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Mendes
Mendes
etudes fase. 38), auf der aber in der Beischriftder Name wieder mit dem Widderzeichen ge-schrieben wird. Die unzweifelhaft richtige Lö-sung des Rätsels hat mir G. Steindorff ge-geben: das Wort ba bezeichnet Bock im all-gemeinen, d. h. wie im Deutschen sowohl dasmännliche Schaf wie die männliche Ziege,und wird daher mit dem Bilde des Schaf bocksgeschrieben, auch wenn es einen Ziegenbockbezeichnen soll. Diese Schreibung ist dannauch in die bildliche Darstellung eingedrungen,ja hier allgemein herrschend geworden.
Nach seinem Gotte wird die Stadt Dedetspäter gewöhnlich als „Tempel des Bocks vonDedet“ bezeichnet, ägypt. per ba neb Dedet(mit unsicheren Vokalen). Daraus ist durchZusammenziehung und Verstümmelung am An-fang die assyrische Form des StadtnamensBindidi und weiter mit nicht seltenem Über-gang von b in m der griechische Name fürStadt und Gott MsvSpg hervorgegangen (Stadt-und Gottesnamen sind, den Griechen identisch,wie bei Buto, Busiris u. a.). So wird auch der
1) Der heilige Widder von Mendes (nach Lcdrain,Les mon. egypt. I pl. 2).
Name Nes-banebdedet, d. i. etwa der „Mendes-diener“, den z. B. der Begründer der 21. Dy-nastie trägt, von Manetho durch ZgivSrjgwiedergegeben [das Präfix nes- wird regel-mäfsig zu ff oder £ verkürzt]. Daneben findetsich in einem Papyrus aus Theben die ursprüng-lichere Form EaßsvSrizie, Pap. Paris . 5, 3, 2,und ZßsvSrjmg, Paris. 15, 48. Tur . 1, 5, 17.Brit. ed. Eenyon 46, 34; vgl. Wilclcen, Gott . Gel.Anz. 1894 725; in einem Papyrus aus Memphis(Leipz. Bibi. 3, 23) ZgevSrj [Mitteilung vonU. Wilckeri], und auch für das Heiligtumdes Gottes im Hafenquartier von Alexandria findet sich, wie Wiedemann, Herodots zweitesBuch mit sachl. Erläuterungen S. 218 erkanntund Brexler, Das Bendideion in Alexandria ,Berlin , philol. Wochenschrift 1894 S. 1244 ff.weiter ausgefülirt hat, neben dem NamenMsvö-geiov (so ist bei Pseudolcallisth. c. 31 zulesen) die Form BsvSiSeiov (ßynesios, Epist.4 init.).
Der Bedeutung der Stadt entsprechend istauch ihr Kult in Ägypten früh zu Ansehen
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gelangt und wird in den Texten nicht seltenerwähnt, wenn er auch in der religiösen Litteratur der Ägypter, z. B. im Totenbuch, n meine geringe Rolle spielt. Eine von Manetho aufgezeichnete Legende führt die Einsetzungdes Kultes des Apis von Memphis , des Mnevisvon Heliopolis und des Msvärjctog TQÜyog aufden König Kaiechos (Kakau) der zweiten Dy-nastie zurück. Zu gröfstem Ansehen gelangteder Bock von Mendes wie die übrigen heiligenTiere in den Zeiten des Niederganges desneuen Reiches seit Dyn. 21 und der Restau-ration (26. Dyn., Psammetich), als das innereFortleben der Religion erstorben war und dieäufseren Formen des Kultus um so peinlicherund strenger beobachtet wurden. Damals istder Tierdienst noch weit mehr als früher dereigentliche Mittelpunkt der ägyptischen Re-ligion geworden; waren doch die Tiere dielebendigen, unmittelbar greifbaren Inkarna-tionen der Götter auf Erden (vgl. meine Gesch.Ägyptens S. 378 f.). In erster Linie steht derApisstier von Memphis; aber auch der Mendes-bock geniefst hohe Ehren und wird deshalbvon den griechischen Schriftstellern vielfacherwähnt. Unter den Freveln des dritten Arta-xerxes wird auch die Opferung des Bocks vonMendes erwähnt ( Aelian fr. 35 Hercher beiSuidas Άβατο). Unter den Ptolemäern bliebendie Verhältnisse dieselben. Besondere Sorgfalthat Ptolemäos II. Philadelphos dem Heiligtumvon Mendes zugewandt, wie eine grofse hiergefundene Inschrift berichtet ( Mariette , Mon.div. pl. 43. 44, übersetzt von Brugsch , Z.f.ägypt. Sprache 1875 33 ff., und vielfach korrek-ter von Maspero im Text zu Mariettes Mon.div. 1889 S. 12 f.). Er hat den von den Bar-baren (Persern) beschädigten Tempel glän-zender wieder aufführen lassen, einen neuenWidder inthronisiert (nach 264 v. Chr.) undden Bewohnern seiner Stadt mancherlei Privi-legien gewährt. Damals hat der Gott, wieschon erwähnt, auch in Alexandria einen Kultgefunden, ebenso in Arsinoe im Faijüm (woes eine Strafse Μενδησιον giebt, Wilclcen inZ. d. Gesellsch. f. Erdlcwnde 1887 S. 31 Anm. 3).Statuen mit Widderkopf, die dem Mendes heiligsind, finden sich nach der angeführten Inschriftin allen ägyptischen Tempeln.
In seinem Kreise gilt der Bock von Mendes,wie jeder ägyptische Gott, als der höchste Gott.„Der göttliche Bock, der oberste aller Götter“lautet die Beischrift zu der oben mitgeteiltenAbbildung. Die ägyptische Theologie hat dieAnsprüche der Lokalgottheiten bekanntlichdurch eine umfassende Götteridentifikationauszugleichen gesucht. So wird auch der Bockvon Mendes, ähnlich wie der Apisstier, für„die lebende Seele des Osiris“ erklärt —dabei wirkt mit, dafs das Wort ba „Bock“auch „Seele“ bedeutet und später auch indieser Bedeutung häufig mit dem Widder-zeichen geschrieben wird. Weitere Identifi-kationen zeigt der Name, den der unter Ptole-mäos II. inthronisierte Bock erhält: „Königvon Ober- und Unterägypten, der lebendeBock“ (oder „die lebende Seele“) „des Re(des Sonnengottes), des Schu (des Luftgottes),
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