2329 Mantuona
den Stellen, -wonach sie post paPris interitum nachItalien kam, von einigen aber für eine Tochter desHercules erklärt ward. Siehe Schultz ob. Bd. 1Sp. 785 und Steuding Sp. 728. [Immisch.]
Mantuona s. Mania (röm.).
Manturna s. Indigitamenta.
Mantus, etruskische Bezeichnung des VatersDis, von der einige den Namen der angeblichvon Tarcha, dem Bruder des Tyrrhenos, ge-crriindeten Stadt Mantua herleiteten (Serv. Verg.Aen. 10,198). 0 . Müller {Etrusk . 2 S. 102 derneuen Bearb. v. Deeclce; vgl. S. 61 u. 98) be-schreibt ihn mit Zugrundelegung von Inghi-rami, Mon. Etr. Ser. 1 t. 7. 8. 17. 27. 28. 29.32. 35. 38; also: M. kommt häufig auf etrus-kischen Totenkisten vor in dem Geschäft, einenToten abzuholen, der gewöhnlich verhüllt istund zu Pferde sitzt; er selbst hat die Gestalteines vierschrötigen Mannes mit wilden Ge-sichtsziigen und Satyrohren, gewöhnlich ge-flügelt, in einer hochgeschürzten Tunica, bis-weilen mit einem Schwerte, fast immer miteinem grofsen Hammer bewaffnet. Den Namenerklärt Pott in Kuhns Zeitschr. 8, 185 f. ausManes und tueri als Totenwächter (vgl. Preller,Röm. Myth. S. 460). [Schirmer.]
Deus Manus Draconis. G. I. L. 8, 9326(Altar; Scherschel d. i. Caesarea in Maure-tania Caesariensis): deo Manu | Draconis \ M.Innius | Asclepia\des | v. s. I. a. Dazu vgl.Ephem. epigr. 2 S. 331 nr. 493 (Scupi in Moesiasuperior ): Jovi . et. Iuno\n . [ef] Dracco\n . et.Dracce\nae . et . Ale\xandro . u. s. w. mit Momm-sens Anmerkung: 'Alexandrum significari prae-stigiatorem illum Abonitichitam confirmat dracoei adiunctus: cf. Lucianus pseudom. 7. 13. 15.Is draco est Glyco deus . . . quem . . . subforma serpentis cum capite humano exhibentnummi Aboniticheos (Eckhel 2, 383). Dra-caenae alibi mentio non fit.’ [Vielleicht istManus ein bildlicher Ausdruck für die Machtder Gottheit, s. Dilthey, AEM. 2 p. 51 f.,wie denn in den semitischen Sprachen ,,Hand“ein ganz gewöhnlicher Ausdruck für den Be-griff der Macht ist, Dilthey a. a. 0. 2. p. 51 f.Conder, Jewish Superstitions, Palestine Explo-ration Fund . Quarterly Statement for 1882p. 146 bemerkt: ’The „Hand of Might“.is a mark found commonly on Jewish (andsometimes on Moslem) houses, often elaboratelysculptured. It brings good luck to the house.The mediaeval talisman, called „the hand ofglory“, has no doubt a common origin ... InIndia the hand is the Symbol of Siva . . .“,vgl. auch Goldziher , Zeitschr. d. ätsch. Palästina-Vereins 9, 1886 p. 79—80. Auf den punischenVotivsäulen ist die Hand eins der häufigstenSymbole. Ein babylonischer Cylinder zeigt einekolossale Hand auf einem üntersatz, umgebenvon einer Anzahl Personen in anbetender Stel-lung, Dilthey a.. a. 0. p. 61. Leicht möglich,dafs deus Manus Draconis die wörtliche Über-setzung eines einheimischen Göttertitels ist.Sind doch in Nordafriba uns auffällige Bezeich-nungen der Gottheit nichts Ungewöhnliches.Ich erinnere nur an den Beinamen Pene Baal„Antlitz des Baal“ der Tanit. Drexler.]
[R. Peter.]
