Band 
Zweiter Band, zweite Abteilung. Laas - Myton.
Seite
1795-1796
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1795 Laginitis

blume, wenngleich selbst noch Ilelbig, Führerdurch d. öffentl. Sammlungen klass. Altertümerin Born 1 p. 480 nr. 615 diese Deutung giebt.Über die zahlreichen Pflanzen, welche in Be-ziehung zu Hekate stehen, kann man ver-gleichen Murr, Die Pflanzenwelt in der griech.Myth. Register s. v. Hekate p. 292 f.

Die Verbindung von Mondsichel und Kala-thos findet sich auch an einem in Aquileia ge-fundenen Marmorkopf der Sammlung Millosicz,welchen ich unbedenklich für Hekate in An-spruch nehme. Gurlitt, ASM. 1 p. 14 nr. 17Taf. 3,1a. b beschreibt denselben wie folgt:Der Kopf, etwas nach 1. und vorn geneigt,ist von sinnendem Ausdruck. Am Haaransatzüber den Augen, deren Sterne angegeben sind,erscheinen zwei kurze Hörner. Das gewellteHaar ist in der Mitte gescheitelt, über dem-selben liegt eine wulstige Tlinie, welche nurvorn aus dem Schleier heraustritt, der dasganze Haupt verhüllt. Über dem Schleierlehnt sich eine Mondsichel an einen Modius,der oben glatt abgeschnitten ist. L. am Hinter-kopf ein breiter Ansatz; das Hinterhaupt istnicht ausgeführt. Gurlitt denkt p. 15 ver-mutungsweise an eine Darstellung der vorder-asiatischengrofsen Göttin. Aber alles sprichtfür Hekate. Der Schleier ist für sie schondurch das Beiwort UnctQotiQgÖsizvog (Bruch-mann p. 97) belegt, und Hörner lassen bei ihrvermuten Epitheta, wie ksqösoou {Bruchmannp. 97) und KZQccTÜmg, Pap. Paris , vs. 2548.

Auch der von Gurlitt p. 14 Anm. 1 Taf. 3, 2zumVergleich herheigezogene Kopf mit blumen-und blattwerkgeschmückter Binde imHaar, halb-mondgeziertem Kalathos, Klügeln, Trauben-gehängen,gewundenen, an Ammonshörnererinnernden Bildungen über den Schläfen undplastischem Nimbus ist möglicherweise der He-kate zuzusprechen. Die Trauben, auch sonstbei Hekate bezeugt {A. Petersen, AEM. 4 p. 169),mögen sie als oyrtvia charakterisieren, die Flü-gel, wenn nicht rein dekorative Verzierung (vgl.Heydemanns Besprechung von A. de Cculeneer,Les tetes ailees de Satyre, trouvees ä Angleur,Philol. Rundschau 3 Sp. 314), von dem Gor-gonenhaupt, welches sie bei Lucian, Philops. 22(s. oben s. v. Kyon) und dessen Schlangen sieauf einer Gemme bei Matter, Une excursiongnostique en Italic PI. 2, 6 im Haare führt, aufHekate übertragen sein; auch an eine letzteSpur der Vorstellung des Fliegens der Mond-göttin ( Roscher, Selene p. 36) könnte man viel-leicht dabei denken.

Als Hekate ist, beiläufig bemerkt, wohlauch das von Walther Müller, Eine Terracottader Göttinger Sammlung. Göttingen 1889 fürGorgo erklärte Frauenhaupt mit Kuhhörnern,Flügeln in den Haaren und dreifacher Blatt-kran zumrahmung zu deuten, für welches P(aul)Wfolters?), Wochenschr. f.kl. Phil. 1890 Sp.765f.die Deutung auf Selene oder Io-Selene vor-schlägt.

