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Vierter Band. Qu - S.
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7 Quadruburgenses matres

Biviae Tr. Quadr. beilegte, die dann selbständigangewandt werden konnten, wie dies in gleicherWeise mit den Campestres geschah (vgl. diesesLex. Bd. 2 Sp. 2475; Pauly- Wissoiva , Beal-Kncykl. 3,1444f.). Es spricht dafür einigermafsenauch der Umstand, daß wir es mit weiblichenGottheiten zu tun haben. Denn die früher vielumstrittene Frage, ob männlich oder weiblich,darf jetzt als erledigt gelten (Bonn . Jahrb. 83p. 88 f.). Als deae sind die Quadriviae aus-drücklich bezeugt in 8. 13. 15. 17 ( deabus , da-neben zweimal dis, düs 7. 16)*); und dazukommt die Dativform Triviabus (40). Unsicherscheint das Geschlecht zu lassen der Dedikantvon 4, falls die Ergänzung (die Inschrift istverschollen) diis deabus das Richtige trifft.Kenne (Jahrbuch der Gesellsch. f. Lothring.Gesch. u. Altertumskunde 8, 1, 1896, p. 76 f.)meint, daß wir bei dieser Widmung einenGattungsnamen anzunehmen hätten, unter dennicht bloß die Matres ( Keune hält an dieserIdentifizierung fest )sondern auch die dreigestal-tige Hecate oder Diana Trivia sowie Mercurius fallen, welch letzterer auf einer britannischenInschrift deus trivii (C 1. L. 7, 163) heißt undauch sonst als Schutzgott der Wanderer be-kannt ist (s. dieses Lex. Bd. 2 Sp. 2816). Bei14 kann man ebenfalls zweifeln, ob quadriviisals Adjektiv auf Laribus zu beziehen ist, oderaber und dafür spricht die Wahrscheinlich-keit ob den römischen Lares competales diobarbarischen Quadrioiae gleichgesetzt (sive) sind(Bonn . Jahrb. 83 p. 89).**) Für die Identitätder Kreuzweggöttinnen und der Mütter fehlt,wie gesagt, bis jetzt ein urkundlicher Beweis.Die von Hübner aus der Ringinschrift C. 1. L.7, 1299 ( Matronenkultus nr. 359, s. Tafel 3, 4)erschlossenen Matres viales (vgl. Lares viales)sind ganz zweifelhaft (s, dieses Lex. Bd. 2Sp. 2477), und auf die Erwähnung eines com-pitum auf der oberitalischen MatroneninschriftC. I. L. 5, 7228 ( Matronenkultus nr. 31) möchteich auch kein zu großes Gewicht mehr legen.Weitere Funde werden vielleicht Aufklärungbringen.

Daß an den Kreuzwegen der Aberglaubesehr lange Zeit haftete, ist bekannt. Die Ka-pellchen mit Bildern von Heiligen usw., dienoch heute in vielen Gegenden an Kreuzwegenzu finden sind, gehen auf heidnischen Brauchzurück. Vgl. die Bonn . Jahrb. 83 p. 91 f. ausden Bußordnungen des Bischofs Burchard vonWorms (11. Jahrhundert) mitgeteilten Stellen.

[M. Ihm.]

[Quadruburgenses matres] beruhen auf In-terpolation der Inschrift C. I. L. 13, 8638 =Brambach , Corp. inscr. Ehen. 166. Vgl. Bonn .Jahrb. 83 p. 155 zu nr. 333. [M. Ihm.]

*) In 16 las man früher allgemein deab., und vielleichtist das doch richtig, trotzdem Zangemeisier die Lesart disals die probable bezeichnet.

**) Nach Domaszetvski (Westd Zeitschr. 1902 p. 196) solldiese Inschrift lehren, daß die Lares compitales in den Pro-vinzen zu Quadriviae umgetauft wurden, um den Kult derrömischen Wegkreuzungsgötter den Provinzialenver-ständlich zu machen, und daß die Verbreitung diesesKultus eng mit den römischen Institutionen des Heereszusammenhängt.Wo dieser Kult auftritt, liegen Kreu-zungspunkte römischer Militärstraßen usw.

