Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
Seite
623-624
JPEG-Download
 

623 Odysseus (Kreis der Kleinen Ilias)

17, wonach Od. auf dem Rückweg aus Neid denDiomedes töten will, aber von diesem über-wältigt und gebunden ins griechische Lüger ge-bracht wird (vgl. Chat atmen a. a. 0.45). Bei-Kcmow(Narrat. 34 in Western). Mythogr. 139) entführtDiomedes , dem Od. die Mauer erklimmen hilft,das Götterbild allein, sucht, durch Vorzeigungeines falschen Palladions, den Genossen überdas wahre zu tämchen, wird aber von jenemals Betrüger entlarvt. Der Streit der beidenNebenbuhler war in die Stadt verlegt in Soph.Lakonei innen, wo vermutlich Antenor und seinWeib Theano , die Athenepriesterin, das Götter-bild den durch einen Kanal eingedrungenen{fr. 338 Nch.*) Helden aushändigen und Helena zwischen ihnen vermittelt: Soph. fr. inc. 731Nck . 2 ; Welcher, Trag. 150. Ein anderes, weiternsteres Zerwürfnis wegen des Palladions,aber erst nach der Eroberung der Stadt, ent-steht zwischen Od. und dem grofsen Aias,offenbar ein Seitenstück zum Waffenstreit:Sehol. Z 311; Suid. s. Ilalldäiov. Als der Pro-zefs, in dem die Fürsten der Griechen Richtersind, bis zum Abend gedauert hat, übergiebtman das Götterbild dem Diomedes zur Ver-wahrung während der Nacht. Am Morgen wirdAias ermordet aufgefunden; auf Od. aber fälltder Verdacht der That. Noch seltsamer istdieser Fall von Dict. Cret. 5, 14 f. behandelt:auch hier streiten Od. und Aias , der also TrojasEinnahme noch erlebt, um das Palladion, wäh-rend Diomedes verzichtet; durch den Einflufsder Atriden siegt Od., doch erklärt sich, alsAias tot gefunden wird, das Heer, in Er-innerung an Palamedes Tötung, gegen Od.,der dem Diomedes das Bild überläfst und nachIsmaros entflieht. Spionage und Palla-dionraub sind sonderbar vermengt beiAristoph. Vesp. 351 f.; Antisth. Aiac. 6; Ulix.3. 7; Apollodor. epit. 5, 13 p. 207 W.: ge-geifselt und in Lumpen gehüllt kriecht Od.(nach Sehol. Ar. Vesp. 351 durch die Wasser-leitung) in die Stadt und entwendet dasHeiligtum, vgl. Ulix. Com. 376f.; Noach , Rh.Mus. 48, 421. Endlich sei die Sage er-wähnt, dafs Diomedes und Od. das Palladiondem Demophon übergeben, der es nach Athen bringt: Dionys, lihod. {Müller, fr. h. Gr. 2, 9)bei Clem. Alex. Protrept. 4, 14 Sylb. Dasunterdes vollendete hölzerne Rofs nimmtaufser andern Helden auch den Od. auf: Lesches (nach Welcher, Kyhl. 2 2 , 536; vgl. Aristarch imSehol. Harleian. d 285); Verg. Aen. 2, 261;Hygin. f. 108; Apollodor. epit. 5, 14 f. p. 208 f.W.·, Quint. Smyrn. 12, 314f.; Philostr. Heroic.11. Dem Antiklos hält Od., als Helena dieim Rofs verborgenen Helden durch Nachahmungder Stimmen ihrer Gattinnen neckt, den Mundzu und verhütet so die verfrühte Entdeckung;nach der geschmacklosen Übertreibung beiTryphiodor 454f., 476f. erstickt er ihn sogar,vgl. Tzetz. Posth. 647. Sehr skurril und offenbarder Komödie entlehnt ist auch Od. Aufforde-rung an Menelaos , aus einem Loche des Rossesden Schenkel hinauszustrecken zur Verwundungdurch die Geschosse der Troer; denn wenn Blutfliefse, werde ihnen das hölzerne Pferd als gött-lich gelten: Isaak Porphyrogennetos in Polenion.

