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Der Bestand an Überlieferung ist der fol-gende: Manto wird nach dem Falle Thebensinfolge eines Gelübdes der Sieger, das schönsteStück der Beute dem delphischen Apollon zuweihen, nach Delphi gesandt, Apollod. 3, 85 W.Paus. 7, 3, 1 (zusammen mit ihrem Vater, derunterwegs in Haliartos stirbt, Paus. 9, 33, 1);vgl. auch οΐτην Θηβαΐδα γεγραφότις, Schol. Ap.Bhod. 1,308, sowie Diodor 4, 66, 5f., wo sie in-dessen Daphne heifst, wohl weil sie hier völligals Typus der delphischen Brprophetin undSibylle geschildert ist, vgl. Ααφνίς bei Paus.10, 5, 5. Auch das Ende des Teiresias in Ha-liartos erscheint bei 1Diodor in anderem Zu-sammenhänge ( Klaros 174). Von Delphi aussendet sie der Gott nach lonien, wo sie (wiees scheint, nach einer Episode in Lesbos ,Steph.Byz. s. v. Malensu. Schol. Patm. Thuleyd.3, 3 [in der Bevue de phüol. 1877 185]) dieStifterin von Klaros wird. Ihr Mann, den siedort nach dem Orakel findet (γαμεΐσ&αι ώ ανσυνάντηση, Schol. Ap. Bh. 1 , 308), ist der KreterRhakios oder Lakios aus dem kretischen (Otfr.Müller, Proll. 138) Mykenai (Paus, an den an-geführten Stellen; οι την Θηβαΐδα γεγραφότεςnach Schol. Ap. Bh. mit der Verbesserung vonBethe, Gen. Gotting. 171). Ihr Sohn, entwedervon Apollon (Apollod. epit. Vat. und Sabb. 6, 3p. 214 in Wagners Apd. Strab. 675, vgl. 442 u. 642.Konon 6. Giern. Alex. Strom, vol. 2 p. 109 Bind .;als Apollons Geliebte setzt Manto auch StatiusTheb. 7, 758 voraus) oder von Rhakios (Paus.7, 3, lf.; 9, 33, 2. Schol. Ap. Bli. 1 , 308), istder Seher Mopsos (vgl. auch Philosteph. Ath.7, 297 f., wo Lakios indessen nicht als Vaterdes Mopsos erscheint, sondern von ihm ab-hängig; dagegen heifst Pamphyle bei Theo-pomp fr. 111 eine Tochter des Mopsos, Schol.Dion. Per. 850 seine Frau, bei Steph. Byz.s. v. Παμφνλία wieder eine Tochter der Mantound des Rhakios.). Mopsos ist bekannt durchden Rätselwettkampf mit dem nach TroiasZerstörung nach Kolophon gelangten Kalchas,sowie durch die Verflechtung seiner Person insüdasiatische κτίσεις (worüber ausführlichTheopomp im Buch 12 gehandelt zu habenscheint; vgl. fr. 111 ff. [_F. JJ. G. 1, 295ff.]).Siehe den Artikel 'Mopsos’, sowie 'Kalchas’ob. Bd. 2 Sp. 922. Abweichend erscheint Schol.Nile. Ther. 958 Manto nicht in der Begleitungdes Rhakios, sondern eines gewissen Zograios,wofür es Schol. Alexiph. 11 heifst συν τω άνδρΐΒακχιάδη. Beide Namen mit Bethe (Genethl.Gotting. 171) durch Rhakios zu ersetzen istebenso gewaltsam, wie mit Vciri, dem neuenHerausgeber der Göttinger Nikanderscholien(1891 p. 18), Βακχιάδη in Βραγχίδη zu ändern;vgl. Klaros 137ff. (Bethe, Theb. Heldenl, 120),wo vermutet ist, dafs die Version bei Nilcanderselbst im urspr. Proömium der Alexiph. ge-standen hat. Vereinzelt ist die Sage, Mantosei fugiens victores Thebanorum Epigonos nachAsien gelangt und habe Klaros, dagegen Mop-sos, ihr Sohn, Kolophon gegründet, Pomp.Mela 1, 17. Dagegen findet sich noch mehr-fach in der bereits aufgeführten Tradition dergemeinsame,.Zug, Mantos Person in eine ety-mologische Ätiologie von Klaros zu verflechten,
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indem der Ort von ihren Thränen ( κλαειν ) sobenannt sei, Schol. Ap. Bh. 1 , 308 (δνα&νμή-σασα δια την τής πατρίδος αόρ&ησιν und Isys-ται και κρήνην άναβλΰααι άπό των δακρύωνΜαντονς κατά Κλάραν)·, Schol. Nik. Ther. 958und Alexiph. 11 (wo aber abweichend vonSchol. Ap. Bh.: διά τήν ερημιάν).
