2621 Meleagros (in der Kunst)
den Auszug zur Jagd darstellt, während in deroberen Reihe Meleager und Atalante in einerbeide nachdenklich stimmenden Unterredungerscheinen. Meleager seiner Geliebten das Felldes Ebers überreichend ist dargestellt auf einemMosaik zu Lyon , Millin, Gal. myth. 146, 413*;die linke Seite des delphischen Sarkophag-reliefs wird eine ähnliche Darstellung ent-halten haben. Auf der rechten Seite einesSarkophags in Woburn Abbey (8 = Beger, ioMeleagrides 19, 2. Cod. Pigh. 214 bei Jahn,Ber. d. sächs. Ges. 1868 225. Michaelis, Anciewtmarbles S. 733 nr. 110) hat Atalante von Me-leager zur Anerkennung ihrer Tapferkeit denKopf des kalydonischen Ebers bereits erhalten.Zwischen den Liebenden steht ein kleiner Eros,hinter demselben eine männliche Figur, die ein-dringlich auf Meleager einzureden scheint. EinerKünstlerlaune entsprang das Mosaik von Hali-karnassos (Bull, dell’ Inst. 1860 105. Newton, 20Biscov. 2, 1, 283), auf dessen einer Hälfte Me-leager und Atalante (inschriftlich bezeichnet)zu Pferde einen Löwen und einen Leopardjagen, während auf der anderen Seite Aineas und Dido gegen zwei nicht minder gefährlicheRaubtiere anstürmen.
Von Münzen (vgl. Mionnet, Descr. 3 S. 290—300, Suppl. 6 S. 204. 418—431) ist mir aufserFriedländer-Sollet, Berliner Münzkab? nr. 193keine bekannt, die mit Sicherheit auf Meleager 30zu beziehen wäre *); die einschlägigen Gemmensind behandelt von Stephani, Compte-rendu1867 S. 102ff. Eine Reihe von Statuen, diealle denselben Typus repräsentieren, hat der-selbe a. a. 0. S. 101/2 zusammengestellt. Unterden bei Kekule S. 45 f. behandelten etruski-schen Werken ist von Interesse nur die dort ab-gebildete Urne mit einer bisher ganz allein da-stehenden Darstellung des Meleager vor Oineus und Althaia. Das Herrscherpaar sitzt auf einem 40Throne, zu beiden Seiten stehen zwei Jüng-linge, offenbar Brüder Althaias, der linke mittraurigem Ausdruck, der rechte den Griff seinesSchwertes fassend. Mit finsterer Miene, diegeballte Rechte gegen Meleager ausstreckend,sieht Oineus auf seinen Sohn, der ihn fest an-blickt, mit der Rechten einen Speer, auf derlinken Schulter den Kampfpreis, des EbersKopf, haltend; hinter ihm, wie eindringlichzu Oineus redend, streckt einer seiner Ge- 50führten die rechte Hand vor: er verteidigtden Helden. Links am Ende steht Atalantemit Doppelbeil, bekränzt, in einer Haltung,die ihre Erregung über den Vorgang ausdrückt.
*) Mir ist kein einziger Münztypus bekannt, dersicher den Meleager darstellt. Der „ Meleager attackingihe wild boar with a hunting-spear“ einer Münze von Apbro-disias bei Fox, Engr. of unpubl. or rare gr. coins 2 p. IGur. 97 PI. 5 ist, da die. Münzen dieser Stadt sieb vor-iviegend auf Aphrodite und ihren Kreis beziehen, wohl ^eher Adonis. Denselben Typus auf Münzen von Ephesos und Samos erklärt Head, Hist. num. p. 498 u. 518 als»Androklos the colonizer of Ephesus and Samos , spearingthe wild boar “. Gardner, The types of the greek coins ver-zeichnet zwar im Index p. 21G Meleager als Typus einerMünze der Aitoler, PI. 12, 38. In der Tafel 12 bei-gegebenen Beschreibung bezeichnet er die Darstellungaber einfach als „Aitolian warrtor leaning on hunting-spear Drexler.
