1957
Lethe
Letinno
1958
gessenheit in der Unterwelt. Aus ihm trankendie Verstorbenen nach ihrer Ankunft im HadesVergessen der irdischen Lebens, und auch dienach orphischer Lehre aus der Unterwelt wiederins irdische Leben Zurückkehrenden tilgten sichdie Erinnerung des Vergangenen durch einenTrunk aus der Lethe. Die Vorstellung vonder Lethe in der Unterwelt ist erst längereZeit nach Homer erdichtet und in den Volks-glauben übergegangen. Zuerst finden wir sie :erwähnt von Simonides (Epigr. 184 Berglc),Anth. Pal. 7, 25 (doch wird die Autorschaftdes Sim. angezweifelt) und Aristoph. Ban. 186;von einem dramatischen Dichter b. Plut. consol.ad Ap. o. 15. Plat. rep. 10 p. 621. Verg. Aen.6, 705. 715. LuJcian. de luctu § 2—9. Mort. D.13, 6. 23, 2. Ου. Ep. ex P. 2, 4, 23. Bei Schol.Od. 11, 51 und Eustath. p. 1672, 42 ist die Vor-stellung der späteren Zeit mit der des Homervermischt. — Das Wasser Lethe war auch in :der Höhle des Trophonios, sowie das derMnemosjne, Paus. 9, 39, 4. Auch im Bereichdes Schlafgottes spielt Lethe eine Rolle; vorder Grotte, in der er wohnt, fliefst ein ab-gezweigter Bach der Lethe, Ου. Met. 11, 603.ln Orph. Hymn. 84, 8 heifst er Bruder derLethe und des Thanatos. Vgl. Verg. Aen. 5,854. Georg. 1, ST. Kallim. in Hel. 234. [ Bolide,Psyche p. 290 Anm. 2. p. 670 Anm. 3. p. 677f.Anm. 5. Ettig, Acheruntica p. 310 Anm. 6. iDieterich, Nelcyia p. 86. 90ff. H. StephanusThes. Gr. L. s. v. Αή&η. De-Vit, Onom. 4p. 106 s. v. Lethe und Lethaeus. Albert JahnsAnmerkung 46 in seiner Ausgabe der Eelogaee Proclo de philosophia chaldaica. Halis Sax.1891 p. 21 f. Πρόκλου είς τον sv Πολιτεία τονΠλάτωνος μϋ&ον υπόμνημα in den Analectasacra et dass, spicilegio Solesmensi parata ed.Pitra 6, 2 p. 139—141 und in Anecdota variaGr. et Lat. edd. Schoell et Studemund 2 p. 12 lf. 4Drexler.] [Sehr durchsichtig ist Plut. Sympos. 1 ,5, 3 αλλά μοι δοκοϋσιν ούκ όρ&ως οι παλαιοίπαίδ a Λή&ης τον Αιύνυσον έδει γάρ πα-τέρα προοαγορεύειν: im Weine liegt Vergessen.Dionysos giebt ύπνον τε λήϋ-ην των κα&’ ημέ-ραν κακών; Eur. Bacch. 282, daher λα&ικη-■9-jjs Beiname des Dionysos, Kaibel, Epigr.1035, 5. Anth. Pal. Jä , 524. Ebenso sagtvom Schlafe Orestes c6 φίλον ύπνου &έλγη-τρον, επίκουρον νόσου . . ώ πότνια Αήϋ-η ετών κακών, ώς εΐ σοφή και τοΐβι δυστυχοϋσινευκταία &εός; vgl. Soph. bei Stob. Flor. 26, 3Αη&η'ν τε την απαντ άπεστερημένην, κωφήνανανδον. Ursprünglich scheint Lethe als Göttinin der Unterwelt thronend, wohl als πάρεδροςdes Hades gedacht zu sein, so heifst es beiApollod. Epit. Vat. 6, 3, der an dieser Stelle,wie Wagner, Gur. myth. 156 zu erweisen sucht,dem Panyassis folgt, Theseus und Peirithooshätten sich in der Unterwelt έν τω της Λη&ης β&ρόνω gesetzt; auch der Ausdruck Αή&ηςδόμοι ( Simonides a. a. 0. Tragiker bei Plut.Gons. ad Apoll. 15. Quint. Smyrn. 14, 167)scheint darauf hinzudeuten. — Die Vermutungvon Bangabe, Ath. Mitt. 7, 331, dafs bei Plut.Quaest. eonv. 9, 6, 1 ir o (i. e. in Erechtheo)και βωμός έστι Αή&ης ιδρυμένος nach Paus.
