2315 Mandylas
Zu ys. 31 bemerkt Weil (p. 288): „Breith 'etMandoulis sont-ils freres, comme le supposeSayce, ou Breith n’est-elle pas plutbt la deesseidentifiee avec Isis, comme semble Vindiquer lev. 26?“ Bin fünftes nur lückenhaft erhaltenesGedicht (Bull, de corr. hell. 18 p. 151 —152nr. 2. Bev. des et. gr. 7 p. 291. 292 nr. 2),worin Mandulis angefleht wird, den Herodesglücklich in seine Heimat gelangen zu lassen,ruft ihn an ähnlich wie das erste %vQoyC\xvitsrjysxct Movaäv (vs. 2) und Albs t£m[os (vs. 8).
Der Bau des Mandulistempels von Talmisist nach Puchstein p. 67 zur Römerzeit be-gonnen, doch nie ganz vollendet worden. Diehieroglvphischen Inschriften nennen von Kaiser-namen nur den des Augustus. Abbildungenstellen den Trajan opfernd dar. Die zahl-reichen griechischen Proskynemata von Sol-daten fallen in die Jahre 81—248 n. Chr. Spä-ter wurde das Heiligtum in eine christlicheKirche umgewandelt und dem Märtyrer Arche-laos geweiht, Sayce, Bev. des et. gr. 7 p. 294f.nr. 5. Abbildungen des Gottes s. bei LanzoneTav. 122. 123 p. 301 — 304. [Drexler.]
Mandylas (MavSvlag), ein Hirt zu Dodona ,von welchem das Schol. zu Odyssee 14, 327folgende Sage erzählt: „Ein Hirt, welcher dieSchafe an den Sümpfen von Dodona weidete,raubte das schönste Schaf seines Nachbars,schlofs es in seinen Stall ein und hielt es ver-steckt. Darauf soll der Besitzer bei den Hirtendas Schaf gesucht und, da er es nicht ge-funden, den Gott gefragt haben, wer der Diebsei. Da, sagt man, habe die Eiche zum erstenMal einen Laut von sich gegeben und gesagt,dafs es der jüngste von den Hirten sei, undda jener das Orakel erprobte, fand er seinSchaf bei dem Hirten, der am letzten einge-treten war, mit Namen Mandylas. Dieser sollnun aus Zorn die Eiche haben umhauen wollen,aber eine Taube, die aus dem Baumstammehervorkam, habe ihm verboten, dies zu thun.Aber schon der Versuch hatte die Epiroten soerzürnt, dafs sie ihn zur Rechenschaft zogen“,Gerlach, Dodona. Basel 1859 p. 30 Anm. 1.II. F. Perthes, Die Peleiaden zu Dodona. Mörs 1869. 4° p. 37 f. Carapanos , Dodone et sesruines. Paris 1878. 4° p. 165 Anm. 1. Will-kürlich will letzterer p. 186 PI. 14 nr. 2 undnach ihm de Witte, Bull, de la soc. nat. desantiquaires de France 1878 p. 110 nr. 6 denMandylas erkennen in einer nach dem Stil ins4. oder 5. vorchristliche Jahrhundert gehörigenBronzestatuette von Dodona . Dieselbe stelltdar einen nackten Mann mit einem über die1. Schulter geworfenen Tierfell. In der R. Jiälter einen Stock oder eine Art Keule. Von derKopfbedeckung, wahrscheinlich dem Petasos,ist nur noch der Nagel erhalten, welcher zurBefestigung derselben auf dem Haupte diente.
[Drexler.]
