2311 Manavat
MANAOBATO ’lord of the months’; indeed, ifwe derive BAI“0 from the Persian or Scythic. . . beg, ' lord or prince we shall have pre-cisely the corresponding term to tyrannus“.Th. Benfey, Einige Bemerkungen über die Götter-namen auf den indoskythisehen Münzen, ZDMG.8 1854 [p. 450—467] p. 463—465, welcherLassens Deutung für unwahrscheinlich erklärtund irrig die Mondsichel für Flügel hält, mit-hin in der Figur nichts findet, was entschiedenauf eine Mondgottheit hinweist, kommt zu demunwahrscheinlichen Resultat: „Deshalb erkläreich von mainjava „geistig“, Nebenform man-jäva, deren Nominat. Sing, javo, im griechi-schen Alphabet fehlt j und v, also MANAOBAPO = geistiger Segenspender, wahrschein-lich eine Personifikation der himmlischen Izedsüberhaupt oder Ormuzd, der höchste Gottselbst.“ Hoffmann, Auszüge aus syr. Aktenpers. Märtyrer (Abh. f. d. Kunde des Morgen-lands 7, 3) p. 148 setzt Manaobago „gleichManö vohü, wie ’Slgavoe im Avesta mehrmalsstatt Vohü Manö heifst“. In den vier Armenerkennt er ein Zeichen der hohen Macht desBahman, in dem Zweige oder Kranze dasBahmankraut. Den Halbmond erklärt erdaraus, „dafs Bahman als Patron des Viehesgalt, das Vieh aber von dem Monde gaocithrastammt“. Gegenüber allen diesen Erklärungenwird man sich mit Stein p. 12 dahin bescheiden, :dafs eine genügende Deutung des Wortes nochnicht gefunden ist. Dafür aber, dafs Manao-bago eine Mondgottheit ist, dürfte die Mond-sichel unbedingt sprechen. Vgl. Mao. [Drexler.]
Manavat s. Malachbelos.
Mandragoras (Marägayogag), 6 Z svg, Eesych.s. v. Der mystischen Pflanze Mandragoras, Al-raun, deren Wurzel eine menschenähnliche Ge-stalthaben sollte (av&QamofioQcpos), deren Genufseine betäubende und einschläfernde Wirkung -hatte (Eesych. Suid. Phot.), wurde eine ma-gische Kraft zugeschrieben, und man benutztesie zu mancherlei Zauber, zur Bereitung vonGifttrank und Liebestrank, wovon Aphrodite wohl ihren Namen MavSgayoging (Eesych . s. v.)erhalten haben mag, Lobeck, Agl. 2 p. 903.Buttmann, Mythol. 2 S. 241. [Vgl. vor allemJ. Grimm, Deutsche Mythol , 3 1153 ff. u. 376.Wuttke, Deutsch . Volksabergl. § 131. Kuhn,Die Eerabkunft des Feuers eie. 1 210. 219. 224. iBolide, Gr. Rom. 230, 1. Roscher.] [Stoll.]
Mandragoritis s. Mandragoras.
Mandres s. Mandrolytos.
