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Ritseka
Roma (griech. Ursprung d. Dea Roma) 130
Ritselia (?), keltische oder iberische Gott-heit auf einer aus dem Pjrenäengebiet stam-menden Inschrift, die verschieden interpretiertworden, wohl aber so zu lesen ist (C. I. L. 13,409 = Dessau , Inser. sei. 4526): Fano Her(. . .)Auscor(um) Bitsehe (oder in einem WortHerauscorritsehe?) sacrum G. Val. Valerianus.Vgl. die Artikel Hera (2) und Herauscorritsehain diesem Lex. Bd. 1, 2 Sp. 2134. 2252. FernerBonn . Jahrb. 83 p. 98 (zu der hier genannten iLiteratur kommen u. a. noch E. Merimee, Deantiquis aquarum religionibus in Gallia, merid.p. 80. 85; Grienberger, Beiträge zur Gesch. d.deutschen Sprache und Literatur Bd. 19 [1894]p. 535). [M. Ihm.]
Rivalitas, Personifikation der Eifersucht mitdem Epitheton saeva, Apul. Met. 10, 24, 724p. 240, 21 van der Vliet. [Höfer.]
Robeo, keltischer (ligurischer?) Gott aufeiner Inschrift von Demonte (im Tal der Stura, 2See-Alpen): L. Crispius Augustinus dumvirdiis Bubacasco et Bobeoni votum s(olvit) l(ibens)l(aetus) m(erito). Der Herausgeber E. Ferrero,Atti della B. Accademia delle scienze di To-rino 26 (1890—91) p. 685 ff. (Abbild, tav. 12)vergleicht zum ersten Namen die auf der ta-bula alimentaria von Veleia (61 I. L. 11, 1147)erscheinenden fund. Bubacotium und saltumBubacaustos. Bei Dessau , Inscr. sei. 4683 istirrtümlich Bubeoni gedruckt. Aus derselben 3Gegend stammen die Votivinschriften an MarsIxucimalacus (s. Bd. 2 Sp. 1983), [M. Ihm.]
Robigus, Gottheit, der man die Entstehungder robigo (tQvaißrj), einer der durch Pilzeverursachten Getreidekrankheiten, zuschrieb,wie auf germanischem Gebiet der 'Kornmutter’oder dem 'Kornvater’ die Entstehung desMutter- oder Vaterkorns. S. die ausführlicheBehandlung der Getreidekrankheiten Rost,Brand und Mutterkorn von Bud. Robert, Zur 4Geschichte des Mutterkorns (Hist, Stud. ausdem Pharmakol. Inst, der Kais. Univ. Dorpat I,Halle 1889). Auch Bäume schädigt R. nachVarro , Ber. rust. I 1, 6. Wir hören von R.,nach Buechelers Erklärung von Bufrer (Fleckeis.Jahrb. 1875 Bd. 111, 319f. = Umbrica , Bonn 1883, S. 47) in den Tabulae Iguvinae (VI a 14),dann besonders im Zusammenhang mit demFeste der Robigalia (s. o. unter Mars Bd. 2Sp. 2403). Am 25. April fand eine Prozession 5'auf der Via Flaminia und Claudia zum Hainedes R. statt, der am 5. Meilenstein lag. Dortopferte der Flamen Quirinalis einen Hundund ein Schaf, sodann wurden Wettläufe ab-gehalten. Vgl. Verrius Flacc. zu Fast. Praen.ROB: Feriae Bobigo via Claudia ad milita-rium V, ne robigo frumentis noceat. Sacrificiumet ludi cursoribus maioribus minoribusque fiunt(C. 1. L. I 2 , S. 316). Beschreibung der Robigaliabei Ovid , Fast. 4, 905—942, wobei zu bemerken e·ist, daß die Prozession dem Dichter zwischenNomentum und Rom (also auf der Via No-mentana ?) begegnet und er daselbst im Haineder Göttin Robigo der Feier beiwohnt;flamen in antiquae lucum Robiginis ibat 907,vgl. aspera Bobigo 911. Die Vorstellung voneiner weiblichen Gottheit auch bei Columella.mater Rubigo 10, 342) und bei Kirchenschrift-
Roscher, Lexikon der gr. u. röm. Mythol. IV.