Mopsos und eine priesterliche Prophetingehören gewifs zum Urbestande der klarischenTempellegende, Manto insonderheit als dieletztere scheint die Graecisierung des vorder-asiatischen Sibyllentypus: sie ist gewifs ur-sprünglich nichts als die klarisch-kolopho-nische Sibylle, deren Vorhandensein die Δάμ-ποναα des Suidas 2, 740 Beruh, bezeugt: beider Übertragung und Ausdichtung des theba-nischen Sagenstoffes in Asien erhielt dieseden Namen der Thebanerin Manto (wie Mantoαπόγονος Τειρεσίαν vereinzelt bei Suidas ει. a. 0. als thessalische Sibylle erscheint);vgl. Klaros 144. 175.
Ebendort ist der Versuch gemacht, die durchManto-Rhakios bezeichnete Version der Kolo-φώνος κτίσις des Xenophanes zuzuweisen (145)und als letzten Ursprung der Ableitung „Kla-ros von Mantos Thränen“ die Lyde des Anti-machos zu vermuten (136). Trotz Bethes Ein-wendungen (37. 118 ff.) wird ferner an demResultate festzuhalten sein, dafs die JcyJcl.Epigonen Mantos Sendung nach Klaros nichtenthielten, sondern mit der Weihung derPriesterin in Delphi schlossen. Das scheinbargegenteilige Zeugnis of τήν Θηβαΐδα γεγρα-φότες im Schol. Ap. Bh. 1 , 308 hatte schonWelcher, Cykl. I 8 , 194 (2 2 , 403. 559) richtig be-seitigt: Θηβαΐς heifst hier die thebanischeArchäologie (z. B. des Lysimachos, Aristodemosu. a.). Gewifs ist dagegen, im Zusammenhangmit dem Seherwettkampf zwischen Kalchasund Mopsos, Manto in den Kosten und in derMelampodie vorgekommen ( Klaros 160ff.), be-sonders das letzte Gedicht scheint mit derMantoepisode seine Prophetengeschichten vonEuropa nach Asien hinübergeleitet zu haben(169). Von der epischen Litteratur kommtendlich noch die Alhnaeonis in Betracht, diegleichsam die Nosten des tbebanischen Sagen-kreises gebildet zu haben scheint. Hier scheintAlkmaion mit jener anderen Manto, der Tochterdes Polyeidos (vgl. ob. 1), verbunden gewesen zusein und mit ihr den (jüngeren) Amphilochos ge-zeugt zu haben. In diesen Zusammenhang istKlaros 188 auch versucht, die bei Nikander er-scheinende Manto einzureihen, die dadurch,dafs ihr Mann ein Bakchiade heifst, der korinthi-schen Sphäre zugewiesen wird, wie auch ihrVater in Korinth heimisch ist. Auf diesemZusammenhang mufs Euripides ’ korinthischerATkmeon aufgebaut gewesen sein, wobei dannfreilich Apollodor 3, 94 (p. 133 W) mit εκ Μαν-τονς Τειρεσίαν im Irrtum wäre. ·— Völligim Dunkel liegt endlich die Verflechtung derTradition über Manto in italische Origines.Hier erscheint Manto als eponyme Heroinevon Mantua , Verg. Aen. 10, 199. Der Stifterder Stadt war ihr und des Tibergottes SohnOcnus (Aucnus), oder Bianor, dessen sepulcrumEcl, 9, 59 erwähnt ist. Vgl. die Scholien zu
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