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Zweiter Band, zweite Abteilung. Laas - Myton.
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2805-2806
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2805 Mercurius (Opfer; caduceus)

Abgesehen von den mercatores im allge-meinen lag der Kult des Mercur von Anfangan besonders dem oben (Sp. 2803) erwähntenKollegium, offenbar einer zunftartigen Kult-nenossenschaft ob, die wohl eigentlich denNamen collegium Mercurialium führte(Cie. ad Quint, fr. 2, 5, 3), aber auch allgemeinals collegium mereatorum (Liv. 2, 27, 5) odercultorum Merourii bezeichnet wird (s. untenSp. 2824) und als hauptsächlichster Verbreiterdes Mercurdienstes zu betrachten ist, da sich,wie wir unten Sp. 2824f. sehen werden, späterauch im übrigen Italien sowie in den Pro-vinzen wohl nach ihrem Muster gestalteteVerbindungen finden. Es gehörte dasselbewahrscheinlich zu den Genossenschaften derursprünglich aufserhalb des Weichbildes derStadt gelegenen Gaue ( Jordan, Topogr. 1,1, 278Anm. 43. Gilbert a. a. 0. 2 S. 252, 2); wieauch anderwärts mögen sich eben die fremdenKaufleute zuerst aufserhalb der Mauern, undzwar hier wohl an der porta Capena , angebauthaben, an dem Wege, der nach den für denälteren römischen Getreidehandel wichtigstenGegenden (Liv. 2, 34, 4. Dion. Hai. 7, 2) führteund später als via Appia zur Kunststrafse wurde,da in dieser Gegend Tempel und Quelle desMercur lagen. Auch befand sich nicht weitwestlich davon oberhalb des Pons subliciusam Forum boarium jedenfalls der Landeplatzfür die Zufuhr aus Etrurien, so dafs hier derHaupthandelsverkehr zusammentraf.

Wie aufserhalb Roms (s. unt. Sp.2824f.), somögen auch in der Stadt selbst an der Spitzedes Kollegiums magistri oder curatores ge-standen haben, denen die Vollziehung derKulthandlungen oblag.

Das Opfertief des Mercur ist beson-ders der Bock (Arnob.7,21. C. I. L. 8, 8246 f.;vgl. oben Hermes Bd. 1 Sp. 2399. 2404), der,ebenso wieder gleichbedeutende Widder (C.I.L.6,516. 12,1316. Brambach, C. I. Bh. 1460), auchals Attribut neben ihm erscheint ( Brambach1813. 1829. C. I. L. 12, 3091; vgl. oben HermesBd. 1 Sp. 2378. 2395 und Wieseler, Jahrb. d. V.v. A. im Bheinl. 37,126 ff.). Dagegen erhält erdas Opfer eines Kalbes bei Ovid . Met. 4, 755;ygl. o. Bd.l Sp. 2397 Z.55, und G. I. L. 12,1316ist auf einem Mercuraltar ein mit einer Opfer-binde geschmücktes Schwein dargestellt. AlsTrankopfer diente, wie bei anderen Göttern,gewöhnlich Wein, nur der Mercurius Sohrius(zu Rom , Orelli-Henzen 5094 = G. I. L. 6,9714. 6, 9483, und in der civ. Vazitana Sarrader prov. proconsul. in Afrioa, Fphem. epigr.5, 1212) erhielt statt dessen Milch (Fest. u.Paul. S. 296 f.), ein Brauch, der wohl eigent-lich den Hermes vopios (s. o. Bd. 1 Sp. 23782.36) anging. Bei Handelsgeschäften wurde demMercur zuweilen ein bestimmter Gewinnanteilris Opfer versprochen, so z. B. ein TausendstelBei Petron . Sat. 67. Auch findet sich, abge-sehen von Standbildern und Altären, eineyotivhand mit Geldbeutel und Dedikations-inschrift (G. I. L. 12 , 5951 ).

