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Zweiter Band, zweite Abteilung. Laas - Myton.
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2815-2816
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2815 Mercurius (Glücksgott)

Mercurius (Friedensgott) 2816

vgl. Fortuna felix oben Bd. 1 Sp. 1512 Z. 41ff.)und in besonders charakteristischer Auffassungzu Pompeji ( C. I. L. 4, 812), wo neben einemMercurbild mit caduc. und Geldb eutel die In-schrift steht: Mercurius \ felix CC(J|ODDXXX.

In ähnlichem Sinne hält Felicitas dencaduc. neben dem Füllhorn auf Münzen desGalba , Titus, Domitianus und anderer {Cohen,Med. imp.* 1, 323, 67. 435, 77 ff. 480, 98 ff.),oder der caduc. erscheint zwischen zwei Füll- iohörnern {Babeion, Monn. d. I. rep. Born. 1 An-tonia 34 S. 171; 2 Marcia 19 S. 192), welchesSymbol später geradezu mit der Inschrift tem-porum Felicitas versehen wird {Cohen a. a. 0.

3, 323, 718 ff. u. öfter). Selbstverständlich istdieser Mercur auch Verleiher der Glückslose,der sors Mercurii {C. 1. L. 3, 6017, 9. 10, 8072,

13; vgl. 8, 10908 und 'Eggov ob. Bd. 1

Sp. 2380 Z. 31 ff.). Nahe verwandt mit Mer-curius felix scheint der M. caelestis fatalis 20einer Inschrift zu Rom zu sein {C. I. L. 6,521), wenn derselbe nicht etwa mit Jordanbei Preller, B. M. 6 2 S. 233 Anm. 4 auf denägyptischen Hermes (s. unten Sp. 2827) zu be-ziehen ist, und vielleicht gehört auch der Mer-curius rex {Brambach 70. 79?) hierher, da erauf ersterer Inschrift mit Fortuna gleichgesetztwird {s. unten Sp. 2825), falls nicht an denHermes Kasmilos, der den Beinamen ava£,führt (Inschrift aus Imbros bei Conze, Meise 30auf den Inseln des thralc, Meeres S. 91 Taf. 15, 9),oder an Hermes avai, (oben Bd. 1 Sp. 2388Z. 67) zu denken ist. Vgl. endlich den zweifel-haften Beinamen omn[ipotens?J, G. I. L. 12,1709.

Ist Mercur aber einmal Glücksgott, so er-klärt sich, warum man ihm nach Empfangvon Ehrenstellen dankt {C. I. L. 3, 1792 f.;

5, 6777; 8, 1842. 4579. 10553; 9, 976; 10, 7267)und Verleihung des Frohsinns zuschreibt {ut 40facias hilares, C. I. L. 5, 6506), in welcherEigenschaft er den Beinamen Euphrosynusführt {C. I. L. 6, 522). Vielleicht gehört auchdie ebenda erscheinende Bezeichnung Epulohierher, da svepgocvvri besonders von derFreude beim Mahle gebraucht wird und aufein solches die an den Seiten des betreffen-den Altars dargestellten Flöten und Becherdeuten; vgl. jedoch Iuppiter Epulo (obenBd. 2 Sp. 735 Z. 32). 50

Dem Glück verleihenden Mercur {Auson.Epigr. 11, 5) gelten ferner die Beinamen Consen-tiens {C. I. L. 3, 898), bene merens {Brambach958), Propitius? {C. I. L. 12, 2440) und seinGegensatz Malevolus {Paal. u. Fest. S. 160 f.).

Er wird zum Schutzgott von Städten: Mercu-rius Alexandriae zu Capua {C. I. L. 10, 3847),

M. potens Thysdritanae coloniae praeses et con-servator (8, 51; vgl. Orelli 1405), und überhauptzum Mehrer des Wohlstandes in Haus und Hof co{Pers. sat. 2, 44ff; vgl. Hermes vopiog undigiovvwg ob. Bd. 1 Sp. 2378 f.), in welcher Eigen-schaft er d en Namen Mercurius domesticus(Brom-bach 1324) erhält, dem wieder der M. censualis{ß. I.L. 3, 5943; vgl. oben Cisonius), der Ver-treter der Vermögensabschätzung, nahe steht.Letzterem gilt wohl auch die Inschrift einesSteuerbeamten, eines servus sociorum quadra-.

