Band 
Zweiter Band, zweite Abteilung. Laas - Myton.
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2559-2560
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Meilicliios

Meilichios

ronos a. a. 0., der in ΑΗΣ ein Epitheton derAthene vermutete, während Kirclihoff, 0. I. A.4, 3, 528 liest Γης,Α&ηναίας. Die Lesart Γηςhat jetzt ihre Bestätigung gefunden, Kern,Ath. Mitth. 16 (1891), 10 Anm. 2. Über die ver-mutliche Lage dieses Heiligtums des Zeus M. handelt S. Hernach, Le sanctuaire dAthena etde Zeus Meilicliios ä Athenes, Gorr. hellen. 16(1892), 411 ff.; vgl. auch-P. Wolters, Zum Heilig-tum des Zeus Müichios (Sitzungsprotokoll), Athen .Mitt.11 (1892), 451; andere athenische InschriftenAu Μειλιχίω ΙΑωπνρίων, Α&ήναιον 8, 288 nr. 1= C. I. A. 2, 1584; Ήλίω y.al All Μειλίχια >]Μαμμία, ebend. nr. 2 = G. I. A. 2,1585. Überdie neuen von A. Slcias in der Έφημ. άρχαιολ.1894, 133ff. beschriebenen auf den Kult desZeus M. bezüglichen Monumente gebe ich,da mir die Έφημερίς nicht zur Hand ist, denBericht der Berl. Philol. Wochenschr. 15 (1895),506. 'An der Stelle der alten Kalirrhoe imllissosbette wurden Architekturglieder, nament-lich aber viele höchst interessante Reliefs ge-funden, welche die Kulte des Zeus Meili-chios , des Acheloos und wahrscheinlichder Kallirrhoe darstellen. Besonders wichtigist nr. 2): Ein Gott, wahrscheinlich ZeusMeilichios , sitzt auf einem grofsen, aus derErde ragenden, gehörnten, bärtigen Haupte,welches durch die darunterstehende Inschriftals Αχελώος bezeichnet ist. Hinter ihm sinddie Reste einer weiblichen Gestalt mit demHorn der Amalthea sichtbar (wahrscheinlichdes Acheloos Tochter Kalirrhoe); Hermes undHerakles sind dem sitzenden Gotte zugewandt;vgl. auch Wochenschr. f. Hass. Philol. 12(1895), 530. 646. Dem Zeus M. wurde dasPest der Diasia gefeiert und zwar am acht-letzten Anthesterion, εορτή Μειλιχίου Αιός.Άγεται δε μηνδςΑν&εατεριώνος η ψ&ίνοντος,Scliol. Arist. Nub. 408 vgl. 864. Die Haupt-stellen sind Thule. 1, 126, 6 έ'στι γάρ A&i j-ναίοις Αιάαια, a καλείται Αιος εορτή Μειλιχίουμεγίστη, τής πόλεως, εν ή πανδημει &νουσι,πολλοί ονχ ιερεΐα, αλλά &νματα επιχώρια undXenoph. Anal·. 7, 8, 4 f. , nach welcher Stelledem Zeus M. ganze Tiere verbrannt wurden( δλοκαντεΐν τψ πατρίω νόμω και καλλιερεΐ-σ&αί), vgl. auch Schol. Luc. p. 43. 204 JacohiUΑιάαια εορτή Ά&ήνηαι ουτω καλούμενη, ήνείώ&εααν μετά στνγνότητός τίνος επιτελεΐν,&νοντες Αιι τώ μειλιχίψ. Ausführlich hat überdie Diasien· Mommsen, Heortologie 379 ff. ge-handelt, der, da die Thuhydides-Stelle nachallgemeiner Ansicht ( Classen a. a. 0. und diedaselbst verzeichnete Litteratur) nicht unver-sehrt überliefert ist, ihr gegenüber in der Stelledes Xenophon ein Zeugnis ersten Ranges er-blickt: darnach mufsten also dem Zeus M.ganze Tiere dargebracht werden (vgl. auchLuc. Tim. 7, wo Hermes zu Zeus über Timonsagt οντός έατιν 6 πολλάκις ημάς κα& ιερώντελείων εατιάαας, .. δ τάς δλας εκατόμβας, παρά λαμπρώς εορτάζειν είώ&αμεν τα Αιάαια)·, die-jenigen aber, denen zu solchen Opfern dieMittel fehlten, brachten dem Gotte nicht wirk-liche Tiere, sondern aus Kuchenteig gebackenedar, die Thule, a. a. Ο. &νματα επιχώρια nenntund die das Scholion erklärt als τινά πέμματα

