Band 
Zweiter Band, zweite Abteilung. Laas - Myton.
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2775-2776
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Mendesia

Menelaos

So meldet man dem Ptolemäos II. auf der oftangeführten Inschrift:Bin lebender Bock [oderlebende Seele d. i. ein heiliger Ziegenbock]hat sich gezeigt auf dem Felde im Osten vonMendes, wo er schon einmal gefunden ist, heidem Orte Tes-chas, damit deine Majestät ihninthronisiere. Lafs Schriftgelehrte [ihn unter-suchen .. . Da kamen] fünf Gelehrte (?) ausihren Städten, und als sie seine Gestalt nachder Vorschrift untersucht hatten, gaben sieihm den Titel 'Lebende Seele des Re' u. s. w.und meldeten es dem König, der seine feier-liche Einführung befiehlt. Ganz ebenso wirdbekanntlich überall bei den heiligen Tierenverfahren.

Herodot 2, 46 belichtet noch:in diesemGau geschah zu meiner Zeit folgendes Wunder:ein Ziegenbock begattete öffentlich ein Weib.Dies kam zur Kunde der Menschen. Das hatbereits Pindar erwähnt, fr. 201 Bergk (Aristi-des 2, 484; vgl. Strabon 17, 1, 19): ΑίγυπτίανΜένδητα, πάρ κρημνόν &αλάσσας, εοχατον Νεί-λου κεράς, αίγιβάται ό&ι τράγοι γνναιξ'ι μίβγον-ται. Dafs wir es mit einer echtägyptischenLegende zu thun haben, zeigt der TitelderbegattendeBock, Oberhaupt der jungen Frauen,den, wie erwähnt, der Gott Mendes führt. Offen-bar gilt Mendes als ein Gott der Zeugung, derspeziell den Frauen Fruchtbarkeit gewährt.

Dafs Name und Kult des Mendes aufser-lialb Ägyptens vorkämen, ist mir nicht be-kannt. Nur in Gades hat sich neben anderenAmuletten mit ägyptischen Gottheiten aucheine Darstellung des Mendes in Widdergestaltmit einer von der oben abgebildeten nur wenigabweichenden Krone gefunden {de Laigue, Eev.archeol. 3 Serie 20 1892 293 f. Abbild, nr. 3).

[Eduard Meyer .]

Mendesia ( Μενδηαία ), Beiname der Artemis auf einer Inschrift von der Insel Astypalaia,Hofs, Inscr. ined. 2 p. 48 nr. 158 Z. 17. 29 undSofs a. a. 0. p. 49. [Höfer.]

Mendesios Nomos s. Mendes und Lokal-personifikationen.

Mendis (Μενδΐ 's) = Bendis (s. d.), Beicher,An. 3, 1192, 24. Gegen die Bel. 1 Sp. 783acceptierte Deutung Grimms der Bendis erhebtWiderspruch Tomasehek, Die alten Thraker 2.Sitzungsber. d. kais. Alcad. d. Wiss. 130 (1893),47 f.; nach ihm ist Bendi (Mendi) abzuleitenaus Wurzel bend, indogerm., bhendh- 'binden,vereinigen, und bedeutet 'Verbinderin, Eini-gerin, Ζυγία ; der Name Bendis bezeichnet dieGöttin als Schutzgöttin der geschlechtlichenVereinigung und des Zusammenwohnens; inder von Plato de re p. 327 f. (oben Sp. 780, 46 ff.)erwähnten Sitte des Fackellaufes bei den Ben-dideia sieht Tomasehek a. a. 0. 48 eine Parallelezu unserer Sonnwend- und Johannisfeier, viel-leicht auch einen Bezug auf die Hochzeits- ifackel und das Mondlicht der Selene-Artemis;ferner glaubt er auch(S. 65f.), dafs in vielenBeziehungen Bendis sich mit der griechischenHestia deckt. Über den M-Anlaut in Mendiss. Tomasehek 47; vgl. auch Maspero , Ztsclir.f. ägypt. Sprache 20 (1882), 128; Bescher inCurtius, Stud. z. gr. u. lat. Gr. 3, 141. Vgl.Mende. [Höfer.]

