1955 Lesbos
Eponyme der gleichnamigen von Achilleus er-oberten Stadt (Serv. Verg. Aen. 9, 264; vgl.Heyne z. d. St. und den Exkurs 1* in 3, l 4p. 521 ed. Wagner). Sicher gelten als vonAchilleus erobert noch (4) Hiera oder Hiera-polis und (5) Pyrrha bei Diktys 2, 16 (nachder Fleckeisen, Jahrb. 17 1888, 829 f. gegebenenTextwiederherstellung), freilich ohne dafs zuihnen eponyme oder sonstige Heroinen über-liefert wären, die als eine der 7 gelten könnten.An sonstigen Namen, die als 6. und 7. in Vor-schlag gebracht werden könnten, ist keinMangel; aber sowohl Mytilene wie Issa, Antissa(Methymna) und Agamede sind als 'Makar(-eus)-töchter’ nicht geeignet, unter ’Makars Sklavin-nen’ zu erscheinen. So gilt in diesem Punktewenigstens noch das sein nequit, das Valcke-naer, Haupt ( Quaest. Catullian., Opusc. 1, 61),Bunte (zu Hygin , P. A. 2, 24 p. 67) und nochRobert ( Eratosth. reliq. Proll. 3) über Hyginsund des Germanicus - Scholiasten 'verstirnteLesbierinnen’ ausgesprochen haben; vgl. überdie ganze Frage Philol. N. F. 2 1889, 99—130.— 6. Die nuQ&ivoL £ zvxcu ovgavov bpoSicuzoibei Wessely, Ephesia grammata am Papyros-rollen, Inschriften, Gemmen etc. gesammelt 1886nr. 85 sind vielleicht eine letzte Erinnerungan die lesbische Siebenzahl. Das ovgavovkann auf die Verstirnung, bpodicuzoi, auf ihrgemeinsames wundersames Schicksal gehen;auch die Jungfräulichkeit stimmt, und wer zu' Musen ’ verwandelt werden konnte, kann eben-sogut im Volksaberglauben die Rolle von zv%iuerhalten oder — behauptet haben. Denn alsursprüngliche (eponyme) Stadtheroinen inufstensie ohnehin von je eine jede die Tv%r\ ihrerStadt gewesen sein. Unter diesem Gesichts-winkel scheint Crusius’ Änderung in mxv%ui( Wochenschr. für klass, Philol. 1888 S. 3 mitRücksicht auf Euripides Phoen. 48: ovgavovvaimv mzv%äg Zeus ), so sinnvoll sie ist, nichtnötig. [Die tzixq&svoi f zv%ca ovgavov biio-SCaizoi , über welche man auch Dieterich,Abraxas p. 105 f. vergleiche, sind nur aus derägyptischen Mythologie zu erklären. AufÄgypten weisen die Schlangenhäupter der-selben, ferner die vier Säulen des Himmels,welche sie bewachen, vgl. Brugsch , Bei. u.Myth. d. alt. Äg. p. 201 f. 208 f. Äuch dieSiebenzahl spielt in der ägyptischen Mytho-logie, ich erinnere nur an die 7 Hathoren,eine Rolle. Drexler.] [Tümpel.]
Lesbos ( Aseßog , 6), 1) Sohn des Lapithes(s. d.), eines Sohnes des Aiolos Hippotades, wan-derte infolge eines Orakelspruches in Lesbos ein, heiratete die Tochter des dort herrschen-den Makareus, Methymna , und gab der Inselnach sich den Namen, Diod. 5, 81; vgl. Steph.Byz. v. Algcovia. [Vgl. Tümpel, Philol. N. F.2, 123 ff. R.] — 2) Asoßog, Gemahlin desMakar (Makareus), der sich auf Lesbos nieder-gelassen, Schol. II. 24, 544. [Stoll.]Lesclianorios s. Leschenorios.Leschenorios (AsaxrjvoQiog), Beiname desApollon, unter dessen Schutze die lsG%aistanden, Hleanthes bei Harpokr. s. v. lze%ui.Phot. Suid. Cornut. de nat. deor. 32 p. 201
Lethe 1956
Osann; ein Monat Aze%av6gtog auf thessalischenInschriften, Heueey, Le mont Olympe Insc.p. 467. 469. 473. Mem. sur wne mission aumont Athos 123; vgl. Lölling, Sitzungsber. d.K. Preufs. Ak. d. Wiss. 1887, 571. Eick, Dieäial. Inschr. der Phthiotis bei Bezzenberger,Beiträge 6, 311. Bisehoff, De fastis Graec.antiqu. 319. 334. [Dragumis, negi lECjjrä v xcelzijg zv ’A&tfvcug ccvaxaXvcp&sia-ge , Mitt. d. K.D. A. Inst. Ath. Abt. 17, 1892 [p. 147—155]p. 152 f. Drexler.] [Höfer.]