Mao 2330
Mao oder Mali (?) (MAo), der iranische Mond-gott, kommt häufig, und zwar immer stehend,mit der Mondsichel an den Schultern, begleitetvon der Beischrift MAo, auf' den Münzen derTurushkakönige Kanerki (Kanishka ) und Ooerki(Huvishka) vor. Die Goldmünzen des ersteren,mit dem opfernden König im Obv., zeigen ihn1. h. mit dem Diadem, im Chiton und Hima-tion, die R. vorgestreckt, in der L. ein langesScepter mit Binde, ein Schwert an der Seite( Gardner, The coins of the greek and scythicIcings of Baetria and India in the Brit. Mus.p. 131 nr. 17 PI. 26, 9. v. Sollet, Die NachfolgerAlexanders des Grofsen in Baktrien u. Indien p. 196. Lassen, Ind. Altertumskunde 2 p. 837Anm. 2 nr. 4. Wilson, Ariana ant. p. 365 nr. 3PI. 12, 1), welches zuweilen wegbleibt ( Gardnerp. 131 nr. 18). Nach v. Sallet p. 196 erscheinter auch in der ausgestreckten L. Blätter (?),in der R. eine Peitsche (?) haltend. Die Bronze-münzen des Kanerki stellen ihn dar in derTracht des Königs, in der L. ein langes Sceptermit Binden, die R. vorgestreckt, bald mit demSchwert an der Seite ( Gardner p. 133 nr. 39PI. 27, 3; p. 134 nr. 42), bald ohne dasselbe{Gardner p. 133 nr. 40. 41; p. 134 nr. 43 — 45.v. Sallet p. 196). Die Goldmünzen des Ooerki,mit dem Brustbild des Königs im Obv., zeigenihn 1. h. im kurzen (Panzer?)-Gewand, in derR. einen Kranz mit Binden, die L. oben amScepter, das Schwert an der Seite ( Gardnerp. 139 nr. 27. PL 27, 18. v. Sallet p. 202);ebenso 1. h., in Chiton und Chlamys, dasSchwert in der L., einen Kranz in der R.{Gardner nr. 28. 29);. desgleichen 1. h. im Chi-ton und Himation, die R. ausgestreckt, ■ in derL. das Scepter {Gardner p.139 nr. 30 PL 27,19;p. 140 nr. 32), oder die L. ohne Scepter an dieSeite gelegt {Gardner p. 140 nr. 31 PI. 27, 20),oder die R. oben am Scepter, die L. an dieSeite gelegt {Gardner nr. 33 PI. 27, 21; nr. 34);ferner die R. ausgestreekt, im 1. Arm dasScepter {Gardner nr. 35), das nicht selten mitBinden geschmückt ist {Gardner nr. 36. 37’Pl. 27, 22; nr. 38 [hier Inschrift MAoo]); oderdie R. ausgestreckt, in der L. das Schwert{Gardner nr. 39, 40 [hier Inschrift MAoo]).Vereinzelt erscheint er rechtshin, im Chitonund Himation, um das Haupt das Diadem, ander Seite das Schwert, in der R. einen Kranz, im1. Arm das Scepter mit Binden {Gardner nr. 41PL 27, 23. v. Sallet p. 202). Zuweilen ist erdargestellt neben dem Sonnengotte MIIPO.Beide Gottheiten die eine Hand ans Schwertlegend zeigt die Abbildung der von E. Thomasim Journ. of the asiatic soc. of Great Britain and Ireland. N. S. 9 1877 PL 2, 3 {v. Salletp. 202) mitgeteilten Münze. Gardner p. 141nr. 42 PI. 27, 24 beschreibt den Typus als„Bearded moon-god r., diad., crescent behindShoulders; holds in r. hand, sceptre, bound uiithfillet; in l. elephant-goad; and sun-god l., ra-diate; r. hand advanced; in l., sceptre, boundloith fillet“. Die Bronzemünzen des Ooerki,auf deren Obv. der König bald reitend aufdem Elefanten, bald sitzend erscheint, zeigenMao die R. vorgestreckt, die L. am Schwert{Gardner p. 154 nr. 147 PI. 29, 2; nr. 148—151;
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