Als Symbol des Mercur scheint in La-hum von Anfang an der caduceus, derotab des Glückes, die charakteristische Bei-

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gäbe seines Vorgängers Hermes (s. oben Bd. 1Sp. 2365. 2380. 2401. 2427), gegolten zu haben,da er schon auf aes signatum, dem ältestenrömischen Gelde, als Symbol erscheint (s. nnt.Sp. 2811), und auch der Flügelhut und dieFlügel schuhe (vgl. ob. Bd. 1 Sp.2400) dürftenihm stets eigen gewesen sein (s. unt. Sp. 2811).Über die Umbildung des alten Hirten- undHeroldsstahes zum Schlangenstahe s. ob. Bd. 1Sp. 2427 Z. 14ff. Neben ägyptisch-phönikiseh-karth agischen Symbolen kommt der caduceusauf Vofcivstelen des Baalcbammän vor (s. o.Bd. 1 Sp. 2872 Z. 7 u. Abb. auf Sp. 2869).M. Mayer, Mylcen. Beitr. II im Arch. Jahrb.7, 1892 S. 198 meint, dafs das Prototyp descaduceus vielleicht iu dem vierten Schachtgrabezu Mykenai (Schliemann , Mykenae nr. 45lf.)und in den Felsreliefs von Ayazeen in Phrygien (Journ. of hell, stud. 3 S. 9. Atlas Taf. 21 B)vorliege. Ganz verkehrt ist die Deutung descaduceus b. 0. A.Hoffmann, Hermes u. Kerykeion.Marburg 1890. Mercurdarstellungen mit Pe-dum, das zuweilen auch keulenartig gebildetwird, weist Wieseler in d. Abh. d. K. G. d. W. z.Göttingen 35 1888, Arch. Beitr.l S. 18ff. nach.

Später finden sich von den Symbolen desHermes (s. oben Bd. 1 Sp. 2400 f. 2427) aufserdem bereits angeführten Bock und Widderauf Mercur häufig übertragen die Schild-kröte (Brambach, G. 1. Bh. 1797. 1813. 1854.

C. I. Ij. 12, 3090. 4136. Cohen, Med. imp. s 3S. 54 M. Aurel 532535; vgl. W. Gurlitt, Mer-cur mit Schildkröte in den Arch. - epigr. Mitteil,aus Österr . 2 1878 S. 66f. Taf. 5) und der Hahn(Brambach 1847. 1849-1851. 1854. C.I.L. 12,1316. 3090. 4136. 5693, 1. Cohen a. a. 0. Arch.Zeit. 5 1847 S. 10*; vgl. oben Bd. 1 Sp. 2387).Abgesehen von den dort angeführten Gründen,welche die Beziehung des Hahnes zu Hermesrechtfertigen sollen, ist noch an den Glaubenzu erinnern, dafs man im Besitze der rechtenvon den längsten Schwanzfedern des Hahnes,ähnlich wie mit der Wünschelrute (= mjgv-nsiov), jedes Schlofs öffnen könne und selbstunsichtbar werde, sowie dafs der Hahnenrufeinen aushrechenden Brand oder den Tod einesMenschen ankündige (Lucian. somn. s. gall. 28 f.Petron. sat. 74), vgl. Grimm, Deutsche MythJ 1S. 558 und Nachtr. S. 192. H. H. Meyer,Germ. Myth. § 149. Ferner ist noch auf dieInschrift eines Grabmals der Flavier in Cilliumbei Tunis (C. I. I. 8, 213, 13 ff.) hinzuweisen,nach welcher auf der Spitze des hohen Bau-werkes ein Hahn, doch wohl als Windfahne (Jahnin d. Ber. d. sächs. Ges. d. W. 2 1850 S. 195),angebracht war, ein Brauch, der sonst für dasAltertum noch nicht erwiesen ist (Grimm,

D. MJ 1 S. 558f.). Aufserdem ist der Hahn,ebenso wie Book und Widder, nur Symbol derFruchtbarkeit und deshalb den chthonischenGöttern überhaupt heilig (s. oben 2 Sp. 1336,39ff.); vgl. Athen . 9, 46 S. 391 d, e und 9, 16S. 373 f. Colum. 8, 2 u. 11.

Eine gröfsere Zahl Symbole zusammen er-scheinen hei Fulgent. myth. 1, 21. Mythogr.Vat. 3, 9, 3. Albric. de deor. imag. 6. Mont-faucon, Lantigu. expl. 1 Taf. 72; vgl. ob. Bd. 1Sp. 2427 Z. 41 ff.

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