Band 
Zweiter Band, zweite Abteilung. Laas - Myton.
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1949-1950
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1949

Leron

Lesbierinnen

1950

Olenos oder aus Kalydon, Vater des Argo-nauten Palaimonios, der übrigens auch, weiler von schwachen Füfsen war, ein Sohn desHephaistos hiefs, also ein untergeschobenerSohn des Lernos, Ap. Rh. 1, 202. Orph. Arg.208. Hyg. f. 14 p. 43 Bunte T Bei Apollod. 1,9, 16 heilst der Argonaut Palaimon, Sohn desHephaistos oder Aitolos. 3) Ein Griechevor Troia, von Penthesileia erlegt, Quint. Sm.1, 228. 4) Vater des vor Troia von Paris erschossenen Kleodoros, den ihm Amphiale aufRhodos gebar, Quint.·Sm. 10, 213.221. [Stoll.]

leron (Λήρων), Heros Eponymos der InselLeron, wo er ein Heroon hatte, Strabo 4, 10p. 185. [Drexler.]

[Lerta (?) giebt Hyginus fab. 11 als Nameneiner Tochter der Niobe , fab. 69 nennt er stattihrer Theva. Έ. Bethe, Ramenta mythogr. imGenethliacon Gottingense p. 4143 vermutet,gestützt auf die Notiz des Hyginus fab. 69,Amphion habe die 7 Thore von Theben nachseinen Töchtern benannt, und auf Grund der An-gabe des Schol. zu Eurip. Phoen. 1129: επΗΧέκ-τραις πύΧαις . . . όί Sh άπ6ΗΧέκτρας f ιιάς τωνΛμφίονος θυγατέρων, dafs LERT Α aus [Η]ΛΕΚ-ΤΡΑ entstanden und THERA in ELE[CT]RA zuändern sei. [Drexler.]

Lesbierinnen, die sieben (Λί επτά Λεαβίδες),eine schon bei Homeros (1) und der travestieren-den älteren Komödie (2), dann in lesbischenLokalsagen bei dem eingeborenen MethymnäerMyrsilos und seinen Ausschreibern (35) auf-tretende Gruppe von Heroinen, die bald alsEponymen lesbischer Städte, bald als Musen,bald als Eignerinnen des später 'Haar derBerenike genannten Sternbildes erscheinenund einer älteren Volksschicht anzugehörenscheinen, als die aiolisch-acha'ische Besiede-lung darstellt.

1. Homeros nennt a) in einem älteren Teileder Ilias (I 128 ff. = 270 ff.) επτά γυναίκαςά uv μονά έργα Ιδυίας Λεαβίδας . . . αι κάΧΧειενικών φνΧα γυναικών. Als Achilleus vor Ilionzu Schiffe 12 Städte eroberte (Z328f.), d. h. aufTenedos eine (Λ625), die anderen 11 wahr-scheinlich gelegentlich seiner berühmten Unter-werfung von Lesbos [I 129. 271: Λ., ας, οτεΛέσβον έΰκτιμένην εΧεν αυτός ( ΆχιΧΧενς), εξε-Χόμην (Αγαμέμνων ); also in einer ähnlichenTrennung, wie auf der parallelen Eroberung ides Festlandes Ilion den 11 anderen unter-worfenen Städten gegenübersteht], da hatteAgamemnon als Oberfeldherr als γέρας ausder Beute sich diese 7 (oder mehr?) Lesbierin-nen Vorbehalten: darunter die lesbische Orts-eponyme (s. unt. 5) Chryse'is. Als er dann aufKalchas Geheifs diese ihrem Vater zurück-geben mufs (A 430487), nimmt er sich zumErsätze die lesbische Ortseponyme (s. unt. 1 c)Brisei's, die ursprünglich dem Achilleus selbst <zugefallen war, wie die Hekamede von Tenedosdem Nestor. Als Achilleus darauf sich zwarmit der Diomede (Z664f.), abermals einer Les-bierin, für den Verlust der Brisei's entschädigt,aber doch unversöhnlich sich vom Kriege zurück-zieht, bietet ihm Agamemnon zur Versöhnunganfeer einer peloponnesischen Heptapolis, zwan-zig troischen Weibern und vielem Gold und

