meidet Theben. — Der euripideischen Darstel-lung folgen im allgemeinen Asklepiades fr. 22heCSchol. Hom. Od. 11, 269. Senec. Hercul. (woLykos die Megara zur Gemahlin begehrt). Hyg.fab. 31. 32. 72. 241. Schöl. u. Tsetg. Lykophr. 38.Eustath. 1683, 38 ff. Westermann , Mythograph.Graec. Append. 28, 5. Serv. Verg. Aen. 8, 299.Schöl. Stat. Theb. 10, 896; auch die Gemälde-beschreibung bei Philostrat. Imagg. 2, 23 (vgl.dazu Hirzel, Annal. d. Inst. 1864, 338. Friede-richs, Die philostrat. Gemäldep. 126—134) lehntsich an Euripides an. Bei JDiod. 4, 11 befälltden Herakles, als er den Auftrag zum Dienstbei Eurystheus erhalten, grofse Mutlosigkeit;Hera sendet den Wahnsinn, er will Iolaostöten, schiefst aber mit Pfeilen seine eigenenKinder nieder. Ganz abweichend erzählt Sehöl.Stat. Theb. 4, 570: Lykos gab seine TochterMegara dem Herakles zur Frau, wurde des-wegen von Hera mit Wahnsinn geschlagenund tötete seine Enkelkinder.
Dafs Herakles auch seine Gemahlin Megara mordet, ist zweifellos eine Neuerung des JEuri-pides. Nur Senec., Hygin, Schol. Lyk., Eustath.,Serv. a. a. 0. haben diesen Zug übernommen.Die ältere thebanische Sage weifs nur, dafsHerakles nach dem Kindermorde die Ehe mitMegara löst, Paus. 10, 29, 7. Nach Apollod.2, 6, 1 und Dlod. 4, 31, 1 gab er die Megara jetzt dem Iolaos zur Frau; Plut. Amat. 9 fügthinzu, Iolaos sei damals 16, Megara 33 Jahrealt gewesen. Nach Nicol. Damasc. fr. 20 hatteHerakles aufser seinen Kindern auch zwei Söhnedes Iphikles (= Apollod.) getötet, Megara warnur mühsam durch Iphikles gerettet; nach derThat verläfst Herakles Theben, wird aber nachJahresfrist von Iphikles und Likymnios zurück-gerufen; da er nicht folgt, suchen die beidenihn auf, und mit ihnen geht auch Megara wider den Willen ihrer Mutter, doch mit Zu-stimmung ihres Vaters Kreon: schliefslich ge-langen alle nach Tiryns . Ähnlich Iäfst dasMegara betitelte 4. Idyll des Moschos Megara und Alkmene in Tiryns des Herakles harren.
Da Homer in der Nekyia 269 f. Megara alsBewohnerin des Hades nennt, wurde sie auchvon der bildenden Kunst in die Unterwelts-darstellungen aufgenommen. Polygnot, dessenGemälde in Delphi Megara als Einzelfigurneben Klymene zeigte (Paus. 10, 29, 7. Robert,Die Nekyia des Polygnot, Hallisches Winckel-mannsprogr. 1892 S. 77 f.), wufste dabei, sowenig wie Homer , um ihre Ermordung durchHerakles . Die späteren Vasenbilder zeigen da-gegen unter euripideischem Einflufs Megara mit zwei Söhnen im Hades vereint, so dieAmphorenbilder in München 849 ( Millin, Tomb.de Canose Taf. 3. Wiener Vorlegebl. Ser. E Taf. 1.Winkler , Darstell, d. Unterwelt auf unterital.Vasen, Breslauer philöl. Abhandl. 3, 5 S. 4),in Neapel 3222 aus Altamura, wo Msyäga undHgatlsiSat, inschriftlich bezeichnet ( Mon. d.Inst. 8, 9. Wiener Vorlegebl. Ser. E Taf. 2.Winkler a. a. 0. 18), und in Karlsruhe ausRuvo (Mon. d. Inst. 2, 49. Wiener Vorlegebl.Ser. E Taf. 3, 1. Winkler a. a. 0. 13). — He-rakles’Vermählung mit Megara glaubt Preller-Robert, Griech. Myth . 1, 498, 5 in einem sonst
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auf Herakles ’Vermählung mit Hebe gedeutetenVasenbilde in Berlin 3257 ( Gerhard, Apnl.Vasenb. Taf. 15) zu erkennen. — Die ganzeSage mit ihren einzelnen Phasen — Ehe-sehliefsung, Geburt und vorzeitiger Tod derKinder, Lösung der Ehe und Kult der Kinder— erinnert an die korinthische Medeasage:hier wie dort dürfte die Sage das Werden undVergehen in der Natur wiederspiegeln. Andersurteilt über den Wert des Mythos v. Wilamo-witg a. a. 0. 322ff.
