Macdonald, Catal. of greek coins in the Hun-terian collection University of Glasgow 2, 438,13. 443, 75. — 2) Rhodos [?], Sohn des Podalei-rios s. Rhodon. [Höfer.]
Rhodos (Ρόδος), nach Pindar {Ol. 7,14 . 71 ff.)Tochter der Aphrodite, Gemahlin des Helios ,Mutter von sieben Söhnen, deren einer (Kerka-phos, s. d.) die drei rhodischen EponymenKamiros, Ialysos und Lindos zeugte. Als ihrVater galt nach der Gelehrsamkeit der Pindar-scholien {Herophilos laut rhodischer Überliefe-rung) Poseidon oder (so Epimenides F. H. G.4, 404) Okeanos, als ihre Mutter statt Aphro-dite auch Amphitrite ; auf Mißverständnis desPindartextes beruhte eine alte Annahme (desAsklepiades) , nach der Helios und Aphroditedie Rh. erzeugten. Vgl. Boeckh, Explic. adPind. S. 169. Diodor 5, 55, 4 nennt nachZenon von Rhodos (E. E G. 3, 175 f.) alsEltern der Rh. Poseidon und Halia (s. d.), dieSchwester der Teichinen, und weiß von sechsBrüdern. Nach Schol. Od. p. 208 ist sie (Ρόδι j)Tochter des Asopos, was auf Verbindung mitdem sikyonischen Helioskult zu weisen scheint.Als ihre Kinder werden genannt außer demerwähnten Kerkaphos und seinen Brüdern(s. d. Art. Helios Bd. 2 Sp. 2016 f.; HeliädaiBd. 2 Sp. 1982; Phaethon Bd. 3 Sp. 2177 ff.)Elektryone (s. d., sowie Bd. 1 Sp. 1235. 1982)und die Ήλιάδες Lampetie, Aigle, Phaethusa(s. d. Art. Heliades). Phaethons und seinerSchwestern Abkunft von Rhode scheint aufdie ' Heliaden ’ des Aischylos zurückzugehen(Trag. gr. fr. S. 23 -ZV. 2 ; Knaack, Quaest.Phaethont. S. 18. 69; s. auch d. Art. PhaethonBd. 3 Sp. 2184), Eine Trennung von Rhodos und Rhode (darüber Knaack a. a. 0.) läßtsich nicht aufrecht erhalten, ’Ρόδη heißt dieHeliosgattin z. B. auch Schol. Pind. Ol. 7, 71b.131c. 132a JDrachm.·, Apollod. 1, 4, 6, undzwar nach Hellanikos fr. 107 (F. H. G. 1, 69);Rhodos Ovid. Met. 4,204. — O. Gruppe, Griech.Myth. S. 266 erklärt die Namen als Kurz-formen zu ροόοδάχτνλος ροδόπηχυς oder einemandern Beinamen der Eos. — Kopf der Rh.auf Münzen von Rhodos z. B. bei Friedländer-Sallet, Berl. Münz-Kabinett 236. 237; Imhoof-Blumer , Monnaies grecq. S. 322 Nr. 126; Head,Hist, numor. S. 539. [J. llberg.]
Rlioetiis s. Rhoitos.
Rhoiai (Ροιαί), die Nymphen der Granat-bäume (ροιαί [Granatäpfel] όμωννμως τω δένδρωκαί al περί uitrag yvihy.a) ννμφαι), Eust. adHom. Od. 1572, 36. Vgl. ebenda 1963, 43:' Ροιαί . . . νυμφών όνομα. Mannhardt , AntikeWald- u. Feidkulte 2, 19, 3. Murr, Die Pflan-zenwelt in d. griech. Mythol. 55. [Höfer.]