steilem ( Tertull. de spect. 5; Lactant. 1, 20, 17;August, de civ. Dei 4, 21); über Rohigus undRobigo als 'Sondergottheiten’ vgl. Usener,Götternamen S. 262; an der Ursprünglichkeitdes Femininums wird aber gezweifelt ( Preller-Jordan , Röm. Myth. 2 3 , 44; Mommsen, C.I.L.I 2 , 316; Wissowa , Belig. u. Kult. d. Böm.S. 162, 8.) Usener , Beligionsgesch. Unters.1, 298 ff. vermutet mit Wahrscheinlichkeit, daßder am S. Marcustag (25. April) von der römi-schen Kirche auf der Via Flaminia veran-staltete Bittgang ein Fortleben der Rohigaliadarstelle; Wissowa , Apophoreton (Berl. 1903)S. 48, 1 äußert Bedenken dagegen. Vielfachist von neueren Gelehrten mit diesem Festedas Augurium canarium gleichgesetzt worden,hei dem unweit der Porta Catularia rötlicheHunde geopfert wurden, adplacandum caniculaesidus frugibus inimicum . ., ut fruges flave-scentes ad maturitatem perducerentur (Fest. ep.45). Wissowa , Bel. u. Kult. d. Böm. S. 163hält beide Begehungen mit Recht auseinander.
[J. Ilberg.]
deo Robori et Genio loci ist die Inschriftvon Angouleme C. I. L. 13, 1112 geweiht.Hirschfeld hat sie vergeblich gesucht, Espe-randieu zweifelt an der Echtheit. [M. Ihm.]
Roma. ,, , . , _
Mythologischer Teil.
Da in der Religion des römischen Staatesmit voller Klarheit die Anschauung hervortritt,daß die Kontrahenten des Rechtsverhältnisses,auf dem die ganze Staatsreligion beruht, einer-seits die römische Gemeinde, vertreten durchdie Hauptstadt Roma, andererseits die Gesamt-heit der Staatsgötter sind, vertreten durch denvornehmsten Iuppiter O. M., so ist klar, daß diedie Gemeinde vertretende Roma nicht selbstals göttliche Personifikation auftreten kann.An sich hat also eine dea Roma keine Existenz-berechtigung (vgl. Wissowa, Bel. u. Kult. S. 281);sie ist denn auch der römischen Religion zu-nächst durchaus fremd und, wie Preller, Böm.Mythol. 2 3 S. 353 sagt, den Römern von denGriechen aufgeredet worden, indem die grie-chischen Historiker, die sich die Gründungs-geschichte Roms auf ihre Art zurechtlegten,eine eponyme Heroine erfanden und irgendwiein die Genealogie und Geschichtserzählung zuverflechten suchten. Derartige Konstruktionensind uns überliefert hei Dionys. Halte. 1, 72ff.;Plutarch . Bomulus 1,2; Festus p. 266 — 268,s. v. Komam; Solin , 1 , 1—3; Serv. Aeneis 1 , 273.Da Rom das übrige Italien an Bedeutung weitüberragte, so ist seine Gründungsgeschichteviel mannigfacher gestaltet und sorgfältigerausgebildet als diejenige anderer italischerStädte; seine Anfänge sind an verschiedeneTeile der griechischen Sagenwelt angeknüpft.Wie die unteritalischen Völker aus Arkadien hergeleitet werden, so hat man auch Rom voneinem Arkader gründen lassen, dem Euander,dessen Tochter Rome der Stadt den Namengab (so Serv. a. a. O.). Andere Autoren ließen demEuander noch frühere Kolonisten vorangehen,von denen die Stadt Valentia genannt wurde,was Euander mit 'Pcbg); ins Griechische über-setzte (Festus a. a. 0.; Solin . 1, 1; vgl. im all-