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Zweiter Band, zweite Abteilung. Laas - Myton.
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2831-2832
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2831 Merdis

oder schlimme Bedeutung hat, sondern daissich dieselbe nach der desjenigen Sternes rich-tet, mit dem er in Konjunktion steht (Apul.de mundo 29 und Hildebrand z. d. St. Solin.fr. 3, 10. Serv. V. Aen. 10, 272. Georg. 1, 335.Mythogr. Vat. 3, 9, 5f.). Sonst wird seinepotestas auch als pernix, d. h. Behendigkeitverleihend, wie dies der Gott der Kingkunstvermag, bezeichnet (Apul. Flor. 2, 10 S. 41),oder er gilt für Kaufleute als gewinnver-sprechend ( Senec. suas. 4, 2).

Dafs man ihm Einflufs auf das Wetter zu-Bchrieb (vgl oben Bd. 1 Sp. 2387), deutet Vergil .Georg. 1, 337 an.

Umgekehrt wird dem Gotte später der Skor-pion (Mart. Cap. 2,177; s. oben Bd. 1 Sp. 2427Z. 45 und Montfaucon, Lantiqu. expl. 1 Taf. 73,6) und vielleicht auch der Steinbock (Wieseletin d. Jahrl·. d. V. v. A. im Eh. 37, 103 ff.) alsSymbol beigegeben, weil das Gestirn zu diesenSternbildern in Beziehung tritt (Tarruntiu sbei Solin . 1, 18. Plin. n. h. 2, 15, 64).

Mehrfach findet sich der Stern Mercur ganzin der gewöhnlichen Auffassung des Gottesunter den übrigen Göttern der Wochentagedargestellt, wie er unter diesen später auchim Circus einen Altar hatte (I. Laur. Lyd. demens. 1,12). Siehe d. Art. Sternbilder, sowie dieAbbildung oben Bd. 2 Sp. 1567 und vgl. dieZusammenstellung der Denkmäler bei Darem-berg et Saglio, (Dictionn. des antiqu. grecqueset rom. s. v. Dies S. 172f., wo noch C. I. L. 5,5051ff., Hettner im Arch. Ans. 4, 1889 S. 180und Strzygoivski im Arch. Jahrl·. Ergänzungs-heft 1 S. 41 Tf. 11 nachzutragen ist. DerselbeStern führt den Namen Stilbon, der Glänzende;bisweilen wird er dem Apollon zugeschrieben(Plin.n.h. 2, 8, 39. Macrol·. Sat. 1,19, 7), wasvielleicht auf mifsverständlicher Auslegung derBezeichnung des Mercur als Phoebi comes (Cic.somn. Scip. 4, 9. Claudian . 22, 440) beruht,wenn nicht vielmehr an ägyptischen Einflufs zudenken ist, wo Sebek = Mercur als Stern desSet, des pfeilschleudernden Gottes der ver-derblichen Sommerhitze, gilt (Brugsch, Mel. u.Myth. d. a. Äg. S. 203. 704. 715; vgl. ob. Bd. 1Sp. 430ff.). Eine auffällige Verschmelzung desMercur mit Sol-Apollon sucht Wieselet, Arch.Beitr. 1 S. 12 ff. in d. Abh. d. K. G. d. W. zuGüttingen 35 1888 zu erweisen. [Steuding.]

Merdis oder Merdos 3 In der Inschrift Bram-bach, C. I. Ehen. 1669 (vom Staufenberg beiBaden-Baden ), in berichtigter Lesung mitge-teilt von K. Christ in (a) Jahrbb. d. Ver. v.Alterthumsfreunden im Bheinl. 49 (1870) S. 105 f.,abermals (b) das. 50/51 (1871) S. 19.6 ff. (dazu52 [1872] S. 17lff.) und nochmals (c) das. 64(1878) S. 53 ff. (Der heltische Gott Merdos undder arische Mithras ): IN H D · D · | DEOSERjCW · MSKd | [. .] L · PRVSO vermuteteChrist zuerst (b) eine Erwähnung eines Mer-curius Merdis (d = Ligatur für DI), dannaber (c) nahm er unter Heranziehung der In-schrift Brambach 1902 (Hagenau ): D · MüDV ·MATVjTINA · COBEBRT, wo er MERDV anf-löst, auch in der in Rede stehenden Inschrifteinen Dativ MERDV von einem Nominativ