Querquetulanae Virae 8

Quartana. Votivinschrift aus Nemausus C.

I. L. 12, 3129 ('ara litteris tertii opinor saeculi)Quartane votum reddet libens merito ByrriaSeverilla (= Dessau , Inscr. sei. 4031), also Wid-mung an die Göttin des viertägig wiederkeh-senden Fiebers (vgl. Iuv. 4, 57 mit den An-merkungen von Friedländer und Bücheier).Analog die Widmung an die dea Tertiana C.

I. L. 7, 999. Für die angebliche Zusammen-gehörigkeit der Febris mit Saturnus beruftman sich auf Theodor. Priscianus phys. 3(p. 250 Bose) hinc est quod et Bomani febriaedem statuerunt et quod certanas Saturni filiasaffirmavit antiquitas; Neuenar bietet hier Quar-tanas für certanas , während Valentin Boseunter Berufung auf Ps. Plin. med. 3, 15 Ter-tianas vermutet. Vgl. Wissowa, Belig. undKultus der Börner p. 197 f. u. d. Art. Nosoi.

[M. Ihm.]

Querela, Tochter des Erebos und der Nox,Gic. de nat. deor. 3, 17, 44, fast identisch mitdem Begriffe von Eris und Nsixscc (Hes. Theog.229), Peppmüller, Philologus 57 (1898), 371.

[Höfer.]

Querquetulanae Virae.*) Festus S. 261: Quer-quetulanae virae putantur (so A. Augustinus offenbar richtig, wie die Erwähnung von viraeim weiteren Verlaufe der Stelle zeigt; ut re-putantur der Cod. Farn.) significari nymphaepraesidentes querqueto virescenti, quod genussilvae indicant fuisse intra portam, quae ab eodicta sit Querquetulana (bei Plinius n. h. 16,

37 porta Querquetulana genannt). Dieses Torwird in ansprechender Vermutung an denCaelius verlegt, der nach Tacitus (ann. 4, 65)ursprünglich von den Eichen, welche er trug,Querquetulanus genannt wurde (W. A. Becker,Handb. d.röm. Altert. 1 [Topogr .], Leipzig 1843,

S. 169 f.; H. Jordan , Topogr. d. Stadt Born imAltert. 1, 1, Berlin 1878, S. 225; 1, 3, Berlin 1907, S. 221; O. Gilbert , Geschichte u. Topogr.der Stadt Born im Altertum. 2, Leipzig 1885,

S. 37 ff.; H. Kiepert & Ch. Hülsen, Formaeurbis Bomae antiquae. Berol. 1896, Plan 1 Oq;

O. Bichter, Topogr. d. Stadt Bom s . München1901 = I. v. Müllers Handb. d. klass. Altert.- ]TFtss. Bd. 3, Abt. 3, Hälfte 2, S. 45. 336); an Ijener Gegend also haftete allem Anscheine |nach die Erinnerung an die Querquetulanae jVirae, die wir jedenfalls als Baumgottheiten jim Sinne der griechischen Baumnymphen auf- |zufassen haben (virae zu virere, virescere, vi- jridis gehörig? Preller, Böm. MythA 1 S. 100;in welchem Verhältnis diese Virae zu den be-sonders auf Inschriften aus Oberitalien in Ge-sellschaft der Nymphen uns entgegentretendeuVires oder Virae [£?. Wissowa, Beligion undKultus d. Börner. München 1902 = I.v. MüllersHandb. d. klass. Altert.-Wiss. Bd. 5, Abt. 4,

S. 141] stehen, muß unentschieden bleiben).Vgl. das Larum Querquetulanum sacellum aufdem Esquilin bei Varro , l. I. 5, 49. [R. Peter.]

*) Der Artikel war fast gleichzeitig doppelt bearbeitetworden. Aus der etwas später eingegangenen BearbeitungProf. Höfers, die sich zum Teil mit der von Herrn Ob.-Bibl. Peter deckte, geben wir die größere zweite Hälfte, |die einen beachtenswerten numismatischen Zusatz ent-hält. [D. Red.]

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