Band 
Vierter Band. Qu - S.
Seite
785-786
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785 Sete

Sete (Zr\xr]), 1) Schwester des Rhesos , vonAres Mutter des Bithys, Steph. Byz. s. v. Bi&vai. Meineke z. d. St. vermutet Bl&t] bez. ZLvtt].Doch wird die Richtigkeit der Überlieferungverbürgt durch Steph. Byz. s. v. Br t Tia, wonachNrjroL eine Stadt in Bithynien (Sete ist Mutterdes Bithys!) ist; vgl. Tomaschek , Die altenThraker 2 in Sitzungsber. d. Wiener Akad. d.TFws. 131 S. 42. 2) s. Setaia. [Höfer.]

Setlii (?) (Nf/Hi?), nach Neubauer, Comment.in honor. Mommsen. 688 nr. 32 fremdländischeGottheit auf der Inschrift (vgl. Mor. Schmidt,Samml. kypr. Inschr. in epichor. Schrift 6, Taf. 14,1. Collitz nr. 87) eines kyprischen Reliefs mitder Darstellung einer Schlange und einesDelphins. [Höfer.J

Sethlans (seHlans) ist der gewöhnliche etrus-kische Name des Yulcanus. Der Name ist be-legt auf vier Spiegeln, deren einer in Arezzo ,einer in Chiusi, einer in Corneto gefundenwurde, während der vierte von angeblich unbe-kannter Herkunft ist. Der Spiegel von Arezzo ,jetzt im Museum von Bologna , ist veröffent-licht von B. Fabretti cap. VII no. 387 pag. 538,danach von Dempster 1 tab. I no. 1 ad pag. 78,Passeri, Paralip. 21 sq., Oori, Mus. ehr. 2,175sq.239 tab. CXX, Foggini in den Diss. Acad.Corton. 2, 93, Langt 2, 191 sq. = 151 sq tav. Xno. 1, Millin, Gal. mythol. 1, 31 pl. XXXVIIno. 126, Schiassi in Opusc. lett. di Bologna 1,159 sqq. tav. V, Inghirami, Monumenti etruschitom. II tav. X und Storia della Toscana tav. IXno. 3; ferner ist er herausgegeben von Ger-hard, Etr. Spiegel 3, 67 tab. LXVI, von Braunin den Ann. dell Inst. 1851, 143 sq. tav. dagg.

I. K. und von A. Pabretti, C. 1. I. no. 459.Zu vergleichen sind ferner noch Avellini inden Memorie dell Acad. Ercol. 4, 164 sq. undLenormant und De Witte, Monum. ceram. 1,183. Der Spiegel von Chiusi ist herausge-geben von Dorow, Voyage archeol. 29 pl. XVno. 1 a und b mit Bemerkungen von Inghiramiund Orioli, von Gerhard, Etr. Spiegel 3, 95Taf. XC, und von Fabretti, C. 1. I. no. 477.Der Spiegel von Corneto ist veröffentlicht vonHelbig im Boll. dell Inst. 1870, 60 und vonFabretti, C. 1.1. suppl. 1 no. 394. Die Literaturdes vierten Spiegels, der angeblich von unbe-kannter Herkunft ist, in Wirklichkeit aber,wie das suHina auf seiner Vorderfläche dartut,aus Orvieto stammt, habe ich bereits s. v. pecseangegeben. Die Form seHlanl in der InschriftFabretti, G. I. I. no. 1020 auch bei Pauli,C. I. E., ist gefälscht (so auch Deecke, Etr. Fo.4, 61). Vielleicht aber begegnet der Nameunseres Gottes abgekürzt auf zwei Münzen vonPopulonia (so Deecke, Etr. Fo. u. Stu. 2, 24not. 91). Diese sind herausgegeben von Corssenin der Zeitschrift für Numismatik 3, 7 Taf. I,no. 1, von Deecke, Etr. Fo. 2, 48. 51 Taf. IVno. 72 und von Gamurrini, Append. no. 54 u. 56tav. III. Populonia zeichnete sich durch Ge-winnung von Eisen aus (s. K. 0. Müller, Etr.

