781 Set (in d. Kunst: langhaarig)
in einer der Edfu -Mythen in eine Schlangeverwandelt und brüllend in die Erde dringt(Naville, Mythe d'Horus pl. 16; vgl. oben JIIb 3), so hat das gewiß keinen Zusammenhangmit den alten Stellen, sondern die Verwand-lung in die Schlange ist eine Erfindung ausspäter Zeit; vielleicht deutet sie auf den Gottdes Erdbebens (vgl. ohen G III).
g) Antilope. 10
Pleyte (Lettre 13) und Brugsch (Selig . 703)hatten in dem unbekannten Tier des Set (oben a)eine Oryx-Antilope gesehen. Die Deutung istnicht richtig; aber doch nähern sich die ent-arteten Darstellungen des Settieres aus spätererZeit in der Tat gelegentlich der Antilope. Z. B.auf einer Leidener Statue des Horus, der aufeiner Antilope steht ( Pleyte, Religion pl. 9, 1.p. 184). Antaios hält auf den Felsenbildernvon Gau el-Kebir eine Antilope vor sich, die er 20schlachtet (vgl. oben C II c). In beiden Fällenfehlen der Antilope aber die Hörner, die fürden Oryx charakteristisch sind.
h) Fisch.
Eine vereinzelte Tradition gibt an, daß derOxyrhynchosfisch verabscheut wird, weil er einstdas Schamglied von dem zerstückelten Leibedes Osiris aufgefressen habe, das in den Nilgeworfen war ( Plutarch , de Is. 18). Man be- 30denke, daß Oxyrhynchos eine der alten Kult-stätten des Set ist (vgl. oben C III), und daßdie spitze, abwärts gebogene Schnauze diesesFisches Ähnlichkeit hat mit der des Settieres(vgl. oben a).
N. Darstellung des Set.
I. Als Mann.
a) Mit langem Haar.
In Der el-Bahri, wo im allgemeinen alte 40Typen von Götterbildern verwendet sind, istSet dargestellt als stehender Mann mit langemHaar; er hält wie üblich das Götterzepter unddas Lebenszeichen ( Naville, Deir el-Bahari 2pl. 46). Dieselbe Figur erscheint wieder inKarnak bei Sethos I. ( Lepsius, Denkm. 3, 124 b= Pleyte, Lettre pl. 4, 30) und Bubastis (Na-ville, Festival hall of Osorkon 2, pl. 12). Aufder Leidener Stele V 62 (Pleyte, Religion 94.244. pl. 2, 1) ersticht Set in dieser Gestalt die 50Schlange (vgl. oben H II).
b) Mit oberägyptischer Krone.
Auf den Siegelabdrücken des Perabsen (vgl.unten II b 1) ist der Gott auch als Mann mitoberägyptischer Krone dargestellt; die Vari-anten mit dem Tierkopf zeigen, daß wirklichSet gemeint ist. In ähnlicher Gestalt ist derStaatsgott der 19. Dynastie dargestellt wor-den; freilich hat die Krone barbarische Zu- 60taten erhalten, die sie fast als unägyptisch er-scheinen lassen. Der 'Set des Ramses II. ’auf der Stele vom Jahre 400 aus Tanis (Ma-riette in Rev. archeol. NS 11 [1865] 169 pl. 4)ist ein stehender Mann mit oberägyptischerKrone, von deren Spitze nach hinten ein Bandoder Schnur gewellt herabfällt; wo vorne derUräus sich aufrichten müßte, sitzt ein undeut-
Set (in d. Kunst: ohne Krone) 782
liches Gebilde. Der Set des Merenptah aufder Statue Berlin 7265 ist ähnlich; statt desUräus sitzen vorn au der Krone deutlich zweikleine, nach vorn gerichtete Hörner. Auf demDenkstein eines Maurers aus Theben (Berlin 8440 = Frman, Rel. Abb. 62 = unsere Abb. 2)ist die Krone ebenso; doch sitzen am Schurzoben und unten, vorn undhinten jedesmal auch zweiHörnchen, die fast wie Kral-len aussehen. Diese Zutatensind unägyptisch, vielleichtstammen sie aus Syrien (vgl.oben C IX); ähnliche Bom-meln o. ä. haben Syrer amSchurz in Theben , Grab desHui ( Lepsius, Denkm. 3,116 a,
2) Set
(nach Erman , Rel.S. 88 Fig. 69).
II. Als Mann mit Tierkopf.
a) Ohne Krone.
1. Im Relief. Die Dar-stellung des Set mit demKopf des ihm geweihten Tieres (vgl. obenL lila) ist die weitaus häufigste, und er scheintin dieser Gestalt öfter ohne als mit Krone dar-gestellt zu werden. Auf den Statuen des Se-sostris I. aus Lischt ( Gauthier-Jequier , Fouillesde Lischt [= Mem. Inst, frang. Caire 6] 35 ff.)schnürt Nubti als Mann mit dem Tierkopf,von dem das langeHaar herab fällt, ge-meinsam mit Horus die Landespflanzenzusammen; ebensoin Dyn. 20 in The-ben ( Lepsius , Denk-mäler 3, 222 c). Inden Reliefs Thut-mosis IH. zu Kar-nak ist Set in dieserGestalt bei den ver-schiedensten Hand-lungen dargestellt:der König läuftzwischen ihm undHorus ( Lepsius ,
Denkm. 3, 33 g =unsere Abb. 3) oderläuft zu Amonre undSet (ehend. 33 g),oder Horus undNubti stehen nebenHathor , die denKönig säugt (ehend.
35b), oder Nubti und Nephthys umarmen denKönig (ehend. 35 e), oder Nubti und Horus unter-richten den König im Waffenhandwerk (ehend.36 b); so war Set auch ursprünglich in einerGötterliste dargestellt (ehend. 37, 3). Ebensoauf einem Türsturz Thutmosis’ IH. aus Nubt(Petrie, Naqada and Ballas pl. 77). In dieserGestalt führt Set mit Horus den König Haremheb in Abahuda (ehend. 122 a) und reinigt Sethos I. in Karnak (ehend. 124 d) wie in Heliopolis (Brüssel E 407 ed. Capart , Recueil de monum. 1
3) Set
(nach Lepsius, Denhn. 3, 33g).