Meridianus daemon 2830

Merdos an (d Ligatur für DV) und brachtediesen mit Mercur identificierten keltischenMerdos in Zusammenhang mit Mithra (vgldas Nähere in der Abhandlung c). [R. Peter.l

Meretos? (Msgs tos?), Vater der Laothoewelche dem Hermes den Erytos und Echion gebar'Orph. Arg. 134. Sonst heifst die Mutter derbeiden Helden Antianeira, Tochter des Mene-tos, und bei Orpheus ist wahrscheinlich auchMenetos zu schreiben. S. Antianeira nr. 1 undMeneteis. [Stoll.]

Meridianus daemon (Ducange, Gloss. med.et inf. lat. s. v. daemon meridianus), SaigoviovftsayyßQivov (Psalm 90 (91), 6, wo aber dieseÜbersetzung nur aus falscher Lesart des hebräi-schen Textes entstanden ist, s. Franz Delitzsch ,Comm. üb. den Psalter 2 p. 20. H. GraetzKrit. Comm. za d. Psalmen 2 p. 515 f.), dasMittagsgespenst.

Nach weitverbreitetem, nicht nur auf Grie-chen und Römer beschränktem Glauben istnicht nur die Mitternachts-, sondern auch dieMittagsstunde die Zeit, in welcher Götter undDämonen auf der Erde ihr Spiel treiben. Werihrer in jener Stunde ansichtig wird, hat meistvon ihrem Zorn oder Mutwillen zu leiden.Nach Theokrit. id. 1, 15 ff. (s. (Roscher, Selenep. 161) darf zu jener Zeit der Hirt nicht dieSyrinx blasen, weil Pan da seine Mittagsruhehält (vgl. Philostrat. op. 2 p. 357 ed. Kayser]und den Störenfried bestraft. Doch erscheinter wohl auch zu jener Zeit, um einem Krankenzur Gesundheit zu verhelfen, Drexler, (DieEpiphanie des Pan, Philologus N. F. 6 (1894)p. 731f. An den Palilien flehte der römischeHirt die Pales an, ihn vor dem Anblick desFaunus zu bewahren, wenn er zur Mittagszeitdie Felder betrete, Ovid . Fasti 4, 762. KarlHaberland, Die Mittagsstunde als Geisterstunde,Zeitschr. f. Völkerpsych. u. Sprachwissenseh. 13(1882) [p. 310324] p. 313. Auch die Sirene,Crusius, Die Epiphanie der Sirene , PhilologusN. F. 4 (1891) p. 97107 (s. bes. p. 105f.) er-scheint zu jener Stunde; ebenso Hekate, LucianPhilopscuä. 22, und Empusa, Schol. Aristoph.Ran. 293, s. Rohde, Psyche p. 371 Anm. 1. 2,Um einen Pappelbaum tanzen zu Mittag dieNymphen in Dotion nach Callimachus , h. inin Cer. 38f.; s. Mannhardt, Wald- u. Feldlculte2 p. 8; Satyrn und Nymphen halten zu jenerZeit ihre Reigentänze nach Ausonius , Moselh ivs. 178ff., s. Schmidt, Volksleben der Neugriechenp. 95. Iason erblickt am Mittag die libyschenNymphen und wendet voll Scheu den Blickab, Apoll. Rhocl. 4, 1312 ff. Nach Callimachus h. in lav. Pall, 71 ff. erblickte zur MittagszeitTeiresias die Pallas, nach Ovid. met. 3, 144ff.zur gleichen Zeit Aktaion die Artemis im Bade,und beide werden dafür furchtbar bestraft.Der Heros Protesilaos erscheint iu jener Stundevon der Jagd zurückkehrend und legt sich zumSchlummer nieder, Philostr. op. 2 p. 143 ed.Kayser. Rohde, Psyche p. 639 Anm. 5 zu p. 638;desgleichen Bouplagos, Phlegon mirab. c. 3p. 126 ed. Westermann, s. Dilthey, Rhein . Mus.N. F. 27 (1872) p. 412 Anm. 1. Dem Empedo-timos erscheinen sv psasgßqCa ozafhggü Platonund Persephone , Proclus ad Plat. Rem puU.

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