gesimae {C. I. L. 12, 5362) und vielleicht i BRücksicht auf die manumissio censu die einesFreigelassenen libertatis causa {C. I. L. 5, 6574 ·vgl. 12, 1081.1314. Brambach 1325. 1327), wennnicht eher an einen Freikauf, wie er z. B. beiApollon {Preller, Gr. MythJ 1, 1, 247, 2; vgl.die zahlreichen neuerdings zu Delphi gefun-denen Inschriften dieser Art) und der VennsErycina {Cic. in Caecil. 17, 55) vorkam, oderan Hermes als den Gott der Diener (s, obenBd. 1 Sp. 2362) zu denken ist.

Wie zum Glücksgott wird der Handelsgottandererseits, da der Handel nur im Frieden ge-deiht, auch zum F r i e d e n s g 0 11, zum Mercuriuspacifer {0v. Met . 14, 291; vgl. Fast. 5,665. Münzedes Postumus bei Cohen, Med. imp. 2 6,36,193) undder caduc. zum Symbole des Friedens und seinerGaben {Babeion a. a. 0. 1 S. 552). So führt letz-teren Pax auf Münzen des Augustus, Otlio,Vespasianus, Domitianus und anderer {Cohn

а. a. 0. 1, 92, 218. 220; 352, 2 ff.; 390, 296ff.;500, 339. 347ff.; 5, 11, 18f.) und ebenso Con-cordia (s. oben Bd. 1 Sp. 921 Z. 56). Auch inder Hand der Victoria ist er in diesem Sinneaufzufassen {Babeion a. a. 0.1 Caecilia 51 S. 280;Hostilia 5 S. 553), oder wenn er neben derPalme und dem Lorbeerkranz erscheint (eben-da 2 Sicinia 5 S. 460). Dieselbe Bedeutunghat das Symbol der den caduc. allein oderspäter zuweilen neben Mohn und Ähren hal-tenden verbundenen Hände auf Münzen {Ba-beion a. a. O. 1 S. 113. 173. 358; 2 S. 88 . 99.Ulf. 145f. 241 f. 384f. 461. 469. 547; vgl. 22.Sehr oft bei Cohen, Med. imp.)·, auf einerLampe {Winnefeld, Beschreibung d. Vasens. tuKarlsruhe nr. 926).

Deshalb glaubte man auch, dafs Mercurim Gegensatz zur Iris, die später der Erisgleichgesetzt wurde, ad concordiam commo-vendam abgeschickt zu werden pflege {Plaut.Aniph. 8f. Serv. Verg. 4, 242. 8,138. Mythoijr.Vat. 2, 6 S. 86. 3, 4, 6). Vielleicht ist die Bei-gabe eines storchähnlichen Vogels auf einempompejanischen Gemälde ( Helbig,Wandgem.ü)hierher zu ziehen, da der Storch als Symbolder Coneordia gilt ( Iuvenal. 1, 116), wenn ersonst auch, wie schon sein Name im Hebrä-ischen iTjipn zeigt, als solches der Pietas be-trachtet wird.

Als Schutzgott der Wanderer {Caes.bell. gall. 6, 17, 1), insbesondere der reisen-den Kaufleute, wird Mercur, dem Götter-boten Hermes entsprechend, als viator be-zeichnet {C. I. L. 12, 1084. 5849), und viatoreserscheinen als seine Verehrer (3,5196. 5,4249.

б, 3703), auch gilt er wohl als Erfinder derWege (7,271: Beo. qiii. vias | et. semitas co»\mentus est etc.), und die Fiifse stehen unterseinem besonderen Schutze {Myth. Vat. 2, 206.3,11, 23; vgl. Serv. Verg. Ecl. 6, 3. Aen. 3, 607.Priap. 36, 6). Sein Bild stand an den Kren*·wegen, daher er in einer spanischen Inschrift{C. I. Ij. 2 Suppl. 5810) wahrscheinlich denBeinamen [comjpetalis führt. Er verleiht glück-liche Rückkehr als M. redu[cens?] (5, 4025; vgl.5, 4270. 5599, sämtlich aus gallischem Gebietentsprechend der Auffassung bei Caesar a. a. 0.)und deshalb wohl überhaupt Schutz und Rettung,