Band 
Zweiter Band, zweite Abteilung. Laas - Myton.
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2571-2572
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2571 Melampus

Hera gering achteten (Akusilaos b. Apollod.·,mehr bei Boscher, Selene u. Verw. 71 Anm. 274f.und Nachträge dazu S. 28 f.) und ihres VatersHaus für viel prächtiger erklärten denn der GöttinHeiligtum ( Pherek. Od. 15, 225), und schweiftenin ganz Argeia, in Arkadien und anderen Teilendes Peloponnes mit unanständiger Frechheitinder Wildnisumher(Fcrg'.-B , cZ. 6 , 48 u. Serv. z. d.St. Apd. 2 , 2 , 2 . Ael. v. h. 3, 42), indem sie sichim Wahnsinn für Kühe hielten ( Verg. a. a. 0. u.Serv.). Melampus versprach dem Proitos, sie zuheilen, wenn er ihm den dritten Teil seinerHerrschaft überliefse. Das verweigerte Proitos,und nun rasten die Jungfrauen noch mehr undmit ihnen (nach Apollod.) die übrigen Frauen,die ihre eigenen Kinder verzehrten und in derWildnis umherstürmten ( Preller 4 , Gr. M. 1,691, 3). Da suchte Proitos nochmals Hülfe beiMelampus. Der übernahm die Heilung, wennaufser ihm auch sein Bruder noch ein Dritteilder Herrschaft erhielte. Proitos versprach es,und nun trieb Melampus mit den stärksten Jüng-lingen unter Geschrei und begeisterten Tänzen(s. Dionysos Sp. 1054, 1036) die Frauen ausden Gebirgen nach Sikyon, wobei die älteste derProitostöehter, Iphinoe, umkam, und in Sikyon heilte er sie durch reinigende Sühngebräuche.Vgl. Bohäe, Psyche 338 ff. Nach Pherekydes hattedie Krankheit der Königstöchter über 10 Jahregedauert. Proitos gab seine beiden anderenTöchter Iphianassa und Lysippe dem Melam-pus und Bias zur Ehe und überliefs ihnen jeein Dritteil seines Landes. So kam das Ge-schlecht der Amythaoniden, zu dem Adrastosund Amphiaraos gehörten, neben den Proitidenzur Herrschaft zu Argos , Apollod. 2, 2, 2 . 3, 5, 2.Pherekyd. bei Schol. Od. 15, 225. Eust. 1480, 5.Schol. Find. Nem. 9, 30. Die Eeinigung undHeilung der Proitostöehter wurde an ver-schiedene Orte verlegt, besonders auch in dasvon Proitos gestiftete Heiligtum der ArtemisHemera oder Hemeresia (der Besänftigenden)bei dem arkadischen Lusoi, in der Nähe vonKleitor, wo sich eine wunderthätige Quelle desMelampus befand, Callim. hymn. in JDian. 234.Vitr. 8,21. Paus. 8,18, 7. Steph. Byz.s.v.Agavlaund AoveoC. Curtius, Pelop. 1, 197. 375; 397, 24.Nach Pausanias fand M. die Proitiden in einerHöhle bei Nonakris im nördlichen Arkadien ,von wo er sie durch geheime Opfer und Reini-gungen nach Lusoi hinabführte; und an denAnigrosflufs in Triphylien, in den M. diexaö'Kgffia geworfen haben soll (vgl. EudoxosPeriod. VI bei Steph. B. s. v.A^avla), s.Eckermann, Mel. 1214. Nach vollbrachterHeilung errichtete M. auf dem BergeAkqovbei Oinoe in Argeia einen Tempel der Artemiss. Hesych. s. v. a%qov%£i, Preller, Myth. 2 , 58,1 . Zu Aigosthena in Megaris hatte M. einHeiligtum MsXaguoSsiov, wo man ihm opferteund jährlich ein Fest feierte, Paus. 1 , 44, 5.Preller*, Gr. M. 1, 691, 3. Hermann, Gott . A.52,43. ZuTegea war von Melampus der Athena

der argivischen Hera heilig (s. Hera ), deren Strafedie Proitiden (wie Io; s. d.) zu erleiden hatten. Mehrdarüber in meinem Aufsatz: 'Über das die Kynanthropiebehandelnde Fragm. d. Marcell. v. Side\ Abh. d . Sachs.Ges. d. Wiss. 1896. S. auch Diosc. m. m. 4, 149. [Koscher.]