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Mene (Μήνη, Μήνα), die Mondgöttin, gan zgleich der Selene (s. d.), so dafs beide Wörter alsAppellativa und als Nom. propr. eins für dasandere gesetzt werden. Appellativ z. B. μή νηII. 18, 374. 23, 455. Ap.Bhod. 3, 533; personnfieiert Μήνη, Find. 01. 3, 20. Nom. hymn. 32, lAp. Bhod. 4, 55. Hermesian. bei Athen . 13, 597 c 'In Nonn. Dion, kommt Mene häufig vor, undda die Mondgöttin als eine Erregerin eksta-tischer Gemütsbewegungen gilt, heifst es mitBezug auf den Namen 44, 227: είμ'ι δε ΜήνηΒακχιάς, ονχ ότι μοννον εν αΐ&έρι μήναςέλίΰβω, αλλ ότι και μ αν ίη ς μεδέω και λνσααεγείρω. Als Mondgöttin wird sie auch HekateArtemis, Persephone genannt, 44,193. 197. 204.Vgl. Mena. Weiteres unt. Mondgöttin. [Stoll]

Menebrontes (Μενεβρόντης), einer der Söhnedes Herakles und der Megara, Baton bei Schol.Find. Isthm. 3 (4), 104 (Müller, Hist. gr. 4 p. 350fr. 5). [Stoll.]

Menedamos s. Menedemos .

Menede'is (Μενεδηίς) , Tochter des Skeiron,Gemahlin des Aiakos , Mutter des Peleus, Schol.II. 21,185. [Stoll.]

Menedemos (Μενέδημος) , Eieier und Vaterdes Buneus (Buneas, s. d.), der dem Heraklesseinen Sohn zur Räumung des Stalles des Au-geias mitgab, Ptolem. Heph. 5 p. 194 Westir-mann; ebend. p. 193 wird erzählt, dafs Apollon den Vers Hom. II. 4,127 ονδε αέ&εν, Μενέλαε ,&εο'ι μάκαρες λελά&οντο auf eine Anfrage inseiner Antwort verändert habe in ονδε ΰέ&εν,Μενέδημε , fffoi μάκαρες λελά&οντο. Nunfindet sich im Schol. Ooid. Ibis 451 die Notiz:Menedemus unus dux Graecorum apud Troiamplurimis vulneribus cultrorum interfectus fuit,quare a sacris eius culter solet abesse, ut aitGallus, und Kallimachus im Schol. Orrad.a. a.O.sagt, es sei in insula Gretensi sacrificiumMenedemo heroi nec ferro quicquam immolariquia is plurimis vulneribus in bello Troianoperiit. Diese Erzählung und den oben ange-führten Vers hat Dilis in der Ausgabe desIbis p. 78 dahin kombiniert, die Landsleutedes Menedemos hätten sich an das delphischeOrakel gewendet mit der Anfrage, ob sie demMenedemos Heroenehren erweisen sollten, undhätten obige Antwort erhalten. Bei Ciem.Alex, admon. ad gentes p. 26 a Sylburg wirdunter den δαίμονες επιχώριοι ein Heros Mene-demos genannt, der bei den Kynthiern verehrtwurde. Vgl. G. I. Gr. 7378. [Höfer.]

Meneklos (Μένεκλος), Aithiope, Genosse desMemnon, vor Troia von Nestor erlegt, Quint.Smyrn. 365. [Stoll.]

Menelaites s. Lokalpersonifikationen Bd. 2Sp. 2106.

Menelaos (Μενέλαος), nach Homer und dervorherrschenden Sage Sohn des Atreus (II. 1,98. 17, 79; daherΛτρείδης, II. 3, 350. 5, 50),des Königs in Mykenai , aus dem Hause derPelopiden, ein jüngerer Bruder des Agamemnon (s. d.). In nachhomerischer Zeit, besonders beiden Tragikein, wird als Gattin des Atreus (s. d.)und Mutter des Menelaos und Agamemnon undder Anaxibia (s. d.) die Kreterin Aerope (s. d.)genannt, die verbuhlte Tochter des Katreus,welche viel Unheil in das Haus des Atreus