Odysseus (Kreis der Ίλιον Πέρβις) 624

declamat. p. 71 f. Hink; vgl. Krumbaeher, Gesch.d. Byz. Litt* 525 f. Tragödien: Sophokles Sinon,Euripides Epeios, Livius Andronicus undNaevius Equos Troianus. Komödientitel: Phor-mis "ίππος und Τλίου πόρ&ησις. Endlich Troiaehalosis in Petron . Satir. 89.

Ilions Zerstörung, zuerst von Arhtinosin einem besonderen Epos sowie auch noch inLesches Kleiner Ilias geschildert, zeigt uns,wie Menelaos und Od. {Verg. Aen. 6, 528;Tryphiodor 613 f.) in Deiphobos Hause dieHelena wieder erobern, vgl. Accius Deiphobus( Bibbech, B. Tr. 411). Die Griechen wollenHelena steinigen; auf Od. Vermittlung wirdsie aber Menelaos unversehrt zuriiekgegeben:Dict. Cret. 5, 13f. Sodann tötet Od. PolydamasSohn Leokritos {Paus. 10, 27,1) und verwundetden Pelias {Verg. Aen. 2, 436), rettet dagegenAntenors Söhne Helikaon {Paus. 10, 26, 7nach Polygnots Gemälde in Delphi) und Glaukos{Apollodor. epit. 5, 21 p. 211 W.), vgl Sophoklesund Accius Antenoriden.Wegen des Frevels,den der Oilide Aias an Kassandra verübt,beantragt Od. dessen Steinigung: Pa«s.l0,31,2;1, 15, 2 (gleichfalls nach Gemälden Polygnots),dargestellt nach Art eines Prozesses, in demOd. als Ankläger auftritt, der Angeklagte aberfreigesprochen wird, in Sophokles Αίας Αοκρός.

Od. bewirkt auch die Tötung des klei-nen Astyanax; entweder stürzt er denkünftigen Hektor eigenhändig von der Mauer-zinne: Arhtinos nach Prohlos (vgl. auch Od.bekannte Worte bei Clem. Alex. Strom. 6, 265Sylb.: νήπιος, os πατέρα κτείνας παΐδας κατα-λείπει, Welcher, Kl. Sehr. 1, 358), EnniusAndromacha und Accius Astyanax {Bibbech,B. Tr. 136f. 413f.), Senec. Troad. 531 f. (wosich indes Astyanax durch freiwilligen SturzOd. Hand entreifst): Serv. Aen. 2, 457; 3, 489;Tryphiodor. 644; Tzetz. Posth. 734; oderer dringt wenigstens auf die Hinrichtung desKnaben (Kur. Troad. 721 f.), die bei Lesches {Paus. 10, 25, 9; Tzetz. Lyc. 1263) Neoptolemos aus Privathafs, anderwärts Menelaos (vgl. Serv.Aen. 2, 457) vollzieht. Polyxenas Opfe-rung ist gleichfalls Od. Werk: Eur. Hec. 132f.222. 343f.; Dict . Cret. 5, 13; Quint. Smyrn. 14,178f.; Tzetz. Lyc. 323; vgl. Sophokles Polyxene(nach Welcher =Απόπλονς bei Aristot. Poet.23); gleichnamige Stücke von Euripides undNikomachos; Ennius und Accius Hecuba . Auchauf der Tabula Iliaca ist Od. bei PolyxenasOpferung zugegen, neben Kalchas, der sie,statt Od., bei Serv. Aen. 3, 322 durchsetzt.

Bei der Verlosung der Gefangenenerhält Od. die greise Hekabe, die ihn einsthochherzig gerettet hat (s. o.) und nun in dieHände ihres Todfeindes fällt {Eur. Troad 277.282f 428f. 1285. Apollodor. epit. 5, 24 p. 212 W.Ov. Met. 13,485. Senec. Troad. 987 f.. Hygin. f.111. Dio Chrysost. 11 extr. Dict. Cret. 5, 13.Quint. Smyrn. 14, 21 f.). Bei Lycophr. Al. 1187,wo sie gesteinigt wird, hebt Od. den erstenStein auf.

Inwieweit sich Agias Nosten mit Od.beschäftigen, läfst sich etwa schliefsen ausy 136 f., wohl einem hierher verschlagenen Stückjenes kyklischen Gedichts: darnach bricht Od.