2801 Menthe
Menthe oder Minthe (Msv&g, Miv&g , Miv&ce),eine Nymphe der Unterwelt (KamvTig Nvytprj,Opp,) lind Buhle des Hades. Bei Photios heilstsie eine Nais und Tochter der Peitho. Perse-phone (oder ihre Mutter Demeter ) mifshandeltesie aus Eifersucht und trat sie mit Fölsen oderzerrifs sie, worauf Hades sie in das KrautMinthe (Krauseminze) verwandelte, das zuerstam Berge Minthe in Tripbylien im Gebiete vonLepreos hervorwachs. Hier, wo sich ein heiligerBezirk und ein Hain der Demeter befand, wuchsdie dem Hades geheiligte, starkriechende undkeine Frucht tragende Pflanze in grofser Mengeund hat dem Berge seinen Namen gegeben,Strab. 8, 344. Phot. s. v. Miv&a. Schol. NiJcand.Alex. 374. Opp. Hai. 3, 486. Poll. Onom. 6, 68.Et. Gtid. p. 395. Ovid. Biet. 10, 729. Lübeck ,Agl 2, 833. Preller, Demeter u. Perseph . 173.Preller, Gr. Myth. 1, 681. Curtius, Pelop. 2, 88.[. Kaibel, Hermes 30 (1895), 439. Höfer.] [Stoll.]
Mentiviacusl Ephem. epigr. 2 S. 242 zu C. I.I. 2, 2628 = C. I. L. 2 Suppi. S. 909 nr. 6649(Zamora in Tarraconensis ); DEO MENIIjVlACO IM. Atilius Silonis . f \ Quir. Silo | ex . voto.'Tertium elementum N esse, contra veterumdescriptorum fidem, certum est; sed versusprimus, evanidus fortasse antiquitus, relictusest aperte a manu imperita, fortasse saeculiXVI exeuntis . . . tum sequuntur hastae duae,quarum prior tam T potest fuisse quam I,altera quaecunque fere a tali hasta incipitlittera; nam lapis in fine ibi effractus est.itaque etiam post elementa illa duo incertasecuta esse possunt unum alterumve non am-plius. de dei igitur nomine certa ratione resti-tuendo utique desperandum; potest fuisse Men-tmiacus’ Hübner zu d. Inschr. [E. Peter.]
Mentor (Msvrcog). 1) Sohn des IthakesiersAlkimos — ’MxiyiSris — Hom. Od. 22, 235,Freund und Genosse des Odysseus, dem dieserbei seiner Abreise nach Troia die Aufsichtüber sein Hauswesen gegeben hatte, sprichtsich nachdrücklich in der Volksversammlungüber das Unwesen der Freier aus, Hom. Od.2,225ff. 24, 456. Athene nahm wiederholt seineGestalt au, 2, 267. 401, so, als sie den Tele-machos nachPylos zu Nestor begleitete 3, 22 ff.240ff. 4, 654fl. und den Odysseus zum Kampfegegen die Freier ermutigte 22, 206 ff. 24, 446;auch im Kampfe gegen die von Eupeithes(s. d.) aufgestachelten Ithakesier steht sie demOdysseus in der Gestalt des Mentor hei undvermittelt den Frieden 24, 503. 548. — 2) Sohndes Eurystheus, samt seinen Brüdern Alexandros,Iphimedon, Eurybios und Perimedes von denAthenern getötet, Apollod. 2, 8, 1. — 3) Sohndes Herakles und der Thespiade Asopis, Apollod.
7, 8. — 4) Vater des Imbrios (s. d.) Hom.n. 13, 171. [Höfer.]
Menys (Mrjvvg), Vater der Pedias, Apollod.
14, 5, wo man besser Mvvpg statt Mrjvvsbest; s. Mynes nr. 2. [Stoll.]