LestoiTdes (Asazogiägs), einer der Freierder Penelope aus Dulichion, Apollod. frgm.Sabbait. f. 121a. Rhein . Mus. 46 (1891), 179,27. Papadopulos-Kerameus a. a. 0. vermutet,dafs NeczogiS-qg, Wagner, dafs Giezogt'äTjg zuschreiben sei. [Höfer.]
Leta . . . (leta . . . ), etruskischer Götter-name im Genitiv auf der Bronzeleber vonPiacenza , vielleicht zu letafsj oder lelafl] zuergänzen; s. lein&; vgl. Deecke, Etr. Fo. 4, 79(auch 38). [Deecke.]
Lethaia {Arföca'ct). Nach Ov. Met. 10, 68 ff.,wo es heifst, Orpheus sei über den Verlustseiner Gattin so entsetzt gewesen, wie qui[que] in se crimen traxit voluitque videri Ole-nos esse nocens, tuque, o confisa figurae,Infelix Lethaea, tuae, iunctissima quondamPectora, nunc lapides, quos umida sustinet Ide,scheint es, dafs Lethaia, die Gattin des Olenos,sich einer Göttin gegenüber ihrer Schönheitgerühmt und ihr Gemahl sich erboten habe,die jener zugedachte Strafe auf sich zu nehmen,dafs aber beide in Steine verwandelt wordenseien; vgl. Lactant. Placid. fab. 10, 1. [Höfer.]
Lethaios (Ari&uiog), Flufsgott. auf Münzendes L. Verus von Magnesia am Maiandros zu-sammen mit letzterem gelagert zu Füfsen desKultusbildes der Artemis Leukophryene (s. d.)dargestellt. Einen Flufs gleichen Namens gabes in Kreta und Thessalien; auch der Aa&covin Libyen kommt unter dem Namen Arj&aiogvor, s. Pape-Benseler, Wb. d. gr. Eigennamen2 p. 796. [Drexler.]
Letham (le&am), etruskischer Name einerGöttin auf einem Spiegel von Corneto (Tar-quinii) bei den Canonici Marzi, dessen leidersehr erloschene Zeichnung die Geburt der Mi-nerva dargestellt zu haben scheint, doch fehltSeeland (= Hcpaiazog ); s. Fahr., C. 1.1. Pr. Spl395. Derselbe Name kommt im Genitiv aufder Bronzeleber von Piacenza 5mal vor: le&ms,le&ns, abgekürzt le&am, le&n (2 mal) für *le-&ams; s. Deecke, Etr. Fo. 4, 38ff. — Bugge,Etr. Fo. u. St. 4, 227 ff. erklärt le&am =V'Eoxiav (V — Artikel); vgl. Deecke, Etr. St.5, 74. [Deecke.]
Lethe (Atf&rj), 1) die Vergessenheit (der Un-dank), eine Tochter der Eris , Hes. Theog. 227.Braun, Griech. Götterl. § 261. 262. Limburg -Brouwer, Hist. d. I. civilis, d. Grecs 5, 81. DieChariten nannte man Töchter der Lethe, Schol.II. 14, 276. Ein Altar der Lethe stand zuAthen in dem gemeinsamen Tempel der Athene und des Poseidon (Erechtheion), Plut. Qu. conv.9, 6, 1. [Ephesos : The coli, ojf anc. gr. inscr.in the Brit. Mus. Part. 3. Sect. 2 p. 221 nr. 600Z. 29. Drexler.] — 2) Quelle und Flufs derVer-
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