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Vierter Band. Qu - S.
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Quirinus

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tinus einerseits, Samnium Samnites anderer-seits führt mit Notwendigkeit auf einen Orts-namen Quirium (der seinerseits sehr wohl mitquiris Zusammenhängen könnte) als die gemein-same Quelle von Quirinus und Quirites {Nie-buhr, Böm. Gesch. 1 , 321. Madvig, Verfass, u.Verwaltung d. röm. Staates 1, 11*. Th. Birt,Be Bomae urbis nomine deque robore Bomano,Ind. lect. Marpurg. 1887 p. XIV f.). Sachlichmuß sich der Ortsname Quirium zu dem spä-teren collis Quirinalis ebenso verhalten wiePalatium zum mons Palatinus, es muß die ur-sprüngliche Bezeichnung der auf dem Quirinal angesiedelten Gemeinde der Hügelrömer ge-wesen sein, und der Quirinus pater (so in derGebetsformel bei Ennius ann. 117 Vahlen *:Quirine pater veneror Horamque Quirini. Liv.

5, 52, 7: quid de ancilibus vestris, Mars Gra-dive tuque Quirine pater. Verg. Aen. 6, 859:tertiaque arma patri suspendet capta Quirino.Sil. Ital. 8, 646; vgl. Lucii, v. 1922 Marx:ut nemo sit nostrum quin aut pater optimusdivum aut Neptunus pater, Liber Saturnuspater, Mars Janus Quirinus pater siet ac dicaturad unum) stellt sich als Gottheit dieser Ge-meinde unmittelbar neben den Beatinus patervon Reate (C. I. L. 9, 4676) und den Albsispater von Alba Fucens (C. I. L. 9, 4177 =

6, 3672;.

Haben wir dergestalt in Quirinus die ur-sprüngliche Sondergottheit der nachher durchSynoikismos mit der Gemeinde der Bergrömervom Palatin verschmolzenen Quirinalgemeindezu erkennen, so erklärt sich dadurch einerseitsdie Tatsache, daß sein Gottesdienst in Rom stets ausschließlich auf den Quirinal beschränktgeblieben ist und die dieser Ansiedelung an-gehörigen Salii collini in seinem Dienste stehen(T Vissowa a. a. 0. S. 480 Asm. 8), andererseitsdas Fehlen charakteristischer Spezialzüge undEinzelfunktionen in seinem Wesen, da er ebender göttliche« Exponent sämtlicher Wünscheund Interessen seiner Gemeinde war. Bei dergroßen Bedeutung, die im Leben all dieser aufengen Raum zusammengedrängten und umihre Existenz ringenden latinischen Gemeindendie kriegerische Tüchtigkeit und militärischeErfolge spielten, ist es nicht verwunderlich,daß in diesem göttlichen Vertreter der Gesamt-interessen der Gemeinde die Eigenschaften desKriegsgottes noch am deutlichsten hervortreten.Wenn daher schon die alten Zeugnisse ihn alseine Parallelgottheit zu dem Mars der Berg-römer auffassen {Dion. Hai. 2, 48, 2: τον öΕννάλιον oi Σαβίνοι και παρ Ικείνιον ol ' Ρω-μαίοι. μα&όντες Κυρϊνον ονομάζονσιν, ονκ ίχον-τες ειπεϊν το άκριβες εί'τε Άρης ίστιν είτε ετερόςτις όμοιας Άρει τιμάςίχων · οι μόν γάρ έφ όνοςοίονται 9εοΰ πολεμικών αγώνων ηγεμόνος εκά-τερον των ονομάτων κατηγορηΰ&αι, οι όε κατάόνο τάττεα&αι δαιμόνων πολεμιστών τά όνό-ματα; vgl. Flut. Bom. 29) und man ihn darumdurch die Gleichsetzung mit Έννάλιος demVerständnisse der Griechen näher zu bringensuchte {Polyb. 3, 25, 6. Dion. Hai. 2, 48, 1 f.2, 50, 3. 9, 60, 8. Plut. Bom. 29; qu. Bom.87; sonst einfach transskribiert zu Κνρϊνος,auch im Monum. Anc. gr. 10, 10 und 18, 22

