseussarkophag, Arch. Zeit}·
meischen Europa (vgl. 1 , 305 ff.). Diese
Aufstellung, die auch durch den oben er-wähnten Bericht Biodors von einer aiolisch-pelasgischen Einwanderung unterstützt wird,verdient gewifs Beachtung, doch könnte man
einem _ _ ,
1884 S. 77; 2) auf Vasen, Gerhard, Auserl
grieeh. Vasenb. 3 Taf. 160. M. d. Inst. 4 tav· 59;6 tav. 15 u. ö.; vgl. Robert, Bild u. Lied in 4Philol. Unters, von Kiefsling u. 11 . Wilamowiti-Möllendorff 1881 Heft 5 S. 20 Anm. 17; viel-
vielleicht noch einen Schritt weiter gehen 60 leicht auch auf der Framjoisvase, s. Brunti,
und, unter Annahme einer Verschmelzung desHeros mit dem Gotte, der von Müller 2 , 185 ff.ausgeführten Gleichsetzung des Ober- undUnterweltsgottes Zeus - Kronos einen Minos-Minotauros an die Seite stellen. Spuren dieseralten Wesenseinheit liefsen sich wohl in Fol-gendem finden: Minos ist einerseits Stiefsohndes Asterios, andererseits führt sein Stiefsohn
Kunstgesch. 1 , 166. Endlich vermuten Reibt}·Wandgem. 1337, und Overbeck, Pompeji S. 33i,dafs ein in der Casa del questore befindliche!Wandgemälde Minos und Skylla darstelle.
[Helbig.J
Minotauros ( MivmxavQog ), auch Asterios odeiAsterion (s. d.), ein zweigestaltiges Ungeheuer,halb Stier, halb Mensch, Sohn der Pasiphae