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Zweiter Band, zweite Abteilung. Laas - Myton.
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2527-2528
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2527 Megaloi Theoi (Kult in Samothrake )

vgl. S. 26) die suchende Demeter dargestelltwar. Oh aber in diesem Suchen der Rest einesFrühlingsfestes zu erkennen ist ( Welcher, Kre-tische Kolonie in Theben S. 67), scheint zweifel-haft, da die grofse Panegyris in Samothrake nach Flut. Luc. 13 im Hochsommer, wahr-scheinlich am 20.22. Juli oder August, statt-gefunden haben mufs ( Hirschfeld in Untersuch,auf Sam. 1 S. 39). Das steht jedenfalls fest, dafsman in den samothrakischen Göttern später-hin vielfach denselben Kreis wiedererkannte,der uns auch in anderen Denkmälern deschthonischen Kultes begegnet, so in der kni-dischen Inschrift Newton, Travels S. 714 (vgl.oben Sp. 1305) und in dem lateranensischenReliefe vom Hateriergrabe (s. oben Sp. 1371).Nur die verhältnismäfsig bescheidene Rolledes echtgriechischen Hermes im chthonischenKulte hat es erlaubt, den Kasmilos .den mannoch dazu von römischer Seite gern mit denOpferdienern ( camilli ) zusammenstellte ( Varro ,de l. lat. 7, 34. Maerob. 9, 8, 5. Serv. in Verg.Aen. 11, 543; vgl. Unger a. a. 0. S. 58), von denanderen kabirischen Göttern meist um rechtwillkürlicher Identifikationen willen loszu-trennen; eine kabirische Dreiheit hat es aberim Kulte sicherlich niemals gegeben.

So fest stand freilich diese Auffassung nicht,dafs nicht, durch die mystische Form begünstigt,auch noch andere neben ihr Raum gefundenhätten. Besonders nahe lag es in einem chtho-nischen Kreise Dionysos zu suchen. Dem-gemäfs sah man ihn und Zeus in den beidenKabiren ( Schol. Apoll. Eh. 1, 917. Etym. Gud.und Magn. s. vv.), oder man nannte ihn Sohndes Kabiren und Stifter der Weihen ( Cic. denot. d. 3, 58. Ampel. 9. Lydus d. mens. 4, 38).Ferner hat die natürliche Ähnlichkeit derKybele-Rhea mit Demeter dazu verführt,diese für die weibliche Hauptgottheit diesesKreises zu halten (Schol. Aristid. Panath. p. 308.Tzetz. ad Lycophr. 18), um welche man nachallerdings sehr unklaren Vorstellungen dieKabiren in ähnlicher Weise wie die Kuretenund die Korybanten geschart dachte (Strab.7 frg. 51; 10, 466. 470. 472. Orph. Ευχή 20f.;Hymn. 38. Dion. Hai. 2, 22. Etym. Gud. 289,30; vgl. Niese im Bhein. Mus. 32 S. 267 ff.Maafs, De Sibyll. ind. S. 24. Gäde, Demetr. Sceps.qu. supers. S. 51ff.; s. auch oben Sp. 1619 ff.).Für diese Vermischung ist am charakteristisch-sten Diodor. 5, 49: τον dhΙαβίωνα γήμανταΚνβέΧην γεννηααι Κορνβαντα. Der Urmenschwird zu Attis Hippol. Bef. haer. 5, 9. So-wohl Demeter besafs Kult auf Samothrake wie Kybele (s. die Münzen Conze, Beise a. d.Ins. d. thrak. Meeres Taf. 18, 9. Brit. Museum,Coins. Thrace S. 215), und es ist nicht im min-desten wunderbar, dafs die alten Kompilatorendie innerlich verwandten Wesen in der an-gedeuteten Weise vermischten, um so mehr,als die mystische Form jeder Aufklärung hin-derlich war. Mit Recht aber behauptet Kernim Archüol. Anzeiger 1893 S. 130 gegen Conze,Untersuch. 1 S. 21 und Bubensohn a. a. 0. S. 127,dafskein kultlicher Zusammenhang zwischenKybele und den Kabiren besteht. Sie sindgeschieden als die Götter der Höhe und der

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Tiefe. Instinktiv trifft das Richtige Nonn. Dion

4, 183f.: άντρα Κάβειρων χαίρετε καί OxomalΚορνβ αντίδερ.

