1209 Sonne (N: = Bes, Iki etc.)
schiedensten Seiten hin ausbildete, ist auchzum Sonnengott gemacht worden ( Jabionski,Pantheon 1, 212. 241; Wilkinson, Sec. ser. 1,408; Pierret, Dict. d’Arch. 247; Brugsch , Bel.359 ff.; Erman, Bel. 224). Die Veranlassungmag gewesen sein, daß auch der Sonnengottals Kind dargestellt wurde (vgl. unsere Abb. 6);auch er ist geboren (vgl. F V). In Hermonthis hat der eben von der 'Mutter des Be’ ge-borene junge Sonnengott den Namen 'Harpo-krates’ ( Lepsius, Denkm. 4, fiO c). In Theben (Ramesseum, röm.) heißt ein Harpokrates 'Pe-Re’ (eb. 4, 81a). Ein Siegelstein (griech.-röm.)zeigt die Mumie des Osii-is, dem Sonnenschiffähnlich, darauf ein sitzender Harpokrates(Berlin 9816); andere Harpokrates im Sonnen-schiff (Berlin 9931) oder auf der Blume mit derBeischrift Pe-Re 'die Sonne’ (Berlin 9796; vgl.F III). Auf der Blume zeigen ihn auch Figurenaus Bronze (Berlin 2414) oder Ton (Berlin 1908. 9099). Horapollon (cap. 1, 17) erzähltvon einem Harpokrates, der auf einem mitLöwen geschmückten Thron sitzt; diese Tierehat er vom Sonnengott erhalten (vgl. J III).Das Bild eines so thronenden Harpokrates,der in diesem Falle allerdings nicht Sonnen-gott ist, ist in Philae ( Bosellini, Monum. delcnlto pl. 18 = Champollion , Monum. de l’Egypte1, 82). Eine Bronce im Louvre (Perrot, Hist,de Vart I. L’Egypte [Paris 1882] 7 23 Fig. 487)zeigt Harpokrates auf einem Throne sitzend,an dessen Seiten zwei Löwen stehen; vor Har-pokrates liegen zwei Löwen sich gegenüber.
c) Bes als Sonnengott; vgl. Wiedemann,Bel. 87.
d) Ihi (Ahi; Brugsch , Bel. 376), der Sohnder Hathor von Dendera , heißt dort 'lebendesAbbild des Harachte, Kind des Aturn’ undwird öfter als Sohn und Nachfolger des Re,Harachte, Atum bezeichnet ( Dümichen, Besul-tate Exped. 1 Taf. 22, 5); oder als 'Erbe desAllherrn’ ( Mariette, Denderah 3, 83 g), 'deraus Re hervorging’ (eb. 3, 57 h). Ihi ist inEdfu dem Horus Behedti (vgl. B IV) ange-gliedert, wobei er zunächst seinen Charakternicht veränderte (z. B. Bochemonteix , Edfou [= Mein. Mission frang. Caire 31] 1 pl. 412, 11.415, 1. 416, 3. 589,5); gelegentlich heißt derHorus Behedti mit dem Beinamen Ihi weiter'er ist Re, . . . der im Horizont hervorkommttäglich’ (Lepsius, Denkm. Text 2, 211, Dendera ).Endlich heißt auch Ihi allein: 'Re selbst’(Leps., Denkm. 1, 54 b) oder 'Ihi ..., Re selbst,. . . der aufgeht am Morgen, der die Pflanzenbeleuchtet bei seinem Aufgang’ (Mariette, Den-derah 3, 80 i), und trägt den Beinamen Pe-Re'der Re’ d. h. die Sonne ( Dümichen, Geograph.Inschriften 2, 36).