Maneros (Mavsgmg) war nach der Traditionder Ägypter der einzige Sohn ihres erstenKönigs, auf dessen frühen Tod eine schwer-mütige Weise nach Art des Linosgesanges sichbezog (Herod. 2, 79. Paus. 9, 29, 7. Nymph . b.Athen . 14 p. 620 A. Klearch. b. Hesych. s. v.Poll. 4, 54. Suid. s. v.). Wie man den Namen
Manes (Name) 2316
des Linos (s. d.) auf das semitische ai lenu d. k.wehe uns (griech. ailivov ) zurückführt, so suchtman den Namen Maneros aus dem ägyptischenmäft-ne-hra d. h. kehre wieder, dem Refrainder Klage der Isis um Osiris , zu erklären.(Vgl. Movers, Phon. 1, 244 ff. Brugsch , DieAdonisklage und das Linoslied. Berlin 1852.Preller-Bobert, Gr. Myth. 1, 461 [und vor allemjetzt Wiedemann, Herodots 2. Bach S. 333f.S. auch Brugsch , Bel. u. Mythol. d. alt. Ägypter13 f. Gruppe, Die griech. Culte u. Mythen 1,543 f,Mannharät, Myth. Forsch. 1, 16 ff. 55. Frazcr,The golden bough 1, 364 u. d. Art. Linos u.Lityerses. R.] [Schirmer.]
Manes (Μάνης, hei Steph. Byz. Μανής), phry-gischer Stammheros, Vater des Atys, Kotys,nach dessen Sohne Asias Asien benannt seinsoll (Herod. 1,94. 4,45), und des Akmon (Steph,Byz. v. ’Augovia). Nach Dion, Hdlic. 1, 27 warManes ein Sohn des Zeus und der Ge, Gemahlder Kallirhoe, die ihm den Kotys, den Vaterder Asie und des Atys, gehar. [Vgl. Th. Menke,Lydiaca p. 24. A. Maury, Hist. d. relig. de laGrece ant. 3 p. 73 Anm. 3. Perrot, Hist, de l’artäans l’ant. 5 p. 243 u. Anm. 2. Bamsay, Mitt.d. K. D. A. I. in Athen 8 1883 p. 72 f. NachManes benannt sind die Ortschaften Μανήοιονund Manegordum, wie nach seineribeiden SöhnenAkmon und Doias ’Ακμόνεια und das Αοιάν-xlov πεδίον, P. Hirsch, Phrygiae de nominibusoppidorum. Regim. Bor. 1884 p. 29. Perrot 5p. 31 Anm. 2. Den Namen des Gottes, derauch häufig von Sterblichen geführt wird —bekanntlich war Manes ein beliebter Sklaven-name in Athen — leitet Letronne, Mim. surl’utilite qu’on peut retirer de l’etucle des nomspropres grecs pour l’hist. et Varch., Mein, del’Inst. Nat. de France. Ae. des Inscr. et B.-L.19 1851 [p. 1—139] p. 30 ab von Μήν. Perrot6 p. 31 Anm. 2 findet darin eine Nebenformfür Men. Auch Bescher, Ber. d. K. S. Ges. d.Wiss. 1891 p. 130 identificiert frageweise Manesmit Men. Bamsay, Journ. of hell. stud. 4 1883p. 31 u. p. 421 Anm. 3, sowie 10 1889 p. 230sieht in Manes die einheimische Form desNamens des Gottes Men. Letzterer sei nurdurch eine irrige Volksetymologie mit demgriechischen Worte μήν identificiert worden.In einer Inschrift von Oturak (Bamsay, Journ,of hell. stud. 4 1883 p. 419 ff. nr. 33) erscheinteine Gottheit Μάνης Αάης ’ΗΙιόδροαος Ζεύς.Darnach ist Manes offenbar der Hauptgottjener Gegend, welcher mit dem griechischenZeus identificiert wurde. Drexler.] [Schirmer.lMänes, nach römischer Bezeichnung die ab-geschiedenen Geister der Verstorbenen.
I. Name und Bedeutung.
Der Name Manes bezeichnet die Toten als„die Guten, die Lichten“, da das altlateinischemänus durch bonus (Garm. Sal. hei Paul. Diac.S. 122 s. v. Matrem Matutam; S. 125 s. v. Maneund S. 159 s. v. Manare. Fest. S. 146, 20 und158, 30. Varro de l. I. 6, (4) 2 S. 187 Spengel.Macrob. Sat. 1, 3, 13. Serv. Verg. Aen. 1, 139.2, 268. 3, 63; vgl. Plut. Quaest. Bom. 52) oderclarus (Non. Marc. S. 66 oder 47 Gerl. u. Both.Isidor, orig. 5, 30, 14) erklärt und an vielen
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