Band 
Zweiter Band, zweite Abteilung. Laas - Myton.
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2587-2588
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figuratae). Lact. arg. met. Ovid . 8, 4. Stat. Theb.4, 103 u. Lact. z. d. St. fdeorum misericordia).Stat. Theb. 8, 483 u. Lact. z. d. St. Myth. Vat.1,198. 2, 144. Suid. u. Phot. s. v. μελεαγρίδερ.Eustath. z. II. 10, 544. Natürlich nmfsten Gorgeund Deianeira ausgenommen werden, weil dieSage sie noch weiter im Menschendasein kannte,und zwar durch die Gnade des Dionysos, weildieser als Deianeiras (s. d.) Vater galt (auchGorges?). Dann wären nur zwei Schwesternverwandelt worden. Um die Kahl ansehnlicherzu machen, mögen Dichter oder Mythographendie Namen ersonnen haben, die uns bei demAnonymus Westerm. Mythogr. p. 345, 12 ff. =Paradoxogr. p. 219, 5 ff. Gram, anecd. Par. 1,285, 31ff begegnen : Φοίβη, Ευρυδίκη, Μενεστώ,Ερατώ, 'Αντιόπη, ' Ιπποδάμεια (s. Kuhnert untenim Art. Meleagros).

Von dieser Verwandlungssage ist offenbar zuscheiden als eine zweiteVersion die Tempel-sage von Leros , Suid. s. v. μελεαγρίδερ' όρ-νεα, άπερ ένέμοντο εν τη άκροπάλει. λέγονοιδε οί μεν τάρ άδελφάρ τον Μελεάγρου μετα-βαλείν εις τάρ Μελεαγρίδας ορνι&ας οί δετάρ βννή&ειρΐοκαλλίδ ορ τήρ εν Αέρφπαρ&ένον, ήν τιμώαι δαιμονίως.Ιοκαλλίρist Kultbeiname der Artemis ( Kekule 19, 3),vermutlich einer Hypostase der Parthenos an-gehörend. Der ιερός λόγος des Heiligtumswird von der Verwandlung ihrer Gespielinnenerzählt haben, eine Sage, die wir nicht mehrkennen, die aber die Lerier kannten und derPeripatetiker Klytos von Milet bei Athen . 14p. 655 c περί δε το Ιερόν τήρ Ηαρ&ένον ενΑέρφ είοιν οί καλούμενοι ορνι&ερ μελεαγρίδερetc. und ' auch der Alexandriner Istros, der beiAelian . an. h. 5, 27 sagt, dafs kein Raubvogeldie M. auf Leros verletze, und 4, 42, dafs nie-mand sie esse και ήτιρ ή αιτία ίβααί τεοί τήν νήοον οίκονντερ την Λέρον και ενεατιμα&είν αλλαχόβ·εν (nach Weltmann , De IstroGallim. 7 adn. 12 aus den ούμμικτα υπομνή-ματα). Die Annahme V. Hehns 6 S. 353, dafsdie Genossinnen der Iokallis Amazonen, dieHierodnlen der spröden Artemis, gewesen seien,könnte zwar mit dem Hinweis auf die häufigenAmazonensagen im ionischen Kleinasien ge-stützt werden (vgl. Toepffer bei Pauly-Wissowa1, 1757f.), ist aber wegen der Natur der Vögelwenig ansprechend. Wenn Nikander gedichtethat, dafs die von Artemis verwandelten M.nach Leros versetzt wurden, so ist das offen-bar eine Kontamination beider Versionen.Welches die ursprüngliche war, liefse sichentscheiden, wenn wir den Namen Μελεαγρίδερzu erklären wüfsten.

Schwerlich sind die Vögel von Haus ausnach dem mythischen Eberjäger benannt ( Ke-kule 18 f.). Die Sage von der Verwandlung derweinenden Hinterlassenen des Meleagros magalt sein und hat viele Parallelen im alten undneuen Griechenland (vgl. Hofs, Meisen auf d.griech. Ins. 2, 121, 9. B. Schmidt, Gr. Märchen,Sagen u. Vollcsl. 241 ff. 132). Warum aber fandman die mythischen Vögel gerade in dev με-λεαγρίδερ genannten Art wieder? Die Vermu-tung V. Hehns 6 322, dafs zu dem durch Volks-etymologie entstellten μελεαγρίρ die Urform

