2521 Megabrontes
heifse Schwefelquelle, in deren Nähe die Vege-tation gut gedeiht’ Preller 1 S. 448 Anm. 3,der fisicus = cpvoinog dem lateinischen felixfruchtbar gleichstellt; dazu bemerkt Jordan,dafs das sicher oskische Wort fisica, das mitcpveiY.6g nichts zu thun habe, noch nicht er-klärt sei). Widmungsinschrift an Mefitis ausAtina: C. I. L. 10, 5047 (vgl. dazu Mommsenzu nr. 5048). Mefites in der Mehrzahl scheinengenannt zu sein in der linksläufigen InschriftMefitu . sacra (d. i. Mefitum sacra) eines Dach-ziegels (gefunden 'ad montem Tifata’), deralso auf ein Heiligtum von Mefites schliefsenläfst ( C.I.L. 10, 3811, in verbesserter Lesungdas. Additamenta S. 976 mit den ErläuterungenMommsens: 'accedit fragmentum vasculi quodvidetur fuisse rudiusculi operis inscriptum:MEF[. .] . . . videntur Mefites hic nominarinumero plurali ad exemplum Nympharum,genetivus fortasse inde explicatur, quod te-gula est, ut non significetur dedicatio Mefiti-bus facta, sed rem sacram in dearum patri-monio esse’). Es ergiebt sich aus dem Vor-stehenden, dafs Mefitis eine nicht nur römische,sondern überhaupt altitalische Göttin war, die,wie es der Reichtum des Landes an Stellenmit schwefeligen Ausdünstungen vermuten läfst,jedenfalls an zahlreichen Orten verehrt wurde.Der Name der Göttin, als dessen einzig rich-tige Form Mefitis durch die übereinstimmende:Schreibung der Inschriften gegenüber demSchwanken der Handschriften zwischen denFormen mit f und ph erwiesen wird, ist nochnicht aufgeklärt (für ein griechisches Worthielt ihn E. L. Schneider, Ausfahrt. Gramma-tik d. latein. Sprache 2, 1 [Berlin 1819] S. 197Anm.*); 'nach Suffix und Stammbildung schwer-lich lateinisch’ Jordan zu Preller 2 S. 144Anm. 4; aus den oben angeführten Stellen desVergilius und Persius geht hervor, dafs Me- ‘fitis gesprochen wurde); einen Erklärungs-versuch des Altertums teilt Priscianus (7, 51S. 328, 5ff. Hertz) mit: Mefitis (so mufste Sertemit den codd. Sangallensis, Lugdunensis olimGruterianus, Caroliruhensis 223 schreiben, nichtMephitis) quoque, quod proprium est et a GraecofiEGms, ut quibusdam videtur, mutatione s in ftranslatum, rationabiliter in im fecit accusa-tivum. ·— 2) Wenn die Angabe des Servius(a. a. 0.) alii Mephitin deum volunt Leucotheae iconexum, sicut est Veneri Adonis, Dianae Vir-bius das Richtige trifft, und neben der Albu-nea bei Tibur (denn das ist Leucothea, sieheBd. 1 Sp. 225 Z. 19 ff.) wirklich ein Gott Me-fitis verehrt wurde, so entspricht diese männ-liche Verkörperung der zu Grunde liegendenNaturerscheinung neben der weiblichen einemauch sonst hervortretenden Zuge der Religionder Latiner, vgl. z. B. Maius neben Maia unddas oben Sp. 2325 Z. 47ff. über Manius Ege- trius Gesagte. [R. Peter.]
Megabrontes {MsyaßQovrrjg), ein vonHerakleserlegter Dolione (Apoll. Eh. 1, 1041 u. Schol.).
[Schirmer.]
Megades {MsydSys), Sohn des Megas ( Etym.M. 574, 36. Etym . Gud. 382, 31. Eust. adRom. II. 1081, 55 ad Hom. Od. 1447, 22) d. i.Perimos (s. d.), Hom. II. 16, 695. [Höfer.]
Megaloi Theoi (= Kabiren) 2522Megaira s. Erinyen.
