Mendes
2770
2769 Men (Todesgott: xatayfloviog)
kündigt, Anderson, Lake Ngami p. 328. Bleek, Regnard thepox in South Africa p. 72 (= p. 55 ff. der deutschen Über-setzung). Peschei, Ausland 1869 p. 1057. Liebrecht, Zeitschr.f Yöikerpsychol. 5 (1868) p. 65 nr. 31—34. Harley, MoonLore P· 65. TT. Schneider, Die Religion der afrik. NaturvölkerP 50. Charles J. Bülson, Folk-Lore 3 (1892) p. 490. E. Ja-cottet, Rev. des tradit. pop. 4 (1889) p. 396. A. Reville , Lesreligions des peuples non-civilises 1 p. 171. Bastian, Zeit-schrift f. Ethnol. 4 (1872) p. 374. Bei den Nyam-Nyamübernahmen es zwei Krötenarten, einen Toten und dentoten Mond über einen Hufs zu tragen. Nur die Trä-gerin des toten Mondes gelangt hinüber, die andere er-triukt. Infolge dessen kehrt der tote Mond regelmäfsigwieder, der tote Mensch nicht, Casati, Zehn Jahre in Äqua-toria 1 P· 208 f. Rene Basset , Rev. des trad. pop. 8 (1893)p. 232 nr. 5. Die Yorubas lassen Sonne und Mond in derStadt Ife begraben sein und von dort immer wiederher Vorkommen, Waitz, Anthrop. der Naturvölker 2 p. 169 f.l’ür den weit verbreiteten Glauben, dafs der Mond derAufenthalt der Seelen sei, sind schon oben s. v. Kata-chthonioi Belege beigebracht worden. Ygl. hinsichtlichdieses Glaubens bei den Griechen auch Enman, Kyprosu. der Ursprung des Aphroditekultus p. 45 Anm. 1; p. 76.A. Schmekel , Die Philosophie der mittleren Stoa p. 130. Mi-nervini, Monum. ant. inediti posseduti da Raffaele Baronep. 70; bei den Indern Roscher, Nachträge p. 11 f. H. Olden-berg, Die Relig. des Veda p. 564 Anm. 2. J. Ehni, Der vedischeMythus des Yama p. 127 und Die ursprüngliche Gottheit desredischen Yama p. 37. Vgl. auch L. Feer, Le sejour desmorts selon les Indiens et selon les Grecs, Rev. de l’hist. desreligions 9e annee, t. 18 (1888) [p. 297—319] p. 301—302,1 § 5 „La Lune, demeure des Pitris“. W. Crooke , An intro-duction io the populär religion and folklore of Northern Indiap. 9. Auch im alten Ägypten fehlt dieser Glaube nicht.Nach dem Sai nSinsin steigt die Seele zum Himmel in dieMondscheibe empor, v. Bergmann, Das Buch v. Durchwandelnder Ewigkeit p; 27 Anm. 4 zu Zeile 5; vgl. Ilorrack, The Bookof Respirations, Records of the Post 4 p. 121. FLarley, MoonLore p. 49. In der Lohre des Mani sind Sonne und Monddie Fährschiffe der zum Lichtpieroma auffahrenden Seelen,Kessler, Mani 1 p. 237; vgl. de Beausobre, Hist. crit. de Ma-nichee 2 p. 500. In den Mond verlegen die Eskimo aufLabrador das Paradies für die guten Menschen, Ratzel,Völkerkunde 2 p. 463. Waitz, Anthrop. 3 p. 311, die Osagenden Wohnort der Seelen der Toten, Waitz 3 p. 197, dieGuaycuru das Heim der verstorbenen Häuptlinge undMedicinmänner, die Saliva-Indianer den moskitofreienAufenthalt der Seligen, die Polynesier von Tokelau denWohnsitz ihrer abgeschiedenen Könige und Häuptlinge,Tylor , Die Anfänge der Kultur 2 p. 70. Harley, Moon Lorep. 49 f. Bastian, Ethnol. Forsch. 2 p. 346. In den Mondkommen und zehren von ihm nicht nur die Seelen derUDgetauften Kinder hei den Kumänen Siebenbürgens ,Wilh. Schmidt, Das Jahr u. s. Tage in Meinung und Brauchder Romanen Siebenbürgens. Hermannstadt 1866 p. 26. Roh.Prexl, Gebets- u. Totengebräuche der Rumänen Siebenbürgens ,Globus 57 (1890) p. 27. H. v. Wlislocki, Quälgeister im Volks-glauben der Rumänen, Am Ur-Quell 6 p. 90 f., sondern auchdie abgeschiedenen Geister in Polynesien, Georg Müller Frauenstein, Die Astronomie der Naturvölker, Ausland 1884p. 486. Fritz Schultze , Der Fetischismus p. 248. Die Alfurenvon Halmahera (Djilolo) lassen Sonne und Mond durch einHeerlager von Säuglingsseelen im Spiele hin und her ge-zogen werden, Mitteil. d. k. k. geogr. Gesellsch. in Wien 26 (1883)p. 608 f. Ein Stamm der Encounterbai in Südaustralien hält den Mond für ein verbuhltes Weib, das mit denSeelen der Abgeschiedenen so starke erotische Excessebegeht, dafs es dadurch spindeldürr wird und erst wiederdurch den Genufs gewisser Wurzeln zu gröfserer Körper-fülle gelangt, Tuchmann, Melusine 2 Sp. 556. Ratzel, Völker-kunde 2 p. 87. Nach alledem wird man im Gegensatz zuP. Kretschmer , Einleitung in die Geschichte der griechischenSprache. Göttingen 1896 p. 198 Anm. 4 zu p. 197 einenM.t\v y.atax&oviog gerade dann verständlich finden, wennMrp/ von Haus aus Mondgott war.