III. mit Göttinnen.
a) Eine weibliche Sonnengöttin kenntman im neuen Reich; im Tempel Sethos H.zu Karnak (unpubl. Abschrift Sethe) trägt Mutin ihrem Allerheiligsten den Beinamen r'j.t'weibliche Sonne’ (Fern, zu fl 'Re’); noch älterist der Beiname 'weibliche Sonne, die leuchtetwie die Sonnenscheibe’ für die Königin Hat-schepsut (vgl. EIII). In griechischer Zeit finden
Sopatros 1210
wir 'weibliche Sonne’ gelegentlich als BeinameJusas in Edfu ( Bochemonteix, Edfou [= Mein.Mission frang. Caire 11] 1,503); häufig beiHathor und Neit (vgl. b).
b) Die alten Himmelsgöttinnen sindals solche Mütter der Sonne; jede hat nachder Gestalt, in der die Mythen uns in histo-rischer Zeit entgegentreten, die Sonne auf ihrebesondere Weise geboren. Die Spätzeit, diees bei der Ausgestaltung der Götterpersönlich-keiten mit ihrer Abgrenzung nicht genaunimmt, macht diese Göttinnen nun gelegent-lich zur Sonne selbst. Wir können das er-kennen bei
1) Hathor (Lanzone, Dizion, 866; Drexler,Hathor (1886) in Boschers Lex. Bd. 1 Sp 1851).Sie ist in ihrem Tempel (ptolem.-röm.) zu Den-dera nicht nur die Lenkerin der Welt, sie istauch ihre Schöpferin; sie ist das All selbstund zugleich darin der Himmel und auch die'weibliche Sonne’ ( Mariette, Denderah 1,15 b.21b); ebenso in Edfu (Bochemonteix, Edfou1, 427, 12. 428, 11). Gelegentlich wird 'weib-liche Sonne’ auch fast wie ein selbständigerGöttinnenname gebraucht, in Dendera (Mar.,Dend. 1, 33 a. e) wie in Edfu (Bochern., Edf.1, 315), als Beiname zum 'weiblichen Falken’in Edfu (eb. 1, 517).
2) Neit, die Mutter des Ile (vgl. F V), diewir an ihren eigentlichen Kultstätten in Saisund in Esne kaum kennen, heißt gelegentlichin anderen Tempeln 'weibliche Sonne’.
[Boeder, geschrieben 1908.]Sononaes (Eovovurjg, Sovoväeig?), Beinameder Isis s. Premarres und Dittenberger, Orient.Graeci inscr. sei. 175, 4. — Wilcken, Arch. f. Pa-pyrusforsch. 3, 240 vermutet, daß [’TJöidt A’o-vovccsi verschrieben sei für Eo%voTian : [Höfer.]Soodina < EocoSlvu), Beiname der Artemis inChaironeia auf einer Weihinschrift (nebenApollon Dapknaphorios), C. I. G. 1, 1595.Collitz 376. Inscr. Meg. et Boeot. 3407. Irr-tümlich haben Passoic-BosP und Pape-Bense-ler s. v. das Epitheton erklärt als Eoco-äivcc—,'die im Wirbel (8lvr\) rettende Beschützerinder Reisenden’, während es natürlich Eo-wSivuheißt = Evloxog = 'die Helferin in den Wehen ’;vgl. Boeckh zu C. I. G. a. a. O. E. Maaß, DeAesch. Suppl. (Ind. Gryph. hib. 1890/91) S. 19, 2.Stanley Lane-Poole , Coins and medals s (1892),S. 25. Osann zu Cornut. de not. deor. p. 382.Meister , Bezzenbergers Beiträge 6, 41. Wei-hungen an Artemis-Eileithyia in Chaironeia s.Inscr. Meg. 3385 f. 3391. 3410. 3411. 3412.
[Höfer.]
Soonautes (Eotovavrijg ; bei Plin. N. H. 6, 4)Sonautes) Name des früher Acheron genanntenFlusses bei Heraclea Pontica, weil er den Hera -kleia gründenden Megarern bei schwerer See-not Schutz gewährte oder überhaupt ■jiuvtugrovg vavtilXoyevovg SiuCco&i, Apoll. Bhod. 2,746 und Schol. Der Name bezeichnet wohlnicht nur den Fluß, sondern auch die an ihmverehrte Gottheit (vgl. Sosineosl, Gruppe, Gr.Myth, 745. [Höfer.]
Sopatros (Eämuxqog), ein neben Diomos (s. d.)und Thaulon (s. d.) in der aitiologischen Le-gende zur Erklärung der Buphonia auftreten-
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