Megakies (Msyazlijs), Trojaner und Vaterdes Alkon (s. d. nr. 6), Quint. Smyrn. 3, 309.
[Höfer.]
Megaklo (Msyauld), Tochter des lesbischenKönigs Makar. Da sie über die rohe Behand-lung, welche ihr zornsüchtiger Vater ihrerMutter zu teil werden liefs, sich grämte, nahmsie die (sieben) Musen als Dienerinnen an und) lehrte sie zur Kithara die Thaten der Vorzeitsingen. Da nun die Müsen den Makar durchihren Gesang sanfter und milder machten, er-richtete Megaklo ihnen zum Danke eherneSäulen und liefs sie in allen Tempeln ehren,Myrsilos hei Clem. Alex. Protr. p. 9, 24 Sylb.{Müller, Hist. gr. 4 p. 457 fr. 4). [Stoll.]Megalai theai {MsydXae Ai-ui) = Demeter und Persephone ; s. Kora (Sp. 1297 Z. 36;Sp. 1300 Z. 34) und Toepfftr, Att. Geneal.i S. 219ff. Vgl. Megale. [Roscher.]
Megalartos ( MsydXaQrog ), die Geberin grofserBrote, Beiname der Demeter, sowie MsyaXo-yagog, Geberin grofser Kuchen. Unter diesemBeinamen hatte Demeter Bildsäulen in demböotischen Flecken Skolos, und in Delos feierteman ihr ein Fest Megalartia, an welchem ihrdie Erstlinge von dem frisch gebackenen Brotedargebracht wurden (damit ist das Fest Arto-phoria vielleicht identisch, Herodian. in Cram.Anecd. 3, 277, 7), Polemon u. Semos b. Athen . 3,109a u. f. 10, 416 c {Müller, Hist. gr. 3 p. 126fr. 39; 4 p. 494 fr. 13). Eustath. Hom. 265, 30.Preller zu Polemon p. 72. Demeter und Pers.326, 34. Gr. Myth. 1, 632, 5. [Stoll.]
Megale {MsydXrf) = Bendis oder Gaia oderDemeter (ob. Sp. 1304 Z. 22) oder Kybele(Rheia, Meter); s. diese Artikel. [Roscher.]Megalesios {MeyaXriaiog), einer der Teichinen(s. d.); Tzetz. Chiliad. 7, 124. 12, 836. [Höfer.]Megaletor {MsyaXrizaq), Sohn des Munichos,eines frommen Sehers und Königs der Molosser,und der Lelante, der in einen Vogel verwandeltwurde {Nilcandr. b. Anton. Lib. 14). Näheress. unter Alkandros. [Schirmer.]
Megaloi Theoi. Unter diesem Namen werdenin Griechenland besonders häufig die Dios-kuren verehrt (s. d.), und aufser ihnen —·vornehmlich auf den Inseln und in Kleinasien — eine Göttergruppe, über welche eine Füllemehr oder minder unklarer, einander vielfachwidersprechender Nachrichten, trefflich ge-sichtet von Lobeclc, Aglaoph. S. 1202 ff., auf unsgekommen ist, die Kabiren, wie sie in denInschriften des thebanisehen Kultes {Szanto inden Athen . Mitteil. 15 S. 378 ff. Dittenberger,Inscr. Gr. Septentr. 1651. 2457 ff.) — hierallerdings stets in der Einzahl — und vonAlexion {Etym. Gud. 289, 30), oder Kabeiren,wie sie in den meisten litterarischen Zeug-nissen, so von Herodian und Philoxenos, Etym.Gud. a. a. 0. {Lentz 2 S. 411, 28; vgl. 1S. 198, 6) genannt werden. Die Versuche,den Namen aus dem Griechischen herzuleiten,z. B. von naico {Welcher, Aeschyl. Tril. S. 163;Götterl. 2 S. 429, wohl besonders verführt durchdie Form Iiasiqoig hei Poll. 6, 23; s. auchBehher, An. gr. 1, 115) oder von avco {Neu-häuser, Cadmilus S. 67 ff.), sind durchaus ver-