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Zweiter Band, zweite Abteilung. Laas - Myton.
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2827-2828
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2827 Mercurius (= Anubis und Thotb)

Sp. 2349 Z. 36 ff.; Sp. 2352 Z.33ff.; Sp. 2420Z. 40ff.) geradezu als praeminister bezeichnetund mit den camilli zusammengestellt wird( Varro cle l. 1. 6, 88. Kallibi. bei Serv. Verg. Aen.11, 543. 558 u. bei Macrob. Sat. 3, 8, 6; s. aberdagegen Müller. Etr} 2 S. 74), so ist es mirwahrscheinlich, dafs manche römische Anti-quare wirklich den älteren Kabir und Kore dencapitolinischen Göttern Iuppiter und Minerva oder den älteren Kabir, Demeter und Kore dencapitolinischen Gottheiten Iuppiter, Iuno, Mi-nerva gleichsetzten,' und dafs dann MercuriusCamillus dem diesen inSamothrake beigegebenenjüngeren, dienenden Kabir, d. h. dem als eineUmwandlung des boiotischen Pais zu betrach-tenden Kadmilos (0. Kern im Hermes 25, 1890S. 13)*), entspricht. Dieser fehlt bei Arnobius3, 40 und bei Macrob. Sat. 3, 4, 8; vgl. Robertbei Preller, Griech, Myth .*1 S. 852ff. Dafs aberMereur auch zu Rom im capitolinischen Tempelwirklich, etwa wie Terminus, mit dem man ihnhat identiflcieren wollen (Gerhard, Alcad. Äbh. 1S. 305, 7), und Iuventas (Liv. 1, 55. 5, 54) nachder dem Tarquinius Priscus zugeschriebenenBestimmung ( Interp. Serv. Verg. Aen. 2, 296)irgendwelche Verehrung genossen hat, ist an-zunehmen, da er jedenfalls im Giebelfelde desvonDomitianus errichteten Tempels zur Rechtender Minerva dargestellt war und zwar nochteilweise auf der erhöhten Basis selbst stand,welche den drei capitolinischen Gottheiten alsSitzplatz diente ( E. Schulze, Arch. Ztg. 30 1873S. 3. 7. Jordan, Top. d. St. Pom 1, 2 S. 101und oben Bd. 2 Sp. 719; vgl. R. Mowat, Büstede Mercure en bronze entoure des divinites duCapitole in der Gaz. arch. 9, 1884 S. 7ff. Tf. 3).Diesem Mercurius Camillus dürften die Bezeich-nung menestrator ( C . I. L. 6, 84; vgl. Müller,Etrusk , 2 2 S. 73) und vielleicht auch die Bei-namen Magnus ( G. I. L. 3, 79) und Sanctuss. oben Bd. 2 Sp. 2819 Z. 30 gelten. S. auchoben Bd. 2 Sp. 2528.

2. Mereur mit Anubis und Thoth gleichgesetzt.

Nach dem Vorgang des Hermes ipv%onoint6g(s. oben Bd. 1 Sp. 387 Z.3ff.; Sp. 2355 Z.55ff.)wurde auch Mereur dem ägyptischen Leichen-besorger und Totenwächter ( Brugsch , Bei. u.Myth. d. a. Äg. S. 671 ff.) Anubis ( Tertull. deanim. 2. 33. Serv. Verg. Aen. 8, 698. Mythogr.Vat. 1, 119. 2, 42. 3, 9, 8; vgl. Hermanubis),sowie dem Anwalt, Richter und Führer derVerstorbenen ( Brugsch a. a. 0. S. 465 f. 478.482 f.) Thoth (s. oben Bd. 1 Sp. 2366 Z. 40 ff.und Tertull. adv. Valent. 15. Augustin, de civ. dei18, 39. Interp. Serv. Verg. Aen. 4, 577), gleich-gesetzt, obgleich letzterer eigentlich ein Mond-gott ist (E. Meyer, Gesell, d. Altert. 1, 55 S. 65;vgl. Brugscha,. a. 0. S. 154. 452ff.). Dem Anubisgilt wahrscheinlich der dem Mereur einigemalbeigegebene Hund (Echhel, T). N. V. 4,68. 7,406.Cohen, Med. impl 5 Gallien 178. Gemälde zuPompeji bei Helbig, Wandgem. 12. Wieseler inden Jahrb. d. V. v. A. im Bheinl. 37 S. 129,19;vgl. oben Bd. 1 Sp. 2404 Z. 32 ff. und Gerhard,

*) P. 0. Schjott in Fleckeisens Jahrb. 141, 1890 S. 699erklärt ihn als Kadmi-El = Diener des Gottes. Siehedagegen Crusius oben Bd. 2 Sp. 866 Z. 19.

