Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
Seite
1175-1176
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1) Orpheus und Eurydike, anwesend: Kerberos, Ianitor Orci, Pluton, Grabgemälde aus Ostia (nach Mon.

1175 Orpheus (in der Kunst: Wandgemälde) Orpheus (in der Kunst: Wandgemälde) 1176

προααναχεκλιμένοξ εβτιν αντί] Προμέδων. εΐβϊμεν δη dl νομίξουβι χα&άπερ έξ ποίηαιν επειβ-ήχ&αι τοϋ Προμέδοντοξ το Άνομα νπδ τον Πο-λύγνωτον τοΐξ δε είρημένον εοτίν ανδρα"Ελληνα εξ τε την άλλην απαοαν γενέβΦαι φιλ-ήκοον μονοικην καϊ έπϊ τή φδη μάλιβτα τη’Ορφέως. Es folgen Schedios, Pelias auf 0.blickend, Thamyris . Aus dieser Beschreibung

ergiebt sich zunächst, wie schon Welcher,Arch. Ztg. 1, 1843, 178 f. feststellte, dafs dieunteritalischen Vbb., die 0. in der Unterweltdarstellen, unbeeinflulst von Polygnot sind.Dagegen mufs eine Beziehung zwischen Po-lygnots Gemälden und den gleichzeitigen Vbb.bestehen, die 0. auf einem Hügel vor Thra-kern musizierend zeigen. Vgl. z. B. Roberta. a. 0. S. 53, der besonders das Vb. R. Rö-

chelte, Mon. ined. 13; Arch. Zeit. 1868 T. 3 undDumont Chaplain, Ceramique de la Grece pr. 1,

14 berücksichtigt. Gewöhnlich nimmt inan,was auch das nächstliegende ist, an, dafs dieVbb. durch Polygnotos beeinflufst seien. DieseAnnahme kann richtig sein, aber sie reichtzur Erklärung des Verhältnisses nicht aus.

Der Zug des Sitzens auf dem Hügel pafst weitbesser für die Situation des unter den Thra-10 kern singenden Dichters; und in der That hatteeine gleichzeitige berühmte Dichtung, dieBassarai des Aischylos, erzählt, wie 0. aufeinem Berge, dem Pangaion, sang. Demnachist die Vermutung kaum abzuweisen, dafs Po-lygnotos ebenso wie die Maler der Vbb. dem-selben verschollenen Kunstdenkmal folgten,das, entweder durch Aischylos selbst oderdurch dessen Quelle angeregt, Orpheus auf ,

dem thrakischen Berge musizierend zeigte. j

20 Dafs die literarische Quelle dieser Darstellung j

oder diese selbst auch noch weiter in den :

dem 0. zunächst stehenden Personen, also \

insbesondere bei Promedon, Thamyris und >

Pelias benutzt ist, kann zwar natürlich nicht j

widerlegt, aber auch nicht wahrscheinlich ge- j

macht werden; es ist ebenso möglich, dafs der j

Maler hier einer phokischen Lokaltradition |

(s. § 35), aus der Schedios und Thamyris stam-men können, folgt. Schon die antiken Peri- 1so egeten kannten diese Tradition nicht mehr —daraus ergiebt sich, dafs auch die Minyas, diezur Erklärung der Lesche ergiebig heran-gezogen ist (v. Wilamoivitz-Möllendorff, Hom. |

TJnters. 340 f.), hier nicht die Quelle sein kann —; j

wenn einer von ihnen Promedon einen grie- i

chischen Hörer des 0. nennt, so ist dies, wie i

Welcher, Kl. Sehr. 5, 127 mit Recht hervor- '

hebt, eine willkürliche, mit der Darstellung '

selbst nicht in Einklang stehende Vermutung.

40 Frei erfunden aber, wie eine andere Periegesemeinte, hat Polygnot den Zug gewifs auchnicht: das ergiebt sich einfach daraus, dafsohne eine litterarische Quelle dieser Teil desBildes unverständlich blieb. Freilich läfst dieAnalogie der übrigen Teile der Bilder mitSicherheit vermuten, dafs Polygnotos auch hierden Anregungen seiner Vorlage als echterKünstler, also frei, folgte. Unter diesen Um-ständen ist jeder Versuch, diesen Teil des Ge-50 mäldes zu deuten, hoffnungslos; mehrere habenwir bereits Sp. 1157, 51 ff. als irrig oder unsicherkennen gelernt; von sonstigen Erklärungen seinur noch erwähnt, dafs K. 0. Müller a. a. 0.

403 Promedon für einen Orphiker, Welcher ja. a. 0.125 f. für ein Gegenstück zu dem durchÜbereilung die Gattin verscherzenden 0. hält.

Die richtige Lösung kann uns jeden Tag einglücklicher Fund bringen. — Unter den er-haltenen Wbb. mit Orpheusdarstellungen, die60 natürlich einer weit späteren Zeit angehörenund aufser Beziehung zu dem MeisterwerkPolygnots stehen, zeigt uns eines, das Grab-gemälde aus Ostia {Arch. Ans. 1865 52*; Mon.d. I. 8, 28,1; Bull. d. Inst. 37, 1865, 90 f.; Fis- (conti, Ann. d, I. 39, 1866, 292 ff. s. unsereAbb. 1), den 0. (ORPHEVS) in der Unterwelt. jjDer Sänger, dessen Kopf nicht, wie Visconti jjmeinte, ein Porträt ist (s. Benndorf -Schöne, j