2811 Mercnrius (auf ält. röm. Münzen)
bestimmt zu erweisen ist (s. o. Bd. 2 Sp. 147.150. 152 und vgl. Aescolanus, Argentinus,Pecunia, Lucrii, ebenda Sp. 190. 193. 213. 203).Erst durch die Gleichsetzung mit Hermeshat er seine göttlich-individuelle Gestalt er-halten. Dafs Mercurius nun in Latium schonGott der Handelsschilfahrt ist, beweist der sonstin dem Landstädtchen Signia (s. oben Sp. 2809)ganz unverständliche Delphin (vgl. unt. Sp.2812den etruskischen Spiegel). So finden wir ihnauf Denkmälern als Mirqurios zuerst, d. h. wohlim 4. oder 3. Jahrhundert v. Chr. ( Gerhard, Etr.Sp. 3 S. 182), in Praeneste, zwar auf den obenSp. 2802 erwähnten Werken etruskischer Tech-nik, aber durchaus von Gestalten der griechisch-römischen Mythologie umgeben, neben Alixen-tro[s], neben Iuno , Iovos, Herde, Apolo, Leiber,Victoria, Menerva, Mars, Diana, Portuna undneben Micos (= Amicos = Patroklos?), Aciles,Victoria, Herdes, Diespiter, Iuno , Iacor (= Hec-tor?, Memnon?), Aiax, Vertus ( C. I. L. 14, 4099.4105f.). Vgl. auch 14, 2896 und die sehr alteInschrift zu Forum novum im Sabinerlande,9, 4775, sowie den Kult in Tusculum , Venusiaund Caere (s. oben Sp. 2803f.).
Durch den mit der Lirisebene und Cumaebetriebenen Getreidehandel (Liv. 2,24, 3. Dion.Hai. 7, 2) gelangte Mercurius schon im Anfangdes 5. Jahrhunderts v. Chr. nach Rom , wobeidie aus dem äolischen Cumae stammendensibyllinischen Sprüche unterstützend mitge-wirkt zu haben scheinen (s. oben Sp. 2808).
Dem entsprechend schliefsen sich die äl-testen römischen Münz dar Stellungendes Hermes -Mercur genau an die erwähntengriechisch-italischen Vorbilder an, wie ja auchalle anderen älteren römischen Münztypen nurNachbildungen griechischer Muster sind (Babe-Ion, Monn. d. I. rep. Born. Einl. S. 11 f.).
Der caduceus findet sich in der gewöhn-lichen Form schon auf dem ältesten mit Münz-zeichen versehenen römischen Gelde, dem aessignatum ( Babeion a. a. O. Einl. S. 4; vgl. S. 12und den caduc. über einem Rind, 1,1,14 S. 17aus der Zeit zwischen 317—211 v. Chr.). Vgl.oben Sp. 2810.
Der Mercurkopf mit Flügelhut ist derstehende Typus des Sextans; die Rückseitezeigt, wie bei allen älteren Kupfermünzen,stets — wohl als Wahrzeichen der Stadt Rom •— ein Schiffsvorderteil ( Babeion a. a. 0. Einl.S. 7ff. 11. Samicer - Bahrfeldt, Oesclächte d. röm.Müngio. in d. Wiener numismatischen Zeilschr.15 (1883) S. 22; vgl. oben Bd. 2 Sp. 24). Bei-stehend ist ein der Zeit zwischen 338 bis268 v. Chr. angehörender Sextans, aes gravedes vollen Gewichts, nach Babeion a. a. 0.1, 1, 55 S. 36 abgebildet; s. Abbildung 2.(Samwer - Bahrfeldt a. a. 0. S. 43 setzt dagegenden Beginn der Herstellung des römischenSchwerkupfers um 350 v. Chr.). Ein solchernach dem Fufse des as trientalis (268 — 217v. Chr.) findet sich ebenda 1,2,18 S. 46; sieheAbbildung 3. Die Rückseite trägt hier die In-schrift Roma über der prora. Ähnlich sinddie bei Babeion 1, 2, 30 S. 52; 44 S. 60 ab-gebildeten Sextanten, sowie die in den An-merkungen angeführten zahlreichen Abarten
Mercurius (auf ält. röm. Münzen) 2812
dieses Typus, die zum Teil schon Wappenuud Monogramme der die Prägung ausfüt.
renden Beamten oder des Münzortes
zeigen.
Auch die nach dem Fufse des as uncialis unjsemiuncialis ge-schlagenen Sex-tanten aus derZeitvon217—154v. Chr. und von10 da bis zum Endeder Republik bieten dieselbenMünzbilder (Ba-beion a. a. 0. 1, 2,
53 S. 64 und Einl.
S. 16), nur kommtder ausgeschrie-bene Beamten-name auf der20 Rückseite hinzu.
Auf all diesen
Münzen ist der Gott jugendlich bartlos, mitFlügelhut, durchaus nach Art des griechischenHermestypus der völlig freien Kunst gebildet,vgl. Samwer-Bahrfeldt a. a. 0. S. 33 ff. Übetoder unter dem Kopfe bezeichnen zwei Punktedieselbe als Sextans.
Verhältnismäfsig selten erscheint Meran dagegen auf älteren Münzen anderer Art; so30 auf Assen von Ardea (Babeion Einl. S. 7), aufeinem Quadrans einSextanstypus mitMünzstättenzeichen Tzu Wien (Samiver -Bahrfeldt a. a. 0. Taf.
4, 15 S. 215), auf De-naren der gens Ma-milia, die ihr Ge-schlecht auf Telego-40 nos, den Gründer vonTusculum, und durchdiesen auf Odysseus und Hermes zurück-führte, etwa 84 v.
Chr. (Babeion 2 Ma-
milia, 6 S. 173), und auf Sesterzen aus derZeitvon 49 bis 43 v. Chr. (Babeion 1 Antia 5 S. 150;2 Papia 5—7 S. 284f.; Sepullia 11. 12 S. 441;Vibia 21 S. 547).
bo Bemerkenswert ist ein Doppelkopf des Her-cules und des Mercur, der Götter der Paläste(s. oben Bd. 1 Sp. 2344 Z. 24, Sir. 2358 Z. ärfSp. 2368 Z. 60 ff.), auf einem As der gens ßubria,etwa 83 v. Chr. (Babeion 2 Bubria 6 S. 408);vgl. caduc. und Keule (Cohen, Med.
2, 355. 879), Cic. ad Att. 1 , 10, 3. Visconti,Mus. Pio-Clem. 6 Taf. 13 S. 88ff'.; s. Herrn-athene.
Trotz der Wahrscheinlichkeit, dafs Mercw60 auf dem bezeichneten Wege nach Rom ge·kommen ist, dürfte doch auch die Mög-lichkeit einer Einwirkung von Etr»·rien aus nicht ganz auszuschliefsen sei»Hier erscheint nämlich Hermes, der oft du*®den einheimischen Namen Turms (s. d.) oderTurmus bezeichnet wivd und zuweilen de«Widder oder den Hahn, einmal (Gfl'/w™·Etr. Sp. Taf. 71, 7) den Delphin, wie auf » el1
'QÜT