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Meridianus daemon
Meriones
2. A. Register s. v. Mittag, sowie auf die Auf-sätze yon Rollig-Redburg, Sagen aus d. Rhein-proving. Die Mittagsgeister der Erftniederung,Zeitschr. f. Volkskunde 4 p. 121—126 und vonBobens, Mittagsgeister u. Gespenster aus derErftniederung, ebenda 4 p. 262—263 zu ver-weisen. In Ungarn glaubt man, dafs am Taggegen 12 Uhr und Nachts gegen 12 Uhr dieSzepasszony Verderben ausstreuend umhergeht.Man darf zu jenen Zeiten nicht in der Mittedes Fahrwegs gehen, da man dort in dieSchüssel der Szepasszony treten kann, wasunheilbare Krankheit zur Folge hat, L. Käl-mdny, Ethnol. Mitt. aus Ungarn 3 (1893/94)p. 191 f. Bei den Ehsten pflegt die Tüleema,die Windmutter, um 11 Uhr am liebsten ein-her zu gehen und dreht dann bisweilen Halmeim Kreise umher, Wiedemann, Aus dem inne-ren und äufseren Leben der Ehsten p. 443. AlsUnglückszeit betrachten die Mittagsstunde dieTscheremissen und die Wotjaken, letztere abernur während der Monate Juni bis August,.Haberland p. 316 nach G.v. Gerstenberg, Globus10 (1866) p. 204. Der Talmud kennt einenvor- und einen nachmittäglichen Dämon. Letz-terer hat ein Horn, ein einziges Auge unddreht sich beständig im Kreise. Er erscheintin der Mittagsstunde und hat die gröfste Ge-walt im hohen Sommer, Grünbaum, Beiträgemr vergleichenden Mythologie aus der Hagada ,Z. B. M. G. 31 (1877) p. 25lf. Aus L’Egyptede Murtadi, fils de Gaphiphe, de la traductionde M. Pierre Wattier. A Paris 1666 p. 65führt Liebrecht , Zur Volkskunde p. 513 an, dafsder Geist der südlichen Pyramide als nackteschöne Frau gegen Mittag und Sonnenunter-gang die Pyramide umkreisend gesehen wurde.Das Gesetzbuch des Manu (4, 131) rät nachHaberland p. 319 f. ab, zu verweilen an einemOrte, wo sich vier Wege kreuzen, um Mitter-nacht, Mittag und während der Dämmerung.In Indien glaubt man, dafs die Bhüts am Mittagund Abend ihre Nahrung zubereiten, und warntdaher Kinder und Frauen, zu diesen Zeitenauszugehen, damit sie nicht auf die Speise derGeister treten, Lnd. Not. a. Qu. 4 p. 132 n. 500.W. Crooke , An introduction to the populärreligion and folklore of Northern India. p. 182.S. für Indien auch PanjabNot. a. Qu. 1 p. 63 n. 526.In entlegenen Ortschaften Japans glaubt man,zur Mittagszeit dürfe im Frühling niemand aufden Feldern bleiben, weil zu dieser StundeKersita, die Tochter der Erde, mit ihren lichtenJungfrauen die Fluren segnend einherwandleund der Segen der Göttin durch die Nähe derMenschen seine Kraft verliere, Biro Kitao, Ausd. Mythenwett d. Japan. , Ausland 1875 p. 949 ff.
Doch ich will aus dem unendlichen Mate-rial keine weiteren Belege beibringen undmich begnügen, aufser der bereits angeführtenLitteratur noch zu verweisen auf Frommann,Tractatus de faseinatione. Norimbergae 1675.4°. p. 897 — 899. Jon. Bened. Carpgov, Philo -sophm'um de quiete Bei placita. Lipsiae 1740.4°. § 2 u. 3 p. 14—28. Leopardi , Saggio sopragli errori popölari degli a.ntichi. 1848. c. 7.,Bel Meriggio “ p. 85 — 96. Friedreich, BieWcltkörper in ihrer mythisch-symbol. Bedeutung.