Rhoikos ( Ροΐκος ) 1) Genosse des Theseus im Kampfe gegen zwei Amazonen, deren eineMelusa (der Name ist auch sonst als Amazonen-name bezeugt, s. Melosa, Melusa) heißt, aufeinem rf. Stamnos im Ashmolean Museum zuOxford , Gardner, Journ. of hell. stud. 24 (1904),307 nr. 522 pl. 8; vgl. Arch. Anz. 1897, 74.— 2) Kentaur, der samt seinem Genossen Hy-laios (s. d. 1) in Arkadien von Atalante , derbeide nachstellten, erschossen wurde, Kallim.hymn. in Dian. 221 u. Schol. Apollod. 3, 9, 2,
Rhoikos 120'
3. (und dazu Wagner, Curae Mythographae106) Ael. v. h. 13, 1, p. 145, 22 Hercher. —Bentley zu Hör. carm. 2, 19, 23 (vgl. MaxMayer, Giganten u. Titanen 200, 98) schlägtvor, an diesen Stellen ’Ροίτος (s. d.) einzusetzen.Gegen die Annahme von P. Friedländer, Hera-kles (= Philologische Untersuchungen 19 [1907],84 u. Anm. 3), daß der Name des samisclienBildhauers Rhoikos mit dem des arkadischenKentauren in irgend welchem Zusammenhängestehe, s. Gruppe, Berl. Phil. Wochenschr. 1908,1282. — 3) Rhoikos ließ eine Eiche, die dem Zu-sammenbrechen nahe war, durch seine Dienerstützen und rettete dadurch zugleich die Ha-madryade, deren Leben an das des Baumesgeknüpft war. Die dankbare Nymphe verhießdem Rhoikos die Gewährung eines Wunsches,und als er forderte, ihre Liebe zu genießen,sagte sie ihm diese zu, warnte ihn aber vordem Verkehr mit einem anderen Weibe; eineBiene, fügte sie hinzu, werde zwischen ihnenBotschaft vermitteln. Als nun Rhoikos einst beimBretspiel saß, flog die Biene — oder vielleichtdie Nymphe selbst in Bienengestalt; vgl. Lobeck,Aglaophamus 2, 817 — an ihn heran. Rhoi-kos aber gab ihr eine rauhe Antwort, wodurchdie Nymphe in Zorn geriet und ihn blendete,.Charon v. Lampsahos (F. H. G. 1, 36, fr. 12)im Schol. Apoll. Bhod. 2, 477 = Etym . M. 75,,32 ff. Mannhardt , Antike Wald- u. Feldkulte 2 ,.10. Ohne zwingenden Grund vermutet C. Buck,.De scholiis Theocrit. vetustior. quaest. sei. 50 f.(= Dissert. phil. Argentor. 11, IV, 382 f.), daßeine Verwechslung des Charon v. Lampsakos mit Charon v. Naukratis vorliege. Ergänzendtritt zu dem oben mitgeteilten Märchen dasScholionz. Theokr. 3,13, das freilich ohne Angabeeines Gewährsmannes den Rhoikos einen Kni-dier nennt, als Ort der Handlung das assyrischeNinos bezeichnet und berichtet, daß die Nymphedem Rhoikos sagte, sie werde ihm durch eineBiene τον καιρόν τής μίξεως kundgeben lassen.Also die Nymphe hat dem Rhoikos sich nichtsofort hingegeben, sondern sich ihm für spä-tere Zeit, die sie ihm durch die Biene mitteilenwill, zugesagt mit der Warnung φνλάξαβ&αιέτέρας γνναικός ομιλίαν. Diese Warnung__unddie freilich in der uns vorliegenden Über-lieferung durch eine barsche Antwort motivierteBlendung des Rhoikos erinnert lebhaft an dieDaphnissage (s. Daphnis Bd. 1 Sp. 950, 52 ff..Beitzenstein, Epigramm und Skolion 197 ff.E. Schwartz, Gott . Gel. Nachr. 1904, 285 ff.). Esist kaum anzunehmen, daß die Nymphe ihrenLebensretter nur wegen eines rauhen Wortesgeblendet habe, und vor allen Dingen gewinnendie Worte φυλάξαα&αι ετέρας γνναικός ομιλίανnur dann Bedeutung, wenn wir erfahren, obRhoikos die Warnung beherzigt habe odernicht. Weist schon die Analogie der Daphnis-sage mit Wahrscheinlichkeit darauf hin, daßRhoikos in erster Linie durch Verletzung desGelübdes der Enthaltsamkeit einem andernWeibe gegenüber den Zorn der Nymphe erregthat, den dann, um das Maß vollzumachen, seinebarsche Antwort erhöht hat, so wird die Wahr-scheinlichkeit zur Gewißheit durch ein angeb-liches (vgl. Pind. fr. 252 Christ ) Pindarfrag-
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