Melerpanta
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Man kann hei der Darstellung im Zweifel sein,ob einer der Thestiaden schon ermordet istund Meleager sich also hier verantwortet, oderob die Scene das Urteil des Königs über denSiegespreis vorstellen soll; dürfte man beieinem solchen Werke auf Althaias HaltungGewicht legen, so würde ich das letztere an-nehmen. [Ernst Kuhnert .]
Meleia (Μ-ηλεία), Beiname der Aphrodite (ΑΦΡΟ · MHAGIA) auf einer Münze des Com-modus von Magnesia am Maiander. Die Göttinist dargestellt mit Scepter und Granatapfel 1. h.stehend, hinter ihr der geflügelte Eros mit er-hobenen Händen, Lobbeeke, Zeitschr. f. Num. 12(1885) p. 318 Taf. 13, 6 . Imhoof, Monn. gr. p. 292nr. 91, hier irrtümlich unter M. Aurel, was vonImhoof, Griech. Münzen p. 119 berichtigt wird.Hüberlin, Studien zur Aphrodite von Melos .Gott . 1889 p. 44 ff. hält diese Darstellung füreine, wenn auch nicht unmittelbare Replik derAphrodite von Milo und übersetzt μηλεία dem-entsprechend „Aphrodite von Melos “; ebensoMammon, Venus de Milo 1892 p. 109 „Venusdes Meliens“. Dagegen erklären Imhoof, Monn,gr. a. a. 0. und Furtwängler, Meisterwerke dergriech. Plastik p. 624 Anm. 2, dafs unter derhier dargestellten Aphrodite μηλεία nur Aphro-dite mit dem Apfel verstanden werden kann.Einige Münzen, auf denen Aphrodite den Apfelals Attribut führt, verzeichnet Haberlin p. 47;einige andere gieht v. Schlosser, Num. Zeitschr.25 (1894) p. 16 nr. 24; p. 19 nr. 34. [Drexler.]
Meleie (Μελείη), Tochter des Okeanos undGemahlin des Inachos, dem sie den Aigialeus(s. d.) gebar, = Melia (s. d.), Etym. M. 122,12.
[Höfer.]
Meleios (Μήλειος), Beiname des Herakles,dem man einst, als der für das Opfer be-stimmte Stier entflohen war, einen Apfelopferte, indem man vier Zweige unterlegte.So entstand von wohlfeilen Dingen das Sprich-wort: Μήλειος Ηρακλής, Suid. s. v. Append.prov. 3, 93. Zenob. 5, 22 (Μήλον 'Ηρακλής).Vgl. Melon. [Stoll.]
Meleos? (Μελεόςΐ), Pelasger, dem ein Ora-kel zu teil wurde, in dem es hiefs: πΰβα γήπατρϊς; Mnas. u. Dionys. Ohälc. b. Zenob. prov.5, 74 u. Leutsch z. d. St. Vgl. auch F. H. G.ed. Müller 3 , 157. 4,394 u. Strab. 225f. Ist dieserM. identisch mit Maleos (s. d.)? Vgl. auchLobeck, Aglaoph. p. 585 f. Anm. m. [Roscher.]
Melerpanta lautet auf einem wahrscheinlichaus Praeneste stammenden Spiegel die einerjugendlichen männlichen Figur beigegebeneInschrift (Abbildungen des Spiegels: Monum.d. inst. 6 Taf. 29 nr. la, dazu J. Roulez, Ledepart de BelMrophon in Annali d. inst. 31[1859] S. 135 ff. mit Nachtrag Miroir Bepolettiim Bullettino d. inst. 1860 S. 204f.; Mitschl,Priscae latinit. monum. epiejr., Supplem. enarra-tionis Sp. 102; Gerhard, JStrusk. Spiegel 4Taf. 333, dazu S. 76ff. ' Bellerophons Auszug';die Beischriften allein: Mitschl a. a. 0. Taf. 11 o,dazu Enarr. Sp. 16; C. I. L. 1 , 60; Fabretti,C. I. Ital , 2726 ter b [S. CCXL1V]; Garrucei,Sylloge inscr. lat. 537; G. I. L. 14, 4100). DasBild des Spiegels zeigt folgende Darstellung(s. nachstehende Abbildung nach Monum. d.
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