Art. Nusku) genannt: Craig, Bel. Texts .1, 36,obv. 7; Inschrift des Mati-’ilu von HarranMitteil, der Vorderas. Gesellsch. 1898, 233 undin der Inschrift von Herab: Sin,Ningal, Nusku.
Die südbabylonische Mondstadt Ur liegt begraben unter dem TrümmerhügelMuqajjar (von den heutigen Arabern Mugairgesprochen, d. h. 'mit Pech vermauert’) an derWestseite des Euphrat 10 km südwestlich vonder heutigen Stadt Nasrije. Die Trümmerstätte,die in der Uberschwemmung3zeit eine Insel inSümpfen bildet, dient räuberischen Stämmenals Bollwerk, so daß sie für Ausgrabungen un-zugänglich ist. J. E. Taylor, der britischeVizekonsul von Basra , hat auf Henry Bawlin-sons Veranlassung 1854 und 1855 die Trümmer,die einen Umfang von 3 km haben, unter-sucht, nachdem bereits 1625 Pietro della Volleeinen beschriebenen Backstein und Siegel-zylinder von der Oberfläche des Ruinenfeldesnach Europa gebracht und Loftus 1854 dieRuinen besucht und beschrieben hatte. DasHauptgebäude bildet auch hier der Rest einesEtagenturmes, der nach II R 50, 18a E-SU-GAN-UL-UL hieß, d. h. 'der Haus und Feldgedeihen läßt’ (s. Sp. 895 f.). In den Ecken desTurmes fand Taylor Bauurkunden in Form vonbeschriebenen Tonzylindern, aus denen sichim Zusammenhang mit zwei weiteren Ton-zylindern ergab, daß der Turm dem Heiligtumdes Mondgottes Sin angehört, und daß dieTrümmerstätte das biblische Ur Kasdim (Ur in Ohaldäa) darstellt, das nach Gen. 11, 28;15, 7 die Heimatstadt Abrahams war. EinigeUrkunden stammten von dem Könige Ur-Gur(ca. 2700 v. Chr.) und von seinem Sohne Dungi,den Erbauern des Tempels; die 4 Bauurkundenin Tonnenform, die sich in der Turmecke fan-den, stammten von Nabonid, dem letzten Königvon Babylon; jede der Inschriften schloß miteinem Gebet für Bel-sar-usur, den Sohn desKönigs (der biblische Belsazar, Daniel 5).Taylors Bericht erwähnt auch Backsteine ausdemselben Hügel 'von roter Färbung mit In-schriften in zierlicher Schrift’, auf denen zumTeil 'das Bild zweier Mondsicheln, mit derRückseite gegeneinander gekehrt, zu sehenwaren’. Leider hat Taylor hiervon keine Pro-ben mitgebracht. Die übrigen Hügel deckenzum Teil eine altbabylonische Gräberstadt. Inder Nähe der Gräber fanden sich Bruchstückevon beschriebenen Tonkegeln. Im Westhügelentdeckte Taylor 30 Tafelfragmente und zweiKrüge voll Tonurkunden und zwei in der sog.kuvertierten Gestalt (s. Abb. 1), bei der dieUrkunde nochmals mit einer Tonhülle um-geben ist, die Inhalt, Zeugen und Siegelabdruck enthält. Vgl. hierzu Taylor im Journal of theBoyal Asiatic Society 15; Hitprecht, Die Aus-grabungen in Assyrien und Babylonien , 1 . Teil,übersetzt von B. Zehnpfund, Leipzig , Hinrichs,1904; B. Zehnpfund, Babylonien in seinen wich-tigsten Buinenstätten, Alter Orient 11, 3/4.
Die ältesten Erwähnungen des Mondkultesfinden sich nach dem gegenwärtigen Standeder Ausgrabungsfunde naturgemäß in den Ur-
künden der Stadtkönige von Lagas . Eannatuinerwähnt den Mondgott auf der Geierstele unterdem Namen Enzu, Gudea als Enzu und Nanna.
Die Inschriften der in Muqajjar gefundenenBacksteine, Tonnägel, Türangelsteine der Dy-nastie von Ur (die etwa von der Zeit nachGudeas Regierung nach einer unveröffentlichtenNippur-Urkunde, wie Hilprecht mitteilt, 117Jahre lang das Reich Sumer und Akkad be-herrscht hat), sind von Thureau-Dangin im1. Bande der Vorderasiatischen Bibliothek S. 186 ff.zusammengetragen und übersetzt worden. Ur-engur rühmt sich auf dieser Urkunde als Er-bauer des Tempels des Nannar in Ur . DerTempel heißt hier E-temen-ni-il. Nannar wirdhier Amar-ban-da des Himmels, der vornehmsteSohn Inlils genannt (s. hierzu Sp. 884). Ur-
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1) Altbab. Kontrakt mit auf gebrochenem Kuvert.
Original im Besitze des Verfassers.
engurs Sohn Dungi rühmt sich als Erbauerdes E-har-sag, seines geliebten Hauses (Tempel-turm des Mondtempels) und weiht 'im Siegel-hause des Nannar’ dem Mondgott Gewichte, vgl.Abb. 13; nach einer Steintafel aus Tello hat er'der Herrin von Ur ’ einen Tempel gebaut. Inden Datierungen Dungis (und seines NachfolgersBür-Sin) wird wiederholt die Ernennung desOberpriesters des Sin von Ur auf Grund beson-derer Vorzeichen als Hauptereignis des Jahreserwähnt. Bür-Sin ruft auf einem Backstein inder Fluchformel 'Nannar, den König von Ur,und Nin-gal, die Mutter von Ur, die in denHimmeln die Schicksale bestimmen’ an; seinNachfolger Gimil Sin sagt auf einem von Petersauf dem Ruinenfelde gefundenen Türsteine:
„Dem Gotte Nannar, erstgeborenen Sohnedes Inlil, seinem geliebten Könige, hat Gimil-Sin, von Inlil geliebt und vom Herzen desInlil zum König berufen, der Hirt der Weltund der 4 Himmelsgegenden zu sein, der mäch-tige König, König von Ur, König der 4 Him-melsgegenden E-mu-ri-a-na-ba-ag, seinen ge-liebten Tempel erbaut.“
Die Könige der Dynastie von Isin rühmensich sämtlich, soweit wir inschriftliche Zeug-
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