9, 35, 2 zu schreiben sei βωμός έστι Θαλλοϋς,
ist höchst unwahrscheinlich. In einem in-schriftlich erhaltenen Priesterverzeichnis ausEphesos , in welchem auf den im Genetivstehenden Namen der jeweiligen Gottheit derName des Priesters folgt, ergänzen Newton-Hicks, Anc. GreeJc inscr. in the Brit. Mus.3, 600 p. 221 Μν]εί’α(ς) . . Αη]&·ης ’Αλεξ. DieseErgänzung ist sehr ansprechend: die Zusammen-stellung von Μνεία (— Μνημοσύνη) und Αή&ηerinnert an die Ceremonien im Orakel desTrophonios, wo die Besucher das Λή&ης unddann das Μνημοσύνης ύδωρ trinken mufsten,Paus. 9, 39, 8 — entsprechend dem oben er-wähnten Λή&ης θρόνος gab es hier auch einen&ρόνος Μνημοσύνης , Paus. 9, 39, 13 — undan Plut. de ε l ap. Delph. 21: παρ’ ω (Απόλλωνά)μεν αι Μοΰσαι και ή Μνημοσύνη , παρ’ ω(Πλοντωνι) δε ή Αή&η καί η Σιωπή. Überdas Lethetrinken s. Creuzer, Symbolik 1, 3471'.,der eine Taf. 7, 3 abgebildete Gemme mit derDarstellung eines Totenschädels, über welchemein Schmetterling schwebt und neben demein Wasserkrug steht, hierauf bezieht, und
H. D. Müller, Ares 110. Höfer.] [Stoll.]
Lethms, Lethns, Lethn, s. Letham.
[Deecke.]
Lethos (Αή&ος) , ein Pelasger, Τευταμίδαςgenannt, Vater des Hippothoos und Pylaios,welche den Iliern aus Larisa Hülfsvölker zu-führen, im troischen Schiffskatalog Homers -,II. B 846. Wie Pylaios Eponymos des lesbi-schen Pylaion ist (Hellanilcos nach lesbischerLokaltradition bei Strabon 13, 621; vgl. Philol.N. P. 3 1890, 708 ff.), so wird Hippothoos eben-falls nach Lesbos gehören. Da ferner nachdemselben Hellanilcos (frg. la aus Dion. Hai.
I, 28 = frg. lb aus 1,18) diese aiolisehen Pe-lasger aus Thessalien stammten (vgl. auch diechiische Tradition über die thessalisch-chiischenPelasger bei Strabon a. a. 0.), so wird Τευτα-μΐδας als Sohn jenes Teutamias oder Τευτα-μίης zu verstehen sein, der bei Dion. Hai. 1, 28aus ίΤευταμίδης in dem hellanikischen Stemmader thessalischen Pelasger herzustellen ist(Philol. a. a. O. 713). Mithin ist L., wie dernach Tyrrhenien auswandernde Nanas, überseinen Vater Teutamias oder -es ein Enkel desAmyntor, des Sohnes Phrastors, den KönigPelasgos mit der Peneiostochter Menippe er-zeugt hatte. L. mufs eine Zwischenstation aufder Wanderung aus Thessalien nach Lesbos vertreten, entweder den thessalischen Αη&αΐος-flufs, oder, da BÜdliche Wanderung nach Boio-tien durch Ephoros (frg . 20 aus Strab. 9 p. 401.E. H. G. 1, 241) bezeugt ist, das Λη&αίον πε-δίον, das bei Lebadeia Theognis (1216) erwähnt;vgl. die Lokalisierung der Lethe am dortigenTrophoniosheiligtum (bei Pausanias 9, 39, 8).Kultthatsachen bestätigen diesen Zusammen-hang zwischen Lebadeia und Mytilene, in dessenBezirk das früh untergegangene und aufgesogeneLarisa mit Pylaion lag; vgl. Philol. a.a.0. 718ff.
[Tümpel.]
Letinno, topische Gottheit (ob männlichoder weiblich ist unsicher) auf einer Basis imMuseum zu Nimes : Letinnoni bfonae ?) opi-f(erae ?) imper(anti ?) poni Nemausenses,C. I. L. 12, 2990 add. Hirschfeld setzt die In-