2313 Mandros
"Ev&u de M[u]v$qoIvzov dojiov ’olßiov ol-Kijoo[v6iv]
M]dyvy T [ £ P nol[(B6eiv tc\£qikti6vsooiv äyp-t[oi'].
Hier bricht leider die wichtige Urkunde ab.
[Drexler.]
Mandros (?), eine von Letronne, Observationsphilologiques et archeologiques sur l’etude desnoms propres grecs, Arm. d. Inst. 1845 [p. 251—346] p. 283—204 auf Grund des plirygischenStadtnaruens Mandropolis und zahlreicher mitMavägo- zusammengesetzter Personennamen(vgl. Fick, Griech. Personennamen 2 p. 194 f.),die räumlich vorwiegend Ionien, Karien unddem Grenzgebiet zwischen letzterer Landschaftund Phrygien, zeitlich hauptsächlich der Zeitvor Alexander dem Grofsen angehören, ange-nommene vorderasiatische Gottheit, deren Kul-tus in verhältnismäfsig früher Zeit in Abnahmegeraten sein mufs. Letronne vermutet p. 292,dafs der Name identisch sei mit dem des Flus-ses Maiandros, dafs letzterer den Namen deran seinen Ufern verehrten Gottheit angenom-men habe. A. Maury, Eist, des relig. de laGrece ant. 3 p. 113 nimmt Letronnes Hypothesean und hält Mandros für die ältere Form desNamens des Flufsgottes Maiandros. Perrot,Exploration arch. de la Galatie et de la Bi-thynie p. 336 (vgl. p. 334) findet die Existenzdes Gottes Mandros durch Letronne zwar nichtstreng bewiesen, doch sehr wahrscheinlichgemacht. Dagegen bezweifelt die Richtigkeitvon Letronnes Schlufs auf einen Gott MandrosO.Kem, Die Gründungssage von Magnesia amMaiandros p. 12 Anm. 5. Einen Zusammen-hang zwischen dem Gotte Mandros und derZauberpflanze Mandragora nimmt an Perrotp. 334. Letronne p. 290 leitet den Namen der-selben ab von einem Arzte Mandragoras, derihre medizinischen Kräfte zuerst entdeckt habe.
[Drexler.]
Mandulis (MavSovhg: Puchstein oder Mav-SovLg: Frans und andere). In Äthiopien , be-sonders in Talmis (Kalabsche), wurde einSonnengott verehrt, dessen Namen die ägyp-tischen Inschriften sehr verschieden wieder-geben, s. Lanzone, Diz. di mitol. egiz. p. 300s. v. Mernl und Brugsch , Zeitschr. f. äg. Spr.1887 p. 28 u. 78. Letzterer führt an die Schrei-bungen Mr-u-1, M-r-i-1, M(i)-u-t-l, Mnr-u-i-1,Mnr-t-u-1, Mn-tu-1 und vermutet (p.78. 79), dafsdas Wort zusammengesetzt ist aus ma, niauLöwe und t'-u-l „grofs seiend“, mithin der„grofse Löwe“ bedeutet. Die griechischen In-schriften (O. I. Gr. 5039. 42. 44 — 47. 50 — 54.57—60. 65. 66. 70) nennen ihn beständig Mav-d'ovhg. Die Form MavSovhoe, welche Franzin nr. 5043 zu finden meint, beruht auf irrigerErgänzung von ... AI® zu Muv8ov\\ia>. Besserwird man das Wort zu 'Hlico ergänzen.