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sei altbaktr. meregha avis, pers. murgh, kurd.mrishk, ossetisch margh gallina, befriedigtnicht. Auch die Etymologie 0. Kellers, Lat.Volksetymol. 214 aus μέλαρ u. apyog 'sehwarz-weifs würde keine charakteristische Bezeich-nung des Perlhuhns ergeben. Die Lösungscheint in der Glosse des Hesych μελέαγρος-ή κατοικίδιος δρνις zu stecken. Wäre es derHaushahn, so könnte man an eine mytho-logisch abgerundete Ableitung von μελεάζαdenken ( αδειν vom Hahn bei Fiat. symp.p. 223 C. Pollux 5, 89), an eine Bezeichnungdes Hahns etwa wie μουβόμαντιρ, Aristoph.av. 276, κοκκνβόαρ, Soph. fr. ine. 723 N .* (vgl.die reiche Zusammenstellung onomatopoetischerAusdrücke für den Hahn bei V. Hehn 6 579 ff.).Nun waren die M. thatsächlich Hühnervögel,und zwar afrikanische Perlhühner, derenmit Perlen besätes Gefieder die Thränen derklagenden Frauen bewahrt zu haben schien ( gut-tatae Mart. 3, 58, 15). Wenn Soph. sagt, dafsBernstein aus ihren Thränen werde, so hat ergewifs schon einen Hühnervögel, den er in dasFabelland Indien versetzt, im Sinne gehabtund ήλεκτρον mit αλέκτωρ zusammengebracht.Da er nun überhaupt zuerst die M. erwähnt,so erkläre ich mir die Sache so: Zu des So-phokles Zeit sind zuerst Perlhühner ..nach Grie-chenland gebracht worden, deren Ähnlichkeitmit den Haushühnern ihnen den Namen μελεα-γρίδερ verschaffte, während ihr beperltes Ge-fieder in Anlehnung an den Namen, vielleichtauch in Verbindung mit ihrem eigentümlichenGeschrei (Aelian. an. hist. 4, 42, κακκάζειν beiPollux 5, 90; vgl. Brehm, Tierleben 5 3 , 616 f.),eine mythologische Deutung verlangte und fand.Den Bernstein wird Soph. von der analogenSage der Heliaden auf sie übertragen haben,die ihm aus Hesiodos und Aisehylos bekanntsein mochte ( Knaack, Quaest. Phaethont. 10 ff.17ff); darauf scheint mir fr. 370 NI ίξοφόρουρδρνας *) hinzuweisen (Heliaden in φηγοί verwan-delt Schot. B Kurip. Hipp. 733 Schm. Knaaeka. a. O. 45, 49). Die den Bruder beweinendenHeliostöchter, in Bäume, gewöhnlich Pappeln,verwandelt, deren Harz der Bernstein ist, habenviel Ähnlichkeit mit den M. (Eustath. z. II.10, 544 ή των Μελεαγρίδων μυθολογία τή των'Ηλιάδων σνξυγεΐ), die auch später neben ihnenlokalisiert worden sind. Der Ausfall Strabons5, 215 τα πολλά των μν&ενομένων ή κκτε-φεναμένων αλλωρ εάν δει, οίον τα περί Φαε-Φοντα καί τάς Πλιάδαρ τάρ άπαιγειρουμέναρπερί τονΗριδανόν καί τάρ 'Ηλεκτρίδαρ νη-βονρ τάρ προ τοΐ ΓΓάδον καί μελε αγρίδαρέν αυταΐρ richtet sich vermutlich gegen Ti-maios (vgl. Ps.-Aristot. mir. ausc. 81. Holland,Heroenvögel i. d. griech. Myth . im Jahresber. d.Leipz. Thomasg. 1895, 25f.), der, wohl von Soph.beeinflufst, Elektriden und M. verbunden hat.Auch der Kabulist Mnaseas bei Plin. n. h. 37,38nennt den aus Seeschlamm gewonnenen Bern-stein in Verbindung mit den M.

Eine genaue Beschreibung der M. von Leros giebt ein Schüler des Aristoteles, Klytos vonMilet, hei Athen . 14, 655bff, die auf das ge-

*) Indische Bäume liefern das Elektron auch nachKtesias bei Plin. n. Ji. 87, 39.

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