εις ζώων μορφάς τετνπωμένα, vgl. auch Spenge ]Hermes 29 (1894), 288 f. Das Fest selbst er-klärt Mommsen 382 nicht mit Welcher, GriethGötterl. 1 , 208 für ein Dankfest, sondern t |ein Bittfest und billigt die Erklärung vonG. F. Hermann, dafs Zeus den Namen Mei.lichios nur proleptisch oder euphemistisch führe(s. aber auch unten). Nach Töpffer a. a. 0. 248ist Zeus M. identisch mit Zeus Συκάσιος (Lust.ad Hom. Od. p. 1572, 56 λέγεται δε καί αντά-σιος Ζευς παρά τοις παλαιοϊς, δ καίΐάρσι.ο;'τή γάρ σνκή εχρώντο φασ'ιν εν κα&αρμοις)und bedeutet den Sühngott, τά γάρ avtuμείλιχα καλεΐα&αι, Andrishos und Aglam-thenes v. Naxos Frgm. Hist. Oraec. 4, 304;über die sühnende Kraft der Feige s. Töpffer249 f. 'Der zürnende unheilbringende Gott devehthonischen Mächte (Μαιμάκτης) ist in dereuphemistischen Sprache des Kultus zum Μει-λίχιος geworden, Töpffer 250; vgl. Hesych. Mcu-μάκτης · μειλίχιος, κα&άρσιος. Flut, de cohilr.ira 9 διδ κα'ι των &εων τον βασιλέα μειλίχιον,Α&ηναίοι δε μαιμάκτην , οίμαι, καλοϋσι, undÄhnlich sagt Overbeck, Kunstmylh.. Zeus 60:nun bedeutet freilich Meilichios den mildenZeus, allein weder in seiner ursprünglichennatürlichen Bedeutung als Gott des Frühlingsnach den Stürmen des Winters, als Gegensatzzum Maimaktes, dem zürnenden Gott desWintersturmes ( Welcher, Griech. Götterl. 1 , 207)oder als dieser in seiner Versöhnung, noch auch,und zwar noch weniger, in seiner ethischenAuffassung kann er als ein schlechthin milderGott bezeichnet werden, vielmehr ist er derBufse und Sühne, namentlich Mordsühne gnä-dig annehmende und gewährende Gott (O. Mil-ler, Aischylos Eumeniden 139 f. Preller, Demeter u. Pers. 246 f. Gerhard, Gr. Myth. § 199, 10 .200, 10. Welcher a. a. O. 201). Wide, Lakon.Kulte 167 weist darauf hin, dafs sich in eini-gen Kulten Zeus mit dem ehthonischenDionysos (s. unten nr. 3) eng berührt: nebeneinem Dionysos ενδενδρος, μειλίχιος, σνκεάτηςerscheint ein Zeus ένδενδρος, μειλίχιος, σνκά-αιος (s. oben). Ebenso betont Kern a. a. 0.lOf. die chthonische Seite des Zeus M. , dener mit dem Zeus Eubuleus vergleicht; dasletzterem dargebrachte Schweineopfer (ScholLuc. im Rhein . Mus. 25 [1870], 548), das denehthonischen Charakter des Gottes bezeugt,findet seine Parallele in dem dem Zeus Meili-chios dargebrachten Αιδςκώδιον, Eust . 1935,8.Ein Gegensatz zwischen dem Ζευς μειλίχιοςund ουράνιος scheint sieh auch bei Achill . Tal.5, 2 zu finden, wo er erzählt ε&εασάμψ (jnAlexandreia) δε και τον Μειλίχιον Αία και τονΑιος Ουρανίου νεών ; vgl. oben nr. 1. Die i®Schol. Luc. erwähnte στνγνότης besteht nactMommsen 383 darin, dafs die Götter an den Dia-sien reichlich und glänzend bewirtet wurden, dieopfernden Menschen aber leer ausgingen unddaher diese Sitte herb und unbehaglich fanden.Sollte jedoch unter dieser στνγνότης nicht etwasanderes, vielleicht die Darbringung von Men-schenopfern, wenigstens in ältesten Zeiten, zuverstehen sein? Es ist von Max. Mayer schonoben (s. v. Kronos Bd. 2 Sp. 1519ff.) daraufhingewiesen worden, mit wie wenig Recht