Das bei Imhoof, Gr. M. Taf. 10, 14 a ab-gebildete Stück scheint die Göttin, wie Im-hoof frageweise vermutet, mit einer Lampe inder R. darzustellen. Wenigstens zum Vergleichkann man anführen eine 8 englische Zoll hohe

Laginitis 179.6

Terracottalampe aus dem Temenos der DemeterIfora und des Pluton Epimachos von Knidos,abgebildet bei Newton, A hist, ofdiscov. PI. 84, 5und beschrieben 2, 2 p. 401 :It representsHekate attired lilce Artemis , in a chiton reachingto the knees, and buskins. On her right is ahound seated at her feet, looking up at the goädess.ün her left is a cylindrical plinth, on which Standsa small female figure, draped to the feet, to in-distinct to be clearly made out, but apparentlythe Aphrodite-Persephone already described. Ineither hand Hekate.holds up the spout of a lamp,· here substitucd for te two torches which are herusual Symbol. Her left arm rests on the smallfigure Standing at her side. At the back of thefigure is a hole, through which the oil requiredfor the lamp was poured. The head has beenbroken away. The figure stand on a squareplinth. The style of the modelling is of theRoman period.

Die Fackel, das Attribut der Hekate,· findetsich neben der Inschrift eines Hekatepriestersin den Stein gehauen, B. O.H. 11 p.28 nr. 41,und als selbständiger Münztypus auf den Münzenvon Stratonikeia entweder allein, lkfi.3,376,428,oder mit darauf stehendem Adler, Mi. 3,377,429.S. 536,479. 480. Mus.Sanclement. n. sei. 1 p.280.Auch der Altar kommt als selbständiger Typusder Münzen von Stratonikeia, und zwar zwischenzwei aufgepflanzten Fackeln vor, Eckhel, D.N.V.2 p. 590. Mi. 3, 377,434. S. 6, 536, 484. Leake,Num. Hell., As. Gr. p. 124 Suppl. p. 95.

Der eingestaltige Typus der Hekate tritthinter dem dreigestaltigen verhältnismäfsigzurück. Zu den oben Bd. 1 Sp. 19001903verzeichneten Beispielen kann man fügen eineMünze von Ephesos , Head, Jonia 104, 373,ferner eine Tetradrachme vonLampsakos, welcheim Rev. den Apollon und vor 'ihm ein kleinesBild der stehenden Hekate mit dem Kalathosauf dem Haupt und brennender Fackel in jederHand zeigt, Waddington, Voyage en Asie Min..au point de vue numismatique. Paris 1853 p. 74nr. 1 PI. 8, 7. Eine Stele von Kyzikos stelltsie dar stehend im langen Chiton mit kurzenÄrmeln und Mantel, in jeder Hand eine flam-mende Fackel, zu ihren Füfsen ein Jagdhund.Perrot, Explor. arch. de la Galatie et de la Bi-thynie. Paris 1872 PI. 4, 6 p. 8183 schwankt,ob er diese Figur Demeter oder Artemis oderHekate nennen soll, im Register führt er sieals Hekate auf. W. Froehner, Notice de lasculpt. ant. du musee nat. du Louvre 1 p. 120nr. 96 bezeichnet sie als Artemis Phosphorosund bemerkt (Anm. 1), dafs eine Terracotta-platte des Musee Patent eine ähnliche Dar-stellung zeigt, nur dafs hei dieser oben imFeld noch zwei Sterne wahrnehmbar sind.Etienne Michon , Groupes de la triple Hecateau Musee du Louvre, Ec. fr. de Rome. Mel.darch. et dhist. 12 1892 [p. 407-424] p. 408erkennt mit Recht Hekate . Eine kleine Giebel-statue aus Athen zeigt die Göttin sozusagenin einer Verdoppelung. Auf der einen Seitesieht man eine Göttin stehend, im langen Chi-ton und dem Diploidion, auf dem Haupte einenhohen, von breitem Schleier bedeckten Polos,in der einen Hand eine Schale, in der anderen