Zu den Litteraturnachweisen ist nachzutragen77. F. Tozer, Selections from Sträbo with an In-
troduction on Strabo ’s Life and WorTcs. Oxford 1893, in welchem Werke nach der AnzeigeSterretts ( Class. Rev. 1895 p. 268) in der Ein-leitung zu Strabons Bericht über die beidenKomana von Men und Ma gehandelt wird undKretschmer, Einl. i. d. Gesell, d. gr. Spr. p. 197Anm. 4. [Drexler.]
Mena s. oben Indigitamenta Bd. 2 Sp. 203und Juno Sp. 580.
Menaclios ( Msva%og ), Sohn des Aigyptos, ver-mählt mit der Danaide Nelo, Apollod. 2,1, 5.
[Stoll.]
Menaleus (Mcvcdsvg), ein Thebaner, Stat.
Theb. 7, 755. Vgl. Menaleus. [Höfer.]
Menalios {MsvaLog), Vater des viertenVulcanus, Cie. de nat. deor. 3, 22, 55; doch istdie Lesart nicht sicher. [Höfer.]
Menalippe s. Melanippe.
Menalippos (Msvalumog) = 1) Melanippos(s. d.), Stat. Theb. 8, 740; doch schreibt Baehrensa. a. O. jetzt auch Melanippe. — 2) Sohn desAkastos, samt seinem Bruder Pleisthenes vonNeoptolemos getötet, Bictys 6, 8. [Höfer.]Menalkes ( Msvalugg ), 1) Sohn des Aigyptos,¥.«-vvermählt mit der Danaide Adyte , Apollod. 2,.;
1,5. — 2) Sohn des kunstreichen Medon, wel-chen ihm Iphianassa zu Eilla gebar; er fiel· 1vor Troia durch Neoptolemos, Quint. Sm. 8,294.
— 3) Lakonier, Stat. Th. 8, 431 f. [Stoll.] ,-j
Mende (Msvdrj), Heroine, nach welcher dieStadt Mende in Thrakien (vielmehr in Pal-^y— ^lene) benannt sein sollte, Steph. Byz. s. v.VVgl. Mendeis u. Mendis. [Stoll.]
Mendeis (MsrSrji's), eine Nymphe, welchedem thrakisehen Könige Sithon die TochterPallene gebar, Con. narr. 10. Vgl. Mende.
[Stoll.]
Mendes. In der Stadt Dedet, griech. Mendes(jetzt der nördliche der beiden Schutthügel vonTmäi el Amdid [ältere Form Mondid = Mendes;der andere Hügel bedeckt die Stadt Thmuis ,die in der römischen Zeit Mendes überflügelthat]), in der Mitte des östlichen Delta, ver-ehrte man als Hauptgott eine Gottheit, diein einem Ziegenbock in die Erscheinung trat.
Einen Eigennamen führt dieser Gott.so wenigwie zahlreiche ähnliche Gottheiten Ägyptens ;man nennt ihn „den von Dedet“ (Dedeti, soauf einer Vase des Königs Teti aus dersechsten Dynastie, Mariette, Catal. d’Abydos1464) oder gewöhnlich den „Bock von Dedet 1 ,ba neb Dedet. Auffallenderweise wird das Wort
Bock immer mit dem Zeichen des Widders
geschrieben, das ba gesprochen wird; über-all, wo das Bild des Gottes dargestellt wird,von der angeführten Vase König Teti’s an, er-scheint er als Mensch mit Widderkopf; ja aufeiner Inschrift Ptolemäos’ II. (s. u.), die vonder Inthronisation eines neuen Bocks berichtet,ist dieser selbst gleichfalls als Widder dar-gestellt. Und doch ist gar kein Zweifel, dafsdas heilige Tier ein Ziegenbock (zgayos) war;das berichten nicht nur die Griechen ein-stimmig, sondern es zeigt auch die beigege-bene Abbildung des heiligen Tieres ( Ledrain ,
Les monuments egyptiens de la bibliotheque na-tionale 1 1873 pl. 2 in Bibi, de Vec. des hautes