Mercurius (bei den Kelten) 2828

Etr. Sp. 3 Taf. 182), der auch als Begleiter desHermanubis erscheint (s. oben Bd. 1 Sp. 231 ;Z. 52ff.; vgl. Sp. 2310 Z. 44ff); von Thoth wirdbesonders die Erfindung der Buchstaben aufMereur übertragen (s. ob. Bd. 1 Sp. 2366 Z. 40 ffund Brugsch a. a. 0. S. 448); auch erklärt sichdie bei Ovid . Met. 5, 331 (vgl. Nicander heiAnt. Liber. 28 und Apollodor. 1, 6, 3, sowieHygin. Astr. 2, 28. Mart. Cap. 2, 176) berichteteVerwandlung des Mereur in einen Ibis ans derDarstellung des ersteren mit einem Ibiskopfe(Brugsch a. a,. 0. S. 439; vgl. die römisch-ägyptische Münze aus dem Nomos Hermopol.bei Head, Bist. num. S. 723, auf welcher Her-mes in einem Tempel mit cad., Beutel, Hunds-kopfaffen und Ibis erscheint). Endlich ist diebei Hermes - Mereur einigemal auf'tretendeSphinx (s. oben Bd. 1 Sp. 2427 Z. 50; Sp. 2432Z. 11) offenbar auf diese ägyptischen Todes-götter zu beziehen, obwohl sie eigentlich demHorus - Ra, Ra Harmachis zukommt; in derZeit des Synkretismus konnte sie aber wohlauch dem Thoth beigegeben werden (E. Meyer,Gesch. d. Altert. 1, 55 S. 65; 115 S.140).

3. Der Mercurius der Kelten.

Der höchste und durch die meisten und kost-barsten (Plin. n. h. 34, 7, 45. 47) Bildsäulensowie durch Meuschenopfer (Caes. bell. gall. 6,

16, 2 ff. Tertull. scorp. 7. Apolog. 9; vgl. auchPlin. n. h. 30, 1, 13) geehrte Gott der Gallierwar der Gott, welchen die Römer als Mercu-rius bezeichneten, offenbar weil er alsEr-finder aller Künste, als Führer auf Wegenund Reisen und als Gott des Gewinnes undHandels betrachtet wurde (Caes. bell. gall. 6,

17, 1).

Einheimische Namen und Beinamen dieserGottheit haben uns zahlreiche Inschriften er-halten. Im eigentlichen Gallien, in Poitiers und Meaux , heifst er Atusmerius (s. d. u. vgl.E. Esperandieu, Epigr. rom . du Poitou et dela Saintonge nr. 34 ff.) und Moccus in Langres (Orelli 1407). Mehr Namen finden sich in demursprünglich gallischen Rheingebiet : VonBesan-fon bis Köln Cisonius (s. d. und vgl. Brambach,C. I. Eh. 400. 1461. 1739. 1831), in der PfalzTourenus (Bram hach 1830) und vielleicht Cambos(s. d. und vgl. Brambach 1813. Grimm, PeutseluMyth.* S. 35 führt kamban als germanischenBeinamen des Grimr an)*), in Mannheim Alan-nus (s. d. und vgl. Brambach 1717). In derGegend von Speier, Heidelberg und Köngen heiEfslingen wird er mit dem Gotte Visucius identi-ficiert (Brambach 1581. 1696; vgl. 1704) und miteiner Göttin sancta Visueia verbunden (1581).

Ein Mercurius Vassus ? erscheint zu Bitt-burg bei Trier (Brambach 835: (I) nh d (d) Ideo. Mercu(rio) | Vasso. Caleti \ Mandaloniu(st\Gratus. d(d); vgl. Vassorix bei Brambach 1858)und Mero. Leud ... anus in der Nähe von Jülich (Brambach 592).

*) Die von G. Mehlis, Neue Beitr. z. mittelrhein. AUf'tumskunde in den Bonner Jahrb. Heft 94 veröffentlich^ 11Inschriften vom sog.Brunholdisstuhl hei Dürkheim a. II., die M. & ( Mercurio) Cisustio deo gelten sollen,sind nach F. Haug, Berl. philol. Wochenschr. 14, 1394, 39Sp. 1238 f. überhaupt nicht vorhanden.