Würzburg 1864. § 201 p. 323—325. DiltheiiBhein. Mus. N. F. 25 p. 334 u. Amn. 1. E, pRochholg, Germania 5 (1866) p. 70f. F. Lieh -recht, Zu den Nugae Gurialium des GualterusMapes, Germania 5 [p. 47— 66 ] p. 47, distinctio lcap. 11 , de Herla rege. p. 61 f. dist. 4 cap. lide fantastica deceptione Gerberti. v. SchuleriburqBie Mittagsstunde, Am Urdsbrunnen 5 p. 42— 45 ’Laistner, Bas Rätsel der Sphinx passim. Bits»10 s. v. Aberglaube in Pauly-Wissowas R.-E. 4kl. A. 1 Sp. 44f. Rodd, Customs . . of modernGreece 181 f. [Drexler.]
Merimna (Μέριμνα), die Personifikationder Sorge, erkennt Körte ( Personifik. psycholAffecte in d. jung. Vasenmalerei 88; vgl. Bau-meister, Benkmäler 1300 r) auf mehreren Wand-gemälden mit der Darstellung der von Theseus verlassenen Ariadne in einer 'daimonischenGestalt mit markiertem Gesicht und Fieder·20 mausfliigeln’. [Vgl. d. Art. Cura.] [Höfer.]Meriones (Μηριόνης,-ον,βρ.-άο,-εω), 1) Sohndes Molos (s. d.), II. 10, 270.13,249 (der entwederein Bruder des Deukalion [von Kreta ] war, Bioi.5, 79, oder ein unechter Sohn des Deukalion,also ein Halbbruder des Idomeneus, Apollod.3, 3,1), und der Melphis, Hyg. fab. 97. Er be-gleitet den Idomeneus als Waffengenosse undMitführer des kretischen Kontingents vor Troia mit 80 Schiffen, II. 2, 651; 4, 254. Hyg. a. a. 0.30 Als Freier der Helena erwähnt ihn Hyg. fab. 81.Im Verhältnis zu Idomeneus heifst er bald εταί-ρος (φίλτα&’ εταίρων redet dieser ihn an 13,249),bald θεράπων ένς ’lSo μενήος, 23, 528 u. 860,bald δπάων ’ΐδομινήος, 7, 165, beides Bezeich-nungen, die nicht auf eine untergeordneteStellung als Waffenträger bezogen werdendürfen, sondern nur die Waffenbrüderschaftbedeuten. Ähnlich ist das Verhältnis desSthenelos zu Diomedes , des Patroklos zu40 Achilleus.
Unter den Helden vor Troia nimmt Meri-ones zwar keine der hervorragendsten, aberdoch eine sehr achtungswerte Stellung einund erscheint meist im Bunde mit Idomeneus ,so namentlich im 13. Buch der Ilias , wie erdenn auch auf der tabula lliaca in dessen Be-gleitung dargestellt ist, den Akamas erlegend;d. Abbildung unt. Idomeneus . (Hier ist auf derilischen Tafel ein Fehler zu konstatieren. Der50 Verfertiger hat sich in diesem Namen ver-schrieben für Adamas. Akamas wird von Me-riones erst später, 16, 342, getötet.) Merionesist, wie Idomeneus , einer der nenn Helden,die sich zum Zweikampf mit Hektor erbieten,7, 165; vgl. Paus. 5, 25, 5 (9). Ebenso ist erbereit, sich an der nächtlichen Expedition desDiomedes ins troische Lager zu beteiligen,und stattet, als Diomedes den Odysseus wählt,diesenmitBogenundKöcher (NB. als Kreter),60 mit einem Schwert und einem Helme aus, derals kostbares Erbstück geschildert wird, v. 260— 270. Er tötet im Kanrpfe den Phereklos,5, 59; den Adamas mit der Lanze, 13, 567n.,den Harpalion mit dem Pfeile, 13, 650; denHippotion und Morys, 14, 514; in der Patro·kleia, 16, 342, den Akamas und, 603, den Lao·gonos; den Deiphobos verwundet er im Kamp» 8um die Leiche des Askalaphos, 13, 528. Auen