2) Mutter des Ixion, welche von Phorbasund Polymelos getötet wurde, weil sie derenWerbungen zurückwies; sie wurde später vonihrem Sohne Ixion gerächt, Anth. Pal. 3, 12.Die Sage ist sonst unbekannt, und es bleibtungewifs, ob Phorbas und Ixion mit den be-kannten Helden gleichen Namens zu identificierensind; vgl. Visconti, Museo Pio-Clement .5 S. 38.[Diese Megara, nicht die Tochter des Kreon,war nach Schreiber, Die Nekyia des Polygnotosin Delphi, Festschrift für Overbeck p. 194 dar-gestellt in der Nekyia des Polygnot. —■3) Wenig wahrscheinlich vermutet Brunn,Zweite Verteidigung der philostratischen Ge-mälde, Jahrbb. f. kl. Philöl. 1871 p. 101, dafsauf dem die Geburt des Dionysos darstellen-den Gemälde Σεμέλη bei Philostr. sen. 1, 14nicht, wie die Handschriften überliefern, Me-gaira, sondern eine Lokalpersonifikation, eineNymphe Megara es ist, welche in Hinblick aufdie späteren traurigen Geschicke des Pentkeusund Aktaion neben dem Kithairon eine Tannepflanzt und eine Quelle hervorsprudeln läl'st.Es ist schwer begreiflich, was die Lokalper-sonifikation Megara mit dem Kithairon zu thunhaben soll, während Μέγαιρα vorzüglich zudem ’Εριννων μνχός , dem Kithairon (s. Dil-they, Arch. Zeitung 1874 p. 78 ff., besondersp. 93) pafst, vgl. auch die Einwände, welcheA. Bougot, Philostrate landen. Paris 1881p. 269 gegen Brunns Ansicht erhebt. Drexler.]
Megareus (Μεγαρενς), 1) Sohn des Poseidon(Paus. 1, 19, 5. 42, 6) und der Oinope, derTochter des Epopeus (Hyg. f. 157), oder Enkeldes Poseidon ans dem boiotischen Onchestos(Hellanic. b. Steph. Byg. v. Nioaiu. Ov. Met.10, 605 f.), also wohl Sohn des Onchestos, wieer Plut. qu. Gr. 16 ausdrücklich genannt wird(hiernach seine Schwester Abrote, die Gattindes Nisos). Nach Steph. Byg. v. Μέγαρα galter auch als Sohn des Apollon oder des Aigeus(Et. M. 228, 10, wo er Sohn des Zeus heifst,ist er mit Megaros verwechselt). Sein SohnEuipposwurde durch denkithaironischenLöwen,ein anderer Namens Timalkos von Theseus ge-tötet (Paus. 1, 41, 3). Seine Tochter Euaichmegab er dem Alkathoos, der jenes Ungeheuererlegte, zur Frau nebst dem Rechte der Thron-folge (Paus. 1, 43, 4). Nach Ovid a. a. 0. undHyg. f. 185, wo seine Gattin Merope heifst,war auch Hippomenes, der Gemahl der Ata-lante, sein Sohn; nach Apollod. 3, 15, 8 wardieser sein Vater. Die boiotische, den Stolzder Megarenser verletzende Tradition liefs ihn,als Minos den Nisos in Megara bedrängte (vgl.Nonn. Dion. 25, 155), diesen aus Boiotien zu
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