Band 
Vierter Band. Qu - S.
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789-790
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789 Setlocenia

binde (Literatur s. unter Serph.ua) ist nachBugge a. a. 0. 202. 213 f. 221) seffumati alsLokativ von seff-um aufzufassen; letzteres aberentspricht dem griechischen Zrj&og . NebenZethos werden noch genannt: sein BruderAmphion (hamqpe), Laios (lae), Antiope (an-ciupva) und Semele (simljja). [Höfer.]

Setlocenia, in Britannien verehrte Göttin.Inschrift aus Ellenborough (Uxellodunum) C.I. L. 7, 393. Holder, Altcelt. Sprachschatz 2,1528. [M. Ihm.]

Seuechoros (Σενήχορος), sagenhafter Königvon Babylon, dem geweissagt worden war, erwerde von dem Sohne seiner Tochter derHerrschaft beraubt werden. Deshalb sperrteer diese in einen Turm ein (vgl. den ähnlichenZug in der Danaesage) und ließ sie aufs strengstebewachen. Als sie trotzdem einen Sohn gebar,warfen die Wächter aus Furcht vor ihremHerrn das Knäblein von dem Turme herab.Aber ein Adler fing es auf, bevor es den Bodenberührte, und trug es in einen Garten, dessenWärter den Knaben aufzog und ihn Gilgamosnannte. Später wurde Gilgamos König vonBabylon, Ael. Hist. an. 12, 21. Ob dieser Gil-gamos mit Gilgamos-Izdubar (s. Izudubar undP. Jensen, Assyr.-babyl. Mythen u. Epen [=Keilinschr.Bibl. 6,1] p.116 ff 422 f. Alfr.Loisy,Bes niythes. Babyloniens 102 ff.) identisch ist,bleibt zweifelhaft, A. Jeremias Bd. 2 Sp. 774,19 ff. [Höfer.]

Seuidai ( Σενΐδαϊ) , Bezeichnung des männ-lichen Dionysosschwarmes arcb τον αενειν, οίοτιν ορμαν, Cornut. de nat. deor. 30 (p. 176Osann = p. 59 Lang). Lobeck, Aglaopham.1312. Usener, Götternamen 45. Gruppe, Gr.Myth. 732, 1. 841, 3. Vgl. Sauadai. [Höfer.]

Sevina. Diesen Beinamen erhält Bona deaeinmal, in der im Sabinergebirge gefundenenInschrift C. I. L. 14, 3437 Iulia Athenais ma-g(istrai) Bonae deae Sevinae fecit pavimentumet se(deys et officinam ... Bona dea wird häufig,wie der Genius, als Schutzgottheit bestimmterÖrtlichkeiten verehrt und erhält infolgedessenverschiedene von den Namen von Geschlechterngebildete Beinamen, wie Annianensis, Galbilla(s. unter Bona dea). In unserem Falle handeltes sich um eine adjektivische Ableitung ausdem bekannten Geschlechtsnamen Sevius (vgl.W. Schulze , Zur Geschichte lateinischer Eigen-namen 223), oder Sevina ist das Femininumeines Gentilnamens Sevinus (bei Tac. hist. 1,77 Saevinus). Vgl. auch das unter SatrianaBemerkte. [Otto.]

Sexarbores s. Sexsarbor.

Sexsarbor, aquitanischer Gott, im Gebiet derConvenae verehrt, mit offenbar lateinischemNamen, der auf den dieser Gegend eigentüm-lichen Baumkultus hin weist (vgl. den Gott Fagus).Die Inschriften der beiden Marmoraltäre (Fund-ort Castelbiague, 'litteris bonis saeculi primi)lauten: 0. I. L. 13, 132 (= Sacaze, Inscr. ant.des Pyrenees p. 311 nr. 255 mit Abbildung,Dessau , lnscr. sei. 4532 a) ex voto Seocsarborideo L. Domitiius) Censorinus v.s.l.m.; 13, 175(= Sacaze p. 312 nr. 256, Dessau 4532) Sexs-arbori deo T. Pompeiu(sy Campanus. In derMehrzahl Sexarbores auf dem Votivaltärchen