Menytes (Mpvirgg), Beiname des Herakles!u Athen , Hesych. s. v. Hieronymos in der Vita,anonym. Soph. § 9 erzählt, als von der Akro-polis zu Athen ein goldener Kranz gestohlenworden war, habe Herakles dem Sophokles im Traume den Dieb offenbart. Sophokles er-
Mercurius (Name) 2802
hielt für seine Anzeige vom Volke ein Talentzur Belohnung und erbaute mit diesem Geldedem Herakles Μηνντης (dem Anzeiger, 1 at. Index)zu Athen einen Tempel. Vgl. Gia. de divin. 1,25, 54. [Stoll.] _
Menzana, Beiname des luppiter, dem dieSalentiner lebende Fohlen opferten, Festuss. v. October equus p. 181 M. Über die Ablei-tung des Wortes vgl. W. Tomaschek in Bezzen-bergers Beiträgen 9 (1885), 101, der es mitaltind. mad, mand ,,triefen“; griech. μαδ'„schwellen“, „strotzen“ etc. zusammenbringt.
[Höfer.]
Meon ( Mpcav = Μαίων), König von Phrygien und Lydien (Maionien), Gemahl der Dindyme,Vater der Kybele, Diod . 3, 58. [Stoll.]
Meranos (Μέρανός), Beiname des Zeus aufeiner Inschrift von der Insel Mykouos Τω BiΜερανφ καί Θεαις Nvvcpcag, Bull, de corr.hellen. 11 (1887), 275. Doch ist wohl das Epi-theton des Zeus nicht Μέρα vog, sondern Bl-μερανός, dessen Kultus für Arkesine bezeugtist, Homolle, Corr. hell. 15 (1891), 626f.; eineAltarinschrift aus Gorna Ofechovica (Bulgarien )ist gleichfalls Bti Βιμερανφ gewidmet, Arch.Epigr. Mitth. aus Oesterreich 15 (1892), 218,105. [Höfer.l
Mercurius , der aus dem Hermes αγοραίοςund ipnolaiog entwickelte latinische Gott desWarenverkehrs, der Beschützer der mercatoresund negotiatores (vgl. oben Bd. 1 Sp. 2381).
X. Name.
Als ältere Formen erscheinen aufser Mer-curius Mirqurios (alter Spiegel des viertenoder dritten Jahrhunderts v. Chr. aus Prae-neste bei Gerhard, Elr. Sp. 3, 181 Taff 182= C. I. L. 1, 59 = 14, 4099; vgl. oben Bd. 1Sp. 1233 Z. 34), Mircurios (auf einer etrus-kischen Cista aus Praeneste, C. I. L. 1, 1500= 14, 4106; Inschriften von den Inseln Lissaund Delos über der griechischen Übersetzung,3, 3076. Ephem. epigr. 4, 76; aus Firmum in Pi-cenum, C. I L. 9, 5350; vgl. Varro bei Vel.Long. S. 2236 in den Gramm, lat. 7, 77), Mer-curis auf einem alten Gefäfs aus Praeneste( C . I. L. 14, 4105; vgl. 5,7874 aus Cemenelum),Merqurius (zu Eom, 6, 518; am lacus Leman-nus, 12, 2440). Schon die Alten leiteten denNamen zweifellos richtig von merx ab (Paul.Diae. S. 124. Serv. Verg. Aen. 4, 638. Augustin,de civ. dei 4,11. 7, 14. Mythogr. Vat. 2 prooem.2,42. 3 prooem.)·, in Bezug auf die Ableitungs-silbe vgl. Namen wie Titiirius, Mamurius, Ve-turius. Unmöglich ist die dem Varro vonVel. Longus a. a. O. zugeschriebene Ableitungdes Namens von mirari und die des Arnobius(3, 32) von medicurrius; vgl. Isidor. Orig. 8,11, 45.
II. Kultus und älteste Überlieferung.
Nach der Überlieferung wurde dem Mercu-rius zu Eom der erste Tempel im Jahre derStadt 259 (= 495 v. Chr.) auf Volksbesehlufsnicht von den Konsuln, sondern durch denCenturio M. Plaetorius geweiht; erbaut wurdeer also gleichzeitig oder noch etwas früher
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