Ebenso ist der Kult der zerynthischen He-kate (Suidas s. v. Σαμο&ράκη-, s. Bd. 1 Sp. 1893)vom Kabirenkulte zu trennen (vgl. Crusius beiErsch und Gruber S. 22). Endlich glaubteman auch trotz Lobecks Spott (Aglaoph

5. 1284) in Aphrodite , Phaethon und Pothoswelche Skopas nach Plinius 36, 25 für Samo-thrake geschaffen, wegen des Zusatzes: quiSamothrace sanctissimis caerimoniis colunturdie Mysteriengötter wiederzuerkennen (zuletztnoch Preller-Bobert S. 853). Aber auch Aphro-dite wurde auf der Insel verehrt (vgl. dieInschrift bei Conze, Beise Taf. 16, 10), und dascheint es doch glaublicher, dafs PliniutfGewährsmann vielleicht Pasiteles, der vonPolemon abhängen kann ( Urltchs, Skopas S. 101) die Darstellung richtig erkannt, sich aberhinsichtlich des Mysterienkultes geirrt hat(Welcher, Trilogie S. 241) als umgekehrt, zu-mal eine ähnliche Gruppe, Aphrodite άπλιβμένηmit Helios und Eros, im Aphroditetempel aufAkrokorinth verehrt wurde (Paus. 2, 5, 1).*)

Als Heroen führen die Kabiren die NamenDardanos und lasion. Am lichtvollsten istdiese Überlieferung behandelt bei Preller-Robert S. 854 ff. Nach einer Erzählung desHellanikos (vgl. Wellmann in den CommentationesGryphisvaldenses S. 58ff.; s. oben Sp. 60f.) sindDardanos (auch Polyarches genannt), Eetion(bezw. lasion) und Harmonia die Kinder desZeus und der Elektra (Schol. Apoll. Bhod. 1,916. Diodor. 5, 48. Demagoras im Schol. Eur.Phoen. 7. Schol. Eur. Phoen. 1229. Gonon 21.Serv. in Verg. Aen. 3, 167. 7, 207, wo aller-dings nur Dardanos Sohn des Zeus, IasiosSohn des Italerkönigs Corythus ist; vgl. auchMnaseas hei Steph. Byz. s. v. Αάρδανο s).Nach Athenion oder Athenikon (Schol. Apoll.Bhod. 1, 917 u. 913; vgl. Preller-Bobert S. 855Anm. 2) sind nun lasion und Dardanos dieKabiren selbst, benannt nach ihrer Heimat, denkabirischen Bergen in Phrygien , während sienach anderen Nachrichten nur die Stifter derWeihe sind; wieder andere Quellen lassen sieauf Saon oder Samon, den Sohn des Hermesund der Rhene zurückgehen (siehe Bd. 1Sp. 2352). Zeus soll sie entweder dem lasiongeschenkt haben (Diodor 5, 48), oder Athena der Tochter des Pallas, Chryse, bei ihrer Ver-mählung mit Dardanos (Dion. Hai. 1, 68). Auchdie Kybelemysterien wurden hineingemischt(Diodor 5, 59), und Clem. Alex. Protr. 8 leitetdie Kybelemysterien von Dardanos, die samo-thrakisch-kabirischen von Eetion her. Ent-standen ist, wie hei Preller-Bobert a. a. 0.ausgeführt ist, diese Vermischung durch dieÜberführung dieses Kultes von Samothrake auf die troische Halbinsel. Man schrieb sie

*) Dafs diebilingue Herme Chablais die samo*thrahischen Götter nach zwei verschiedenen Auffas-sungen darstelle ( Gerhard, Ant. Bildw. Taf. 41 ff. Darem-berg et Saglio, Dictionnaire 1 S. 761. Schreiber, Kulturhistor.Bilderatlas Taf. 16, 3; vgl. Gerhard, Hijperb. rom. Stud. 1S. 101. Kern in Ath. Milt. 18 S. 383), hat Urltchs, SkopasS. 103 mit Recht bestritten.

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