I I , 240 sq. = I 8 , 223 sq.), und so ist es ver-ständlich, daß es auf seinen Münzen den Vul-kan führte. In der Tat zeigen beide Münzenauf dem Avers den Kopf des Gottes, auf demRevers Hammer und Zange. Auf Gamurr. no. 54

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haben wir neben dem Kopf des Gottes die In-schrift setl, auf no. 56 hingegen auf dem Re-vers neben der Zange die Legende setaln.Letztere war von Carelli, der tav. VII no. 20die Inschrift auch schon veröffentlicht hatte,als vetaru gelesen worden, aber diese Lesungist, wie schon Gamurrini hervorhebt, Irrig.Diese beiden Legenden setl und setaln nunbezieht Deecke mit Recht auf den seHlans. Dieveränderte Schreibung, s statt s und t statt H,hindert das nicht, denn beide Wechsel sind imEtruskischen ganz gewöhnlich. Das a in setalnist wohl nicht ein alter Vokal, obgleich wiralsbald sehen werden, daß das Wort einsteinen inneren Vokal hatte, sondern ist wohleher als Hilfsvokal in der Form setlns aufzu-fassen, wie es deren viele im Etruskischen gibt(vgl. z. B. parHanapae, pentasila, calanice, ru-tapis, ajjale, ela^santre, neptlane, an^as). Aufden Spiegeln ist der Gott folgendermaßen dar-gestellt. Auf dem Spiegel von Arezzo wird dieGeburt der Minerva vorgeführt. Im Mittel-punkte des Bildes ist Zeus (tina), links vonihm Haina , die ihn mit beiden Händen um denLeib gefaßt hat, klärlieh, um ihn zu unter-stützen. Rechts vom Zeus steht die Hanr, diedie fast völlig schon geborene Pallas in Emp-fang nimmt. Noch weiter rechts ist Hephaistos (seHlans), ein Tuch um die Hüften geschlungen,Sandalen an den Füßen und den Hammer inder Linken. Auf dem Spiegel von Chiusi habenwir die Mittelgruppe gebildet aus Bacchus(fuflun[s]) und Hephaistos . Von der Beischriftzu letzterem ist nur noch i-'Nffd übrig, da aberder Gott auch hier Sandalen und in der Handden Hammer trägt, so ist kein Zweifel, daßdie Beischrift in 5NFN03S sefilans zu ergänzenist. Zu den Seiten der Hauptgruppe habenwir die beiden Kriegsgottseiten maris (links)und laran (rechts). Die dargestellte Szenescheint auf einen uns unbekannten Mythus zugehen. Der Spiegel von Corneto enthält dreiFiguren. In der Mitte sitzt auf einem Thronedie mit einem Chiton bekleidete und schöngeschmückte Iuno (uni). Rechts von ihr be-findet sich Vulcan (seHlans) als nackter Jüng-ling, nur mit einer ihm auf die Knie gleiten-den Chlamys bekleidet; in der Rechten, die erder Lehne des Thrones nähert, hält er einenHammer. Links von der Göttin ist ein andererJüngling, der die Beischrift VI3QT tresu hat,auch er mit einem Hammer versehen, mit demer einen Nagel in den Thron einzuschlagen imBegriff ist. Auch hier scheinen wir einen un-bekannten Mythus vor uns zu haben. DerSpiegel unbekannter Herkunft, der aber nachder Verwendung des Ms und $s in der Ortho-graphie der Namen seHlans und huins mitSicherheit gleichfalls aus Südetrurien stammt,ist schon s. v. pecse von mir beschrieben wor-den. Hier hat der Gott keine Sandalen, undder Hammer befindet sich in der Hand desAitolos (etule). Nunmehr können wir uns zursachlichen und sprachlichen Erklärung desNamens seHlans wenden. Da sich ergebenhat, daß der Name selvans echt etruskisch ist(vgl. unt. selvans), und da auch der andre Namedes seHlans, nämlich vel^ans = Vulcanus echt

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