Sibylla (Name) 790

von Arbas C. I. L. 13, 129 ( Sacaze p. 313 nr. 257,Dessau 4532 b): Sexarboribus (oder Sex Arbo-ribus Q. Fufius Germanus v. s., die man mitUnrecht zu den Matronen in Beziehung gesetzthat (Bonn. Jahrb. 83 p. 101). Vgl. Otto Hirsch-feld, Sitzungsberichte der Berliner Äkad. 1896p. 4471'., der u. a. hervorhebt, daß Bäume mehr-fach auf Votivsteinen Aquitaniens dargestelltsind, auch auf einem dem Iuppiter und derMinerva geweihten Altar (Ο. I. L. 13, 45; Abbild.Esperandieu, Bas-reliefs de la Gaule romaine2 p. 6 nr. 842), ferner auf inschriftlosen desMuseums von Toulouse ( Boschach, Catal. dumus. de Toulouse p. 65 nr. 149. (Esperandieua. O. 2 nr. 864f.), ein Brauch, der sich übrigenskeineswegs auf Aquitanien beschränkt (ein Bei-spiel aus Apt, z. B. bei Esperandieu a. 0. 1 p.177 nr. 242). [M. Ihm.]

Si . . . . (Σι ....), fragmentarisch erhaltenerBeiname der Athena: ται Άϋαναίαι ται Σι ... .in einem Vertrage zwischen Knossos und Gortyn,Monumenti antiehi dei Lincei 1 (1892), 47, 11;vgl. Halbherr ebend. 55. Collitz nr. 5015, 12.

[Höfer.]

Siann ..., wie es scheint Göttin, nicht Gott,auf der bei den Thermen von Mont-Dore-les-Bains (dep. Puy-de-Döme) gefundenen Altar-inschrift, C. I. L. 13, 1536 (Tapis excavatus,anaglypho hominis vel dei stantis recipiendo):Julia Severa Siann(ae1) v. s. I. m. Die Lesartist sicher, die Göttin Stanna (s. d.) also ver-schieden. Vgl. Allmer, Bevue epigr. 5 p. 90nr. 1578. Holder, Altcelt. Sprachschatz 2 p. 1537zieht Siann(o) vor. Vgl. Siannus (?). [M. Ihm.]

Siannus , Beiname des Apollo auf einerWeihinschrift aus Ara Romae et Augustae(Provincia Lugdun.), Boissieu, Inscr. de Jjyonp. 18. C. I. L. 13, 1669 (vgl. 1536). NachAllmer und Dissard, Musee de Lyon; Inscr.ant. 3 p. 21 ist zu lesen: Apollini . . . sianno.Vgl. Siann . .. [Höfer.]

Siboe(?), Tochter der Niobe , Hyg. ff 11p. 43,11. Schmidt, derMeliboea vermutet, wäh-rend E. Maaß, Jahreshefte d. ös ter. arch. Bist.11 (1908), 27 Anm. 74 an Οίνόη denkt. Nachv. Wilamowitz , Hermes 26 (1891), ist der Ka-talog der Niobiden bei Hyg. f. 11 derselbewie bei Hyg. f. 69 und daher Siboe verderbtaus Astynome, was freilich, wie Gruppe, Bur-sians Jahresber. 85 (1895), 269 mit Recht be-merkt, schwer begreiflich ist. Der Name stehtzwischen den beiden mit A beginnenden Asty-cratia und Astynome, so daß leicht bei einemgleichfalls mit A beginnenden Namen der ersteBestandteil ausfallen konnte. War es vielleicht<(Alphe)>siboe<(a)>? [Höfer.]

Sibotes, ein Kolcher, Val. Flacc. Arg. 6,249. [Höfer ]

Sibylla (ΣίβνΙλα). Name. Schon im Alter-tum beschäftigte man sich mit der Deutungdieses Wortes. Ganz hinfällig sind die Etymo-logien bei Diodor (4, 66, 7), wo Sibylla von σιβνλ-Ιαίνειν = tvJsuQsiv κατά γλωτταν abgeleitet wird,und bei Pausanias (10, 12, 1), nach dem dasWort aus dem Libyschen stammt. Die Ansichtdes Suidas , daß Σίβ. eine ρωμαϊκή Χεξις sei,ist wieder aufgenommen von Diez (Lex. Etym.,S. 300), der Σίβ. als ein Deminutivum des alt-

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