Mandrolytos (Mavögolvzog) ist nach dervermutlich auf Eermesianax zurückgehendenErzählung des Parthenios rtsgl igeouxtov ua&rj-gäzcov c. 5 ( Erotici Script, ed. Eercher p. 7.Mythogr. Gr. ed. Westermann p. 156) Vater derLeukophryne, welche dem Leukippos, demSohne des Xanthios und Abkömmling des <Bellerophontes, der nach der Flucht aus seinerlykischen Heimat die von Admet in Pherai alsheiligen Lenz ausgesendeten Thessaler zuerstnach Kreta, dann ins Gebiet von Ephesos ge-führt und dort die Ortschaft Kggzivaiov ge-gründet hatte, ihre Vaterstadt (Mandrolytianach Plin. n. h. 7, 4, das spätere Magnesia)verräterisch übergiebt. Ein Sohn des Man-
Mandrolytos 2312
drolytos, Mandres, ist durch das Sprichwortταχύτερον o Μσ,νδρης Kggzivag άπεπέρα es be-kannt, zu dessen Erklärung bemerkt wird’Εφέβιοι Kggzivaq εν.ζησαντο τάς Μαγνητώναπεπέρασε δε σφιν Μάνδρης δ Μανδρολντονπαρ’ οίνον χαι μ,έ&ην χαι κυβείαν, Ps.-Plut.Prov. 57. Paroemiogr. Gr. 1 , 329. Für uns istMandrolytos nur insofern interessant, als erin die Geschichte der Ansiedlung der Mag-neten in Kleinasien verflochten ist. Doch wirddie von Parthenios gegebene Erzählung vonder Gründung des Leukippos sowohl υοώ. Bayet,Milet et le golfe latmique p. 140 als auch be-sonders von Kern, Die Gründungsgeschichtevon Magnesia am Maiandros. Berlin 1894. 4°p. 21 schon auf Grund der Ähnlichkeit mit derSage der Gründung von Kretinia auf Rhodos durch Althaimenes mit Recht bezweifelt. Wiedie Sage von der Einwanderung der Magnetenin Kleinasien unter Anführung des Leukipposvon den Magneten selbst in hellenistischer Zeitdargestellt wurde, wissen wir jetzt durch denvon Kern in der erwähnten Abhandlung publi-cierten 1892 an der Südwestecke der Agoravon Magnesia gefundenen Inschriftstein, wel-cher'wenigstens ein Bruchstück der Gründungs-geschichte der Stadt enthält. Diese Geschichte,deren Anfang leider nicht erhalten ist, erzählt,wie die Magneten auf Kreta das delphischeOrakel wegen der Rückkehr ins Vaterland be-fragen. Der Gott verheilst ein Zeichen, zögertaber dasselbe zu senden, und sie gründen unter-des die nach ihnen benannte Stadt zwischenGortyn und Phaistos. 80 Jahre nach der erstenBefragung erscheinen weifse Raben, die Vögeldes Apollon . Eine neue Gesandtschaft gehtnach Delphoi, um die Anfrage zu wiederholen.Der Gott antwortet, sie sollen eine anderenicht schlechtere als die thessalische Heimaterhalten. Wieder fragt eine Gesandtschaft an,wohin der Gott sie senden will und auf welcheWeise. Da anwortet Apollon : In das Land derPamphyler über den Berg Mykale hinaus, woauf der Warte eines vielgewundenen Stromesdas schätzereiche Haus des Mandrolytos stehe,werde sie führen der Mann, der bei der Thürdes Tempels stehe. Auf ihre Frage, wer undwoher der ihnen bestimmte Führer sei, ant-wortet der Gott: es sei ein Mann vom Ge-schlechte des Glaukos, der ihnen beim Ver-lassen des Tempels zuerst begegnen werde.Dem Spruche gemäfs treffen sie den Leukip-pos, erneuern mit ihm, der als Abkömmlingdes lykischen Glaukos sein Geschlecht vomthessalisehen Aiolos herleitet, die alte Stamm-verwandtschaft und teilen ihm den Willen desGottes mit. Leukippos ist bereit zu folgen,befragt aber seinerseits noch den Apollon über das Ziel des Zuges und erhält das Orakel(vs. 46 — 51):
Στέλλ’ επι Παμφΰ[Χοο]γ χό[λ]πον, Λεύκιππε,φέροπλον
λαόν a[y]cö μ Μάγνητα δμοανγγονον, ως ανΐκειαι
Θ\ώρ·η\χος σκόπελον κ\_αϊ\ ΆμαντΕον αίπνρέε&ρον
και [Μ]νχάλι JS δρος α’πύ άπιναντ[ί]ον ’Εν-δνμίων [og] ·