Κνρείνον, aber 7, δ Πύλην Εννάλιον = IanumQuirinfum]), so paßt dazu die Tatsache, daßbeide Götter durch die Kriegstänze der Saliergefeiert werden (vgl. namentlich Stat. silv. 5,2, 129: umeris quatere arma Quirinus [mon-strabit), qui tibi tam tenero permisit plauderecollo nubigenas clipeos intactaque caedibus arma,vgl. zur Erklärung W. Helbig , Les attributsdes Saliens, Mem. de Vacad. d. inscript. et belles-10 lettres 26, 1905 S. 232, wo diese Stelle fehlt)und daß von Waffen des Quirinus die Redeist {Fest. p. 217: persillum . .. ruduseulum pica-tum, ex quo unguine flamen Portunalis armaQuirini unguit; spätere Zeugnisse wie armiferQuirinus, Stat. silv. 3, 5, 112. Sil. Ital. 16, 76,bellator Quirinus, Claudian . de IV cons. Hon.492 müssen hier ausscheiden, da sie sich aufRo mulu s - Quirinus beziehen, s. u.), wobeinicht nur an die ancilia {Liv. 5, 52, 7: quid20 de ancilibus vestris, Mars Gradive tuque Qui-rine pater), sondern vor allem an die Lanzezu denken ist (mit Lanze und Schild ausge-rüstet erscheint der durch die SchildinschriftQVIRIN sicher gestellte Flamen Quirinalis aufden Denaren des N. Fabius Pictor , Babeion,Monn, de la republ. Rom . 1, 484= Abb. 1), von deren Bezeich-nung curis = quiris man seinenNamen ableitete (s. o.); auch30 wenn diese Etymologie unhalt-bar ist, ist es sehr wahrschein-lich, daß er ursprünglich eben-so wie Mars in dem Fetischeiner Lanze verehrt worden ist{Deubner a a. O. S. 74ff.). EinDenkmal gemeinsamer Ver-ehrung beider Götter besitzenwir insofern, als in der Gegenddes Quirinustempels {Hülsen, Rhein . Mus. 49,40 1894 , 406) archaische Weihungen nicht nuran Quirinus selbst {C. I. L. 6, 565 = 1, 630:Quirino L. Aimilius L. f. praitor) sondernauch an Mars ( C. I. L. 6, 475 = 30767:P. Cornfelios] L. f. cosofl] probafvit] Marftesacrum]) gefunden worden sind. Dagegen istdie Verbindung von Quirinus mit Mars imHimmelstemplum des Martianus Gapelia (1, 46in der 2. Region Quirinus Mars Lars militarisund 1, 50 in der 6. Region Mars Quirinus et50 Genius) so zu fassen, daß der eine Name alsAttribut zu dem andern tritt (C. Thulin, DieGötter des Martianus Capella , Beligionsgesch.Versuche u. Vorarbeiten herausg. v. A. Dieterichund B. Wünsch 3, 1 [1906] S. 3 Anm. 1). Dochkann weder dieses späte Zeugnis, noch der ver-einzelte Iupiter Quirinus der Ziegelinschriftvon Superaequum C. I. L. 9, 3303 beweisen,daß Quirinus in alter Zeit Beiwort der an derSpitze des Staatskultus stehenden Gottheitenso gewesen wäre (was meine frühere Meinungwar, Belig. u. Kultus der Börner S. 139), undauch die erst seit der augusteischen Zeit nach-weisbare (denn der Ianut Quirinus der lexspoliorum opimorum bei Fest. p. 189 beruht,wie der Vergleich mit Pfeif. Marc. 8 und Serv.Aen. 6, 860 zeigt, auf Trübung der Überliefe-rung) Verbindung Ianus Quirinus (s. ob. Bd. 2, 1Sp. 16) sehe ich jetzt mit Deubner (a. a. O.

1) Münze(nach Babeion,Description histor.des Monnaies dela rdpubl. Rom . 1,S. 484 Abb. 11).