Silber als Hauptsühngeschenk nicht blofs 'dieeine Jungfrau zurück, um deren Verlust ergrollt (Z638f. αΧΧηκτόν τε κακόν τε Όυμόν ...εί'νεκα κούρης\ oi'rjg [Brisefs]), sondern gleich'die sieben edelsten (weil wegen ihrer Schön-heit prämiierten) Jungfrauen, wie Aias sagt(I 639 f. νυν Sh τοι επτά παρίσχομεν εξοχάρίατας). Darunter ist, als eine der Sieben,Brisefs mit enthalten, da sie von Aias nicht) gesondert genannt wird. Fehlen kann sie aberunter den von Aias in Agamemnons Namenversprochenen Geschenken nicht, da Aias aus-drücklich als Abgesandter Agamemnons sprichtund also seine Aussage sich decken mufs mitdem Auftrag des Oberkönigs, der die Brisei'sepanaleptisch ausdrücklich hervorhebt (Z 128ff.£j270ff.: δώσω δ επτά γυναίκας ά. έ. I. Λεσβί-Sag, ας, οτε Λ. ε.ε. αν., εξεΧόμην, αϊ κ. ε. φ. γ.τάς μέν οί δώσω' μετά δ εσσεται, ήν ποτι απηνρων κούρη Βρισήος. Im Gesang I ist mit-hin Brisei's eine der επτά Λ. b) Im späterenGesang T sind die 7 Weiber nicht ausdrück-lich als Lesbierinnen bezeichnet; auch ist Bri-sei's nicht mit eingerechnet, sondern als 'achteausdrücklich bezeichnet (T 245: εκ δ ayov aiipaγυναίκας ά. ε. I. επτ , άτάρ όγδοάτην ΒριαηΐδακαΧΧιπάρηον). Diese gilt hier als in einer(anonymen) πόΧις Μύνητος (T 296) gefangen,ist verheiratet und verliert den Gatten durchi Achilleus . Dafs hier eine andere Vorstellungherrschend geworden ist, läfst sich vermutenaus B 689, wo im jungen Schiffskatalog Bri-sei's im festländischen Lyrnessos erbeutet wird(wie die Kyprien sie im festländischen Pedasosansetzen: fr. 15 Ki. aus Schol. Viel. II Π 57).Es liegt nabe, diese Wendung mit dem Übertrittder aiolischen Kolonisten von Lesbos aufs Fest-land um 700 zusammenzubringen, welche dieälteren Verhältnisse verwischte. c) DiesenWiderspruch zwischen I und (dem jüngeren) Thinsichtlich der Zugehörigkeit der Briseis zuden Sieben suchte die alte Gelehrsamkeit,statt ihn einfach zu konstatieren und zu er-klären, vielmehr aufzuheben; und zwar Ari-starchos (aus Hidymos: Ludwich , Aristarchshomer . Textkritik 1, 448) in den AristonikischenScholien durch künstliche Interpretation, Zeno-dotos durch gewaltsame Textänderung. Jenererklärte, von T ausgehend, im älteren Z131.273 das μετά sc. rag επτά Λ. εσσεται κούρηΒρισήος (Schol. Z130f. Kust. ebda. p.741, 4ff.),also '= aufser den Sieben, als Achte. Dieserdagegen las, um in Z 130 f. die richtige Er-klärung (Brisei's als eine der Sieben) einwand-frei zu machen, übereifrig statt εξεΧόμην 'ε|εΧόμην ( γυναίκας ) und änderte in T246 dasεπτ, άτάρ όγδοάτην κ. Βρ. in εξ, άτάρ εβδο-μάτην (Schol. ζ. d. St. und Α zu Ζ 271. 638).Seine Methode ist natürlich verwerflich (Dän-tzer, He Zenodoti studiis homericis p. 123. 200).Es hätte genügt, darauf hinzuweisen, dafs nurμετά Sh sc. ταΐαιν Ιασεται κ. Βρ. ergänzt zuwerden braucht (vgl. Ebeling - Capelle, Homer-lexikon s. v. μέτειμι, μετά 1 1, wo freilich Z 131.273 ebensowenig richtig erklärt ist, wie beiAmeis-Hentze). Aber ebenso verwerflich istAristarchs μετά sc. τάς (vgl. Ebeling-Capellea. a. 0.). Warum Zenodotos recht hatte, die