Melampus 2572

Alia ein Altar errichtet, Paus. 8 , 47, 3 . _Eclcermann, Melampus u. sein Geschlecht. Gött,1840. Preller, Gr. Myth. 2 , 54ff. 472474,[S. auch Bouche-Leclercg, Hist, de la divina-tion 1 p. 12. 112. 118. 119. 131. 135; 2 p. 13 ,15; 4 p. 124. Wiedemann, Herodots zweites Buchp. 227 f. Eethe, Quqestiones, Hiodoreae mythogr.Gott . 1887 p.56f. Über Melampodiden in Akar-uanien Oberhummer, AJcarnanien p. 45. 80. Überden märchenhaften Zug, dafs M. die Wahrsage-gabe durch Schlangen, die ihm im Schlafedas Ohr auslecken, erhält, s. Marx, Grieeh,Märchen v. dankb. Tieren p. 109 f. und v. Wilamo-wite, Isyllos v. Epidauros p. 177 Anm. 33, wel-cher vermutet, dafs in Aigosthena, wo 14,fffüs πατρώος war, die freilich nicht überlieferteSage bestanden habe, dafs er' als Kind aus-gesetzt und von Schlangen gefüttert wordensei. Indessen die Münze des Septimius Severus von dieser Stadt, welche ein als Melampus ge-deutetes Kind, ähnlich wie die Münzen vonEpidauros den Asklepios von einer Ziege ge-säugt, zeigt (Cat. Gr. C. Brit. Mus., Atticap. 117 nr. 1 pl. 20 , 10 . Head, Hist. num. p. 329.Gardner - Imhoof, Num. Corvrn. on Pausanias p. 9 pl. A 1 ), spricht doch eher dafür, dafsman hier die Aufziehung des M. einer Ziegezuschrieb. Dafs, wie v. Wilamowitz will, dieZiege nur den Ortsnamen etymologisiert, isthier, wo sie mit dem Kinde zu einer Darstel-lung vereinigt ist, kaum anzunehmen. Immer-hin mag der Name der Stadt zur Entstehungder Sage beigetragen haben. Das ΜεΧαμπό-δειον ( C. I. Gr. Sept. 1, 207. 208) werden wirin dem runden Gebäude, aus dem ein voneiner Schlange umwundener Baum hervorragt,auf einer Ann. d. Inst. 1866 p. 336 und beiGardner - Imhoof a. a. 0. mitgeteilten Münzedes Geta von Aigosthena erkennen dürfen.Über die Entsühnung der Proitiden s. Hefte,Theban. Heldenlieds p. 47. 173 f. und Kalk-mann, Pausanias p. 149. Die Litteratur überdie Vase nr. 1760 in Neapel findet man beiS. Beinach, Peintures de vases ant. reeueilliespar Millin (1805) et Millingen (1813) p. 120 .Zu dem von Chdbouillet, Hescr. des antiq. comp.le cab. de M. Louis Fould. Paris 1861. 2 ° p.4Qnr. 934 pl. 8 verzeichneten und von de Witte,Gaz. arch. 6 p. 121 131 pl. 19,1 und Babeion,La gravure en pierres fnes p. 102 f. Fig. 73 be-sprochenen, jetzt im Cabinet des medailleszu Paris befindlichenJaspe agatise ä troiscouches kommt hinzu einSilex , verzeich-net im Cat. des ant. comp, la coli, de MM. deFegervary - de Pulslcy p. 28 nr. 460Melam-pus guerissant les flies du Boi. Drexler.][Der von Pausanias erwähnte Kultus des Me-lampus in Aigosthena wird durch die dortgefundenen Inschriften bestätigt, aus denenwir einen Tempel des Melampus, ΜεΧαμπόδειον,kennen lernen, Hittenberger, Inscr. Graec.Megaridis etc. 207. Collitz, Samml. d. grieeh.Bialektinschr. 1, 1145. 3, 3091, auch Ιερόν τούΜεΧάμποδος genannt, ebenda 3094, ferner einenάγων τοϋ ΜεΧάμηοδος, ebenda3093 und ΜεΧαμ-πόδεια, ebenda 3093. 3094. Eine Widmung[ΜεΧάμπ\οδι nach SolMns Ergänzung bei Bitten-berger a. a. 0. 224. Über Melampus vgl. ferner