Der Gott bildete in Talmis eine Triade mitHoros und Isis, in Debud mit Seb und Nut,Pierret, Dict. d’arch. egypt. p. 316 s. v. Maloul.lanzone p. 301. ln den hieroglyphischen Textenwird er bezeichnet als der „grofse Gott, wel-cher wohnt in Du Hat (dem Berge der weifsenStadt)“, als „Menruil, der Sohn des Horos, dergrofse Gott, der Herr von Tarmis, das grofse
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Bildnis in den Gegenden des Westens“, als„Menrul, der grofse Gott, der Herr von Tal-mis, der schöne Knabe, erzeugt von dem Sohneder Isis (Horos)“, Lanzone p. 301. Die grie-chischen Inschriften bezeichnen ihn häufig alsκύριος, O. I. Gr. 5046. 47. 53. 57. 59. 60. [70?],Usos μύγας, 5066, Ό·εός μέγιστος, 5042. 43. 44.[45?]. 50. 51. 58. 65. Nicht völlig gesichertsind die Beinamen ηδύφωνος und νιριατος, dieman in 5070 zu erkennen glaubt. GröfseresInteresse beanspruchen die Anrufungen einigerin barbarischem Griechisch abgefafster Hymnen.In dem einen ( C. I, Gr. 5039. Kgibel, Epigr.Gr. 1023. Lepsius, Denlcm. aus Äg. u. Ath. 6Tab.97 Gr.432. Puchstein, Epigr. Gr. in Aegyptoreperta p. 69—71 nr. 34 A. Mahaffy, Bull, decorr. hell. 18, 1894 p. 152 nr. 3 und Sayce u.H. Weil, Bev. des etudes grecques 7, 1894p. 292 — 294 nr. 3) wird er angerufen: Xgv-αοχέλ(υ) Παιάν Μανδονλι, ’Αϋ'ην&ς αγάπη μαεΐ λίαν έπία(η)μος, Λατονς γονή, χρηαμ(ω)δε,1ι>ροΗτ('!5)π[ε], ή [π]ιε ’ΆποΙλ(ον) und weiterhinbezeichnet als προκα&ήγημα (Z. 5) und Αιόςτέκος (Z. 7). Ein zweiter Lobgesang ( Lepsius 6Tab. 97 Gr. 451. Buchstein p. 71—73 nr. 34 B)redet ihn an: Άκτινοβόλε δέσποτα, Μανδονλι,Τιτάν, Μακαρεν. Der Verfasser des Hymnuserzählt, dafs sich ihm, der wissen wollte, obder Gott der Helios sei, nach vorangegangenerEntsühnung, Reinigung und Darbringung einesOpfers Mandulis (in der Frühe) gezeigt habe imgoldenen Nachen das Himmelsgewölbe durch-segelnd. In einem dritten Hymnus ( Lepsius 6Tab. 97 Gr. 455. Puclistein p. 73—74 nr. 34 C)meldet der Verfasser, dafs er den von ihm mitΦαί[διμε "Απολλ]ον angeredeten Mandulis, alsdieser des Morgens sein Heiligtum betrat, er-kannt hat als ήλιον τον παντεπόπτην δεσπό-την, απάντων βασιλέα, αιώνα παντοκράτοραςund er preist glücklich das heilige Talmis,welches liebt der Helios Mandulis. In einemakrostichisehen Hymnus (s. Mahaffy und Bwry,Bull, de Corr. hell. 18,1894 p. 149 — 151 nr. 1 undp. 154—157, Sayce und H. Weil, Bev. des etudesgrec. 7,1894 p. 284—291 nr. 1. Bolide,Philol. 1895,llff.) erzählt der Decurio Maximos, wie er sichniedergelegt hat, um eine Traumerscheinungzu erhalten, und fährt dann fort vs. 23 ff.:Λάμπρος τότε Μανδονλις έβη μέγας απ’Όλυμπον
&έλγων βαρβαρικήν λέ&,ιν άπ Αί&ιόπων,και γλυκερήν έ'απεναεν εφ’ Ελλάδα μούσανάεΐσαι,
(λαμπρά παρεΐαφέρων και δεξιός”ΐσιδι βαίνων,'Ρωμαίων μεγέ&ει ΔΟΤΑΝ ( Weil u. Bolide:
■9·’ ο[Γ]’ άν) άγαλλόμενος,μαντικά πν&ιόων άτε δή &εός Ο[ν^λνμποιο)ώς βίος άν&ρωποις προορώμενος εκ αέ&εναύχεΐ,Τ
ώς ήμαρ και ννί, σε σέβεί' ΙΙραι δ αμα π&ααι. και καλέουσί σε Βρει& (Bolide: Σεβρει&) καιΜανδοϋλιν συνομαίμονς,αατρα &εών, 'έν σήμα (Bohde ένσημα), κατ’ουρανόν άντέλλοντα.
Και τάδε αοι στείχο[ντα χ]κ[ράσ]σεΐί< μ’ αυτόςελεξας,
και σοφά γράμματα πάσιν α&